Kultur in der Fränkischen Schweiz

Lichterfest & Ewige Anbetung in der Fränkische Schweiz

Susanne Anker

Erstellt | Geändert

Ewige Anbetung - Lichterprozession in Gößweinstein

Ein ganz besonderer Höhepunkt im Weihnachtskalender ist das Lichterfest im Anschluss an die Ewige Anbetung.

Gößweinstein wird an diesem Abend von Holzfeuern und bengalischen Feuern hell erleuchtet. Erleben Sie diesen alten Brauch im Herzen der Fränkischen Schweiz in der einmaligen Kulisse zwischen Basilika und Burg bei einem Glas Glühwein.

Die Arbeitsgemeinschaft Tourismus und Gewerbe Gößweinstein hat es sich zur Aufgabe gemacht die alte Tradition des Lichterfestes in Gößweinstein wieder einzuführen. Seit dem Jahr 2005 lebt dieser alte Brauchtum, der bereits im 18. Jahrhundert in Gößweinstein vorkam, erneut auf und zieht viele Besucher in seinen Bann.
Termin

Die Ewige Anbetung mit der anschließenden Lichterprozession durch Gößweinstein findet jährlich am 26. Dezember statt.

Ewige Anbetung, 16 Uhr in der Basilika Gößweinstein
Lichterprozession, ca. 17 Uhr in den Straßen Gößweinsteins

Ewige Anbetung mit Lichterprozession in Wichsenstein

Lichterprozession mit Ewiger Anbetung in Wichsenstein

Seit 2013 "brennt" das Wahrzeichen des Ortes, der Aussichtsfelsen Wichsenstein nach dem das Dorf bei Gößweinstein benannt ist.

Und zwar nach dem Ende der Ewigen Anbetung wenn die Wichsensteiner zur Abschlussprozession gegen 19 Uhr betend durch den Ort ziehen. So auch wieder am 07.12. zur Lichterprozession.

Der Wichsenstein erstrahlt mit vielen Lichtern und bengalischen Leuchtfeuern zu Prozession. An die 500 Wachslichter werden jährlich zur Lichterprozession in Wichsenstein, aufgestellt und angezündet.

Vor etwa 30 Jahren war der Tag der Ewigen Anbetung in der Pfarrgemeinde St. Erhard in Wichsenstein noch an Neujahr. Vom Erzbistum Bamberg wurde das dann auf den 7. Dezember vorverlegt.

Bei der Abschlussprozession wird dann unter dem Baldachin das Allerheiligste durch den Ort getragen. Voraus die Fahnenabordnungen aus Wichsenstein.

Ewige Anbetung - Lichterfest in Pottenstein

Alljährliches "Lichterfest" am 6.Januar

Jedes Jahr am Dreikönigstag (6.Januar) feiert die Kirchengemeinde Pottenstein ihren traditionellen Beschluss der Ewigen Anbetung. Dazu werden Tausende von Besuchern aus nah und fern erwartet, die sich vom Lichterzauber der ca. 1.000 Feuer auf den Felsen rings um Pottenstein verzaubern lassen.
Nach der letzen Betstunde wird sich bei Einbruch der Dunkelheit um ca. 17.00 Uhr die Abschlussprozession durch den Ort bewegen. Während der Prozession flammen rings um das Felsenstädtchen Lichter auf. Dabei werden auf den umliegenden Felsenkuppen eine große Anzahl von Feuern abgebrannt. Begleitet wird die Prozession vom "Allerheiligsten", von unzähligen Kerzen und Lichtern, die Straßen der Altstadt sind festlich geschmückt, auf die Zuschauer wartet ein heimeliges Gefühl von Stille und Faszination. Die Triumphbögen, welche den Verlauf der Prozession markieren, wurden um die Jahrhundertwende von Pottensteiner Bürgern gestiftet und von einheimischen Handwerkern gefertigt.
Der Brauch des "Lichterfestes", des Abbrennens der Bergfeuer lässt sich historisch gesichert bis ins Jahr 1905 zurückdatieren. Damals wurde das Fest der Heiligen Drei Könige und der Tag zuvor (5. und 6.Januar) als Tag der Ewigen Anbetung in Pottenstein festgelegt. Das Fest der Ewigen Anbetung an sich geht allerdings bis auf das Jahr 1759 zurück.
In der "Wachter-Chronik" heißt es dazu: "Die zehnstündige Anbetung, welche Bischof Adam Friedrich (Erzbischof von Bamberg, der Verf.) anordnete, begann für Pottenstein am Patronatsfeste, dem Tag des Hl. Bartholomäus, am 24.August ...". Ursprünglich dauerte diese "große" Anbetung fünf Tage lang. In dieser Zeit war Pottenstein noch Ziel zahlreicher  Wallfahrten. Auch für das diesjährige Fest sind bereits mehrere Tage und Wochen vorher wieder zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz, um diesen winterlichen Höhepunkt im Jahreslauf-Brauchtum der Fränkischen Schweiz vorzubereiten. Die ca. 1.000 Feuerstellen werden zum Anzünden bereit gemacht, wofür ungefähr 80 Kubikmeter Brennholz benötigt werden, die "Feuerles-Schürer" werden eingeteilt u.v.m.
Die Gesamtorganisation liegt in Händen der Stadt Pottenstein, ehrenamtliche Helfer werden mit Zuschüssen und Spenden seitens der Stadt und der heimischen Geschäftswelt unterstützt. Während der Feststunden übernehmen Feuerwehr, Polizei und örtliche Vereine innerhalb und außerhalb des Felsenstädtchens die Verkehrsregelung. Die Altstadt ist ab ca. 15.00 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Durch diverse Parksonderregelungen wird gewährleistet, dass ausreichend Parkmöglichkeiten für PKW und Busse zur Verfügung stehen. Für das leibliche Wohl der Besucher ist in Pottenstein natürlich bestens gesorgt.

Weitere Auskünfte, Gruppenarrangements, allgemeine Informationen, Prospekte etc. erhalten Sie gerne über die
Kurverwaltung Pottenstein
Forchheimer Str. 1
91278 Pottenstein
Tel. 09243/708-41 od. 708-42

Lichterfest mit Ewiger Anbetung in Oberailsfeld im Ahorntal

Lichterfest Volsbach , Foto: Thomas Weichert
Lichterfest Volsbach , Foto: Thomas Weichert

jedes Jahr am 20.12. ab 19 Uhr in Oberailsfeld

Dabei werden die Berghänge rund um das Dorf in ein phantastisches Licht getaucht; zahllose Holzfeuer sorgen für eine weihnachtliche Stimmung. Inzwischen hat sich dieses religiöse Fest dank des auf Brauchtumspflege ausgerichteten Vereins "900 Jahre Oberailsfeld" weit herumgesprochen. Alljährlich werden es immer mehr Besucher, die die Illumination der Berghänge miterleben wollen. Eingeführt wurde der alte Brauch erstmals wieder 1985, damals noch mit selbst gebastelten Fackeln und noch weit weniger Feuern, wie sich einer der Männer erinnert. Heute sind es rund 100 Holzfeuer die rund um den Ort herum in den Hängen aufgeschlichtet werden. Hier will man den religiösen Kern des Kirchenfestes erhalten. Der Glaube steht im Mittelpunkt und daher sucht man auch vergeblich nach Verkaufsbuden oder Bratwurst- und Glühweinständen.

Begonnen wird der Bettag bereits um 9 Uhr mit dem "Aussetzungsamt", danach folgen stündlich Andachten für die Orte Köttweinsdorf, Zauppenberg, Oberailsfeld, Eichenbirkig, Hungenberg, Pfaffenberg, Kirchahorn und Unterailsfeld sowie für die Kranken und Verstorbenen. Betschluss ist dann gegen 19 Uhr und die Prozession wird sich etwa um 19.30 Uhr in Bewegung setzen. Wie die älteren Oberailsfelder noch zu berichten wissen, gab es die Feuer an den Berghängen bereits in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im Dritten Reich war der Brauch verboten und danach wurden die Feuerstellen wegen der Verbuschung der Hänge auf rund 15 reduziert.

Ewige Anbetung in Nankendorf bei Waischenfeld

Ewige Anbetung, Lichterzauber & Lichterprozession in Nankendorf

Bis Silvester ist es zwar noch etwas hin, doch in dem Waischenfelder Ortsteil Nankendorf denken die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr fast an nichts anderes mehr. Denn pünktlich am späten Silvesternachmittag müssen bei der Prozession zur Ewigen Anbetung rund 5000 Lichter – davon 3000 Wachslichter - rund um die Hänge sowie am Wiesentufer brennen. Nicht nur dies ist eine schweißtreibende Arbeit, sondern bereits das Gießen der Wachslichter, dass in diesen Tagen bereits von zahlreichen Helfern erledigt wurde. Rund 5000 Schaulustige die auch mit Bussen sogar aus ganz Deutschland nach Nankendorf kommen, werden auch an Silvester 2005 hier wieder erwartet. Grund für unsere Redaktion einmal bei der Vorbereitung hinter die Kulissen zu blicken und das Kirchenfest näher zu beleuchten.
Schon das ganze Jahr über haben die Nankendorfer Haushalte fleißig Wachreste gesammelt, der größte Teil sind aber das Tropfwachs und die Kerzenreste aus der Basilika in Gößweinstein. Um 3000 solcher Wachslichter herzustellen werden etwa 20 Zentner Kerzenwachs benötigt, dies sind rund 40 Säcke voll die das Jahr über gefüllt werden müssen. Die Blechbüchsen sind meist noch von den Vorjahren vorhanden, es kommen aber auch wieder neue hinzu. Auch ausgebrannte Friedhofsschalen dienen als Wachsbehälter. Neben dem Rohstoff Wachs ist die zweite Komponente einer „Blechdosenkerze“ der Docht, der aus alten Teppichresten oder einer speziellen Sorte von Putzlappen geschnitten wird. So weit zu den Vorbereitungen. Nun galt es dieser Tage, die 3000 Wachskerzen aus dem gesammelten Material herzustellen. Unter der Leitung von Werner Bischoff trafen sich dazu die Feuerwehrleute und die Kinder der Dorfjugend am Nankendorfer Feuerwehrgerätehaus. Zunächst wird am Flussufer der Wiesent ein großes Lagerfeuer entzündet auf dem das Wachs in einem riesigen Kessel erhitzt werden kann. Ist das Wachs flüssig wird es mit eigens konstruierten Schöpfkellen in Blecheimer geschüttet um dort etwas abzukühlen. In der Zwischenzeit sind die Dochte in Wachs getaucht und die erste Reihe der Blechbüchsen wurde zum Befüllen aufgestellt. Jetzt muss alles sehr schnell gehen, da das Wachs ja nur in flüssiger Form in die Blechbehälter gegossen werden kann. Besonders die Dorfkinder haben jedes Jahr ihre helle Freude, wenn sie bei der Produktion mithelfen dürfen. Ist das Wachs in die Blechbüchsen gegossen und erkaltet, so können diese in Pappkartons verpackt und bis kurz vor Silvester gelagert werden. Ortschronist Kurt Neuner weis zu berichten, dass die vielen Tausend Lichter – neben den Wachskerzen noch weitere Tausende Lichter aus Holzfeuern sowie bengalischen Lichtern und in der Zwischenzeit auch elektrischen Lichtern – zum Beschluss der ewigen Anbetung schon in den 20-ger Jahren des vorigen Jahrhunderts abgerannt wurden, auf jeden Fall aber seit 1927 als Nankendorf zur Kuratie erhoben wurde. Damals wie heute beteiligen sich alle örtlichen Vereine an der Schlussprozession nach Beendigung des Gottesdienstes in dem sie hinter dem Allerheiligsten durch den festlich beleuchteten Ort ziehen. Besonders eindrucksvoll ist dabei, dass sich viele Tausend Lichter auch in der Wiesent widerspiegeln die Nankendorf in zwei Hälften teilt. Ausgangs- und Endpunkt der Prozession ist die heutige Nankendorfer Pfarrkirche die in den Jahren 1746 bis 1748 vom Waischenfelder Baumeister Wencelaus Schweßinger (ein Vorfahre von Altbürgermeister Hans Schweßinger) erbaut wurde. Auch wenn an Silvester weit über 1000 Schaulustige nach Nankendorf kommen um die „Lichterprozession“ zu sehen, gibt es dort noch keine kommerzielle Vermarktung des Anbetungsschlusses. Vergeblich wird man daher auch Glühweinstände oder Bratwurstbuden, wie beispielsweise in Pottenstein, suchen und im letzten Jahr wurden gerade einmal sechs Reisebusse gezählt. Dennoch muss die Organisation mit rund 100 Helfern, auch aus der Nachbarortschaft Löhlitz, wie am Schnürchen klappen um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Bereits in den Tagen nach Weihnachten müssen die Holzstöße auf den Bergen und Hängen rund um den Ort aufgeschlichtet und an eher unzugänglichen Stellen die Wachskerzen postiert werden. Manchmal kein einfaches unterfangen, besonders dann nicht wenn bereits Schnee liegt. Bei starken Schneefällen sind dann sogar oft Seilschaften notwendig geworden um sich gegenseitig abzusichern. Wie gewohnt wird auch heuer wieder der Glockenklang am Spätnachmittag des 31. Dezembers den Beginn der Abschlussprozession – den die Einheimischen auch „Beschluss“ nennen – angekündigt werden. Heute ist es wegen der motorisierten Welt dabei schon Tradition, dass auch viele Besucher von weither nach Nankendorf kommen um an diesem seltenen Ereignis teilhaben zu können. In Nankendorf ist der Silvestertag nicht nur der Tag der Abschlussprozession der Ewigen Anbetung, sondern auch der Höhepunkt des Kirchenjahres.
 

Ewige Anbetung Obertrubach

Ewige Anbetung in Obertrubach - alljährliches "Lichterfest" am 3. Januar

Jedes Jahr am 3. Januar feiert die Kirchengemeinde Obertrubach ihren traditionellen Beschluss der Ewigen Anbetung.
Die "ewige Anbetung" wurde von Fürstbischof von Seinsheim als wichtige Neuerung in seiner Amtszeit 1757 - 1779 für das Bistum Bamberg eingeführt. Jeden Tag (mancherorts auch mehrere Tage) sollten in einer der Kirchengemeinden des Bistums Bamberg Tage des Gebetes abgehalten werden. Der Fürstbischof versprach sich davon eine Hebung des religiösen Lebens! 
Für Obertrubach wurde die "Ewige Anbetung" auf den 2. und 3. Januar eines jeden Jahres festgelegt und wird bis zum heutigen Tag begangen. Morgens um 8.00 Uhr beginnen die stündlichen Betstunden, die dann um 17.00 Uhr ihren Abschluss finden.

Am 3. Januar nach der letzten Betstunde (17.00 Uhr) findet die feierliche Schlussprozession statt, die von vielen Gläubigen begleitet wird. Die Prozession zieht mit dem Allerheiligsten durch den Ort Obertrubach, dessen Häuser zu Ehren Gottes festlich, zum Teil  mit religiösen Motiven, geschmückt sind. Entlang des  Prozessionsweges werden auf den umliegenden Felshängen eine große Anzahl von Feuern abgebrannt.
Der Prozessionsweg wird von Besuchern und Gästen aus nah und fern gesäumt. Sie lassen sich vom Lichterzauber der Feuer rings auf den Hängen um Obertrubach verzaubern.

Die Bürger des Ortes Obertrubach sind bereits Tage zuvor im Einsatz, um dieses kirchliche Brauchtumsfest und vor allem die vielen Feuer, vorzubereiten. Dieses kirchliche Brauchtumsfest wird in dieser Form nur noch in Pottenstein, Oberailsfeld und Nankendorf abgehalten.
Während der Feststunden übernehmen Feuerwehr und örtliche Vereine die Verkehrsregelung. Der Ort ist ab ca. 16.00 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. 

Für das leibliche Wohl der Besucher ist in den Gaststätten des Ortes Obertrubach und der Umgebung bestens gesorgt.

Lichterfeste in der Fränkischen Schweiz - Beschluß der Ewigen Anbetung

Die traditionellen Lichterfeste mit dem Beschluß der Ewigen Anbetung locken jedes Jahr tausende Besucher in die weihnachtliche Fränkische Schweiz.

Lassen Sie sich verzaubern!

Weitere Termine der Ewigen Anbetung in der Fränkischen Schweiz:

Ebermannstadt,
25.11. Fest der ewigen Anbetung in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Von 8 – 18 Uhr Betstunden und stille Anbetung sowie Abschlussandacht. Im Anschluss daran Lichterprozession von der Stadtpfarrkirche durch die Hauptstraße zum Marktplatz und zur Stadtpfarrkirche zurück. Die Häuserfront ist während der Prozession mit Kerzen festlich beleuchtet, die Stadtbeleuchtung wird ausgeschaltet. Weitere Infos: Touristinformation, Tel.: 09194/50640

Volsbach im Ahorntal,
21.12. - 17 Uhr. Abschluss der Ewigen Anbetung, ebenfalls mit einer Lichterprozession durch das Dorf.  Infotel.: 09202/200

Susanne Anker

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