Kultur in der Fränkischen Schweiz

Brauchtum in der Fränkischen Schweiz

Susanne Anker

Erstellt | Geändert

Brauchtum in der Fränkischen Schweiz

Die herrlich geschmückten Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz.

Der Brauchtum und die Tradition lebt!
Das kann man in der Fränkischen Schweiz mit Fug und Recht behaupten.

In vielen Orten und Gemeinden in der Fränkischen Schweiz werden die alten Sitten und das Brauchtum sehr gepflegt.

Neben dem Osterbrunnenschmücken zählt auch das "Raschpeln" zur alten Tradition.

Kommen Sie zu uns in die Fränkische Schweiz und erleben Sie Brauchtum und Tradition pur.

Adventskalender

Der Forchheimer Adventskalender.


Es weihnachtet sehr in Forchheim
Der schönste Adventskalender der Welt verkürzt die Wartezeit im Advent

Forchheim. Engel auf Erden, die gibt es tatsächlich - auf dem romantischen Weihnachtsmarkt in Forchheim verkünden auch heuer wieder drei Engel – heuer sind es Stefanie, Aileen und Carina - ihre frohe vorweihnachtliche Botschaft. Die spätmittelalterlichen Fachwerkfassade des Forchheimer Rathauses bildet hier die einzigartige Kulisse zum „schönsten Adventskalender der Welt“.

Zu seinen Füßen aber verwandelt sich der historische Rathausplatz von 11.30 bis 20 Uhr in einen duftenden und funkelnden Ort. Zwischen den festlich geschmückten Holzständen haben Einkaufsstreß und Vorweihnachtshektik keinen Zutritt, denn der Forchheimer Advent präsentiert sich noch richtig besinnlich: Eingehüllt in den Duft von Glühwein, fränkischem Lebkuchen und Bratwürsten bestaunt der Besucher das bunte Treiben. Das Nostalgie-Karussell entführt die kleinen Fahrgäste in eine eigene Traumwelt. Traditionelle Weihnachtsmusik und Unterhaltung lokaler und regionaler Gruppen sorgen ab 17.30 Uhr für stimmungsvolle Momente.

Während die einen sich an den kulinarischen Köstlichkeiten laben, sind andere fasziniert von kleineren und größeren Geschenkideen, die in den festlich geschmückten Buden zu finden sind. Traditionelle oberfränkische Handwerker bieten in den gotischen Rathaushallen ihre Schätze an: Mundgeblasene Weihnachtskugeln, Gedrechseltes, Körbe, Intarsien und Ikonen und vieles mehr. Außerdem findet am ersten Adventswochendene im Rathaussaal die Ausstellung „Kunst in Forchheim“ statt. Am zweiten Adventswochenende kann der Besucher originelle und ausgefallene Objekte auf der Künstlerweihnacht im Innenhof der Kaiserpfalz erwerben.

Bereits am ersten Dezember wird das erste Fenster des lebendigen Adventskalenders geöffnet, ein Engel verkündet pünktlich um 18.30 Uhr den Menschen seine vorweihnachtliche Botschaft. Die Erwartung der Besucher gilt der Verlosung, denn mit dem „Fensterchen“ geht es jeden Abend auch um einen attraktiven Preis im Wert von mindestens 250 Euro. Die Spannung erreicht am Heiligabend ihren Höhepunkt, wenn sich um 12.00 Uhr das Rathaustor auftut und als Hauptgewinn ein Auto präsentiert wird. Wenn an diesem Tag der Engel feierlich die große Truhe öffnet, sind nochmals alle gekauften Lose im Spiel…
Um 18.45 Uhr beschließt wie jedes Jahr der Nachtwächter den Weihnachtsmarkt.

Besonders an die Kinder haben die Forchheimer gedacht: Die Kleinen können sich auf die Himmelswerkstatt, das Kindertheater, den Zauberer, die Reitbahn und das Basteln in der Bücherei freuen. Täglich gibt es nach dem Auftritt des Nachwächters auch eine kleine Überraschung für die Kinder. Am 6. Dezember stehen die Chancen gut, dem Nikolaus persönlich zu begegnen.

Ins Träumen bringen sollen Groß und Klein die Ausstellungen in der Kaiserpfalz: Die Eisenbahn fährt hier ihre Runden. Das Spielzeugmuseum Gößweinstein zeigt „Puppenstuben aus alter Zeit“. Natürlich gibt es wieder eine Spiel- und Bastelecke.

Wer frische Luft braucht, kann anschließend mit der Pferdekutsche durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt fahren. Nicht entgehen lassen sollten sich selbst alteingesessene Forchheimer den „Forchheimer Krippenweg“: Jedes Jahr wieder ein Erlebnis ist der Spaziergang zu den schönsten Krippen der Altstadt: St. Martin, Marien-Kapelle, Katharinenspital und Klosterkirche St. Anton und die lebende Krippe im Graben der Kaiserpfalz. Wirklich einmalig ist das liebevoll so genannte „Fuchsenkrippala“, ein kleines Wunderwerk, 1892 bis 1895 als bewegliche fränkische Krippe von einem einheimischen Vergoldemeister erbaut.

An Romantik und himmlischer Stimmung mangelt es in Forchheim jedenfalls nicht. Also, warm anziehen und raus mit Euch!

Krippe von St. Anton in Forchheim.

Brauchtum in Ebermannstadt

Brauchtum und Kultur

Heimatmuseum, Kleinkunstabende, Konzertreihen, Open Air-Aufführungen, Kirchweihen und Märkte – ein so reichhaltiges und abwechslungsreiches kulturelles Angebot können sicherlich nicht viele Kleinstädte in Deutschland vorweisen. Und so öffnet sich das Schatzkästchen Fränkische Schweiz jedem auf seine besondere Weise.

Zu einem wahren Publikumsrenner hat sich zum Beispiel das Programm „Comedy auf’m Dorf“ entwickelt. Schon seit mehr als zehn Jahren laden engagierte Gasseldorfer namhafte Größen des fränkischen und bayerischen Kabaretts nach Ebermannstadt und Gasseldorf ein – und das Publikum dankt es ihnen mit wahren Begeisterungsstürmen.

Wem der Sinn weniger nach Musik und Theater steht, dessen Wissensdurst wird sicher bei den Vortragsreihen des Kulturkreises Ebermannstadt gestillt. Auf dem Programm stehen Vorträge zu medizinischen, technischen, kunsthistorischen und historischen Themen sowie dem aktuellen Zeitgeschehen.
Langeweile? Doch nicht in Ebermannstadt!

Das ganze Jahr ist unser Veranstaltungskalender prall gefüllt mit Märkten, Kirchweihen, Backofenfesten, Ortsfesten sowie den hohen kirchlichen Festen, die noch in alter Tradition stattfinden. Diese vielfältigen Festivitäten reihen sich nahtlos aneinander und locken auch viele Besucher aus Nah und Fern in unsere Stadt.

Fasching

"EBS aha!" - Auch in Ebermannstadt ist der Fasching zu Hause.
Dafür sorgt seit fast 60 Jahren der Elferrat der Stadt Ebermannstadt und seine Garden.Egal ob Prunksitzung, Faschingsball, Kinderfasching, Lachparade oder Faschingsumzug - die 5. Jahreszeit wird ausgiebig gefeiert.
Aber Vorsicht, am Aschermittwoch ist alles vorbei!
Weitere Infos zum Elferrat der Stadt Ebermannstadt unter www.elferrat.ebermannstadt.de

Historischer Markt

- der besondere Markt für die ganze Familie
Das Untere Scheunenviertel, Am Kirchenwehr, wird am 16. Juni von 10 bis 18 Uhr zur Kulisse für den 17. Historischen Markt.
Das präsentierte Warenangebot umfasst u. a.:
Schmuckdesign, Glaskunst, Teddybären, Holzspielsachen, Hüte und Schals, Hauben und Tracht, Korbflechtarbeiten, Heubinden, lebende Werkstatt Geigenbau, Keramik und Töpferei, Filzwaren mit Hüten und Taschen, Schiefertafeln und Holzschulbänke, Metall- und Keramikobjekte, Drechselarbeiten, Naturseife, Holzophon und Didgeridoo, „Alles rund ums Seil", Bogenschießen und vieles Mehr.
Unter anderem ist auch ein Scherenschleifer vor Ort und freut sich auf ausreichend Material, um sein Handwerk auszuüben. Außerdem gibt es frische Küchla der Wolkensteiner Küchlabäcker, Honig, Pomme-Royale Verkostung, Dinkelfladen, Kaffee und Kuchen, Gegrilltes und Getränke.

Die Besucher dürfen sich auch auf musikalische Darbietungen des Akkordeonensembles der Musikschule Ebermannstadt und der „Ebermannstädter Pfeifen" freuen.

Etwas Besonderes ist die Präsentation von Aaglander (der ersten mechanischen angetriebenen Kutsche seit über einhundert Jahren) – dem Luxus der Langsamkeit. Nach Möglichkeit werden kurze Ausfahrten angeboten.

Wo das geschäftliche Leben des kleinen Städtchens pulsiert, können alle Kundenwünsche erfüllt werden. Ein breit gefächertes Warenangebot und individuelle Dienstleistungen in den Läden mit den hübsch dekorierten Schaufenstern garantieren viel Spaß beim Shopping.

Kirchweihen - Kirchweihtermine

Hier im Herzen der Fränkischen Schweiz ist die Kirchweih bzw. die Kerwa eine wichtige Institution im Veranstaltungsjahr. Die Kärwaboum und Kärwamadla tragen das Fest, dass zumeist von Freitag bis Montag andauert, organisatorisch und erhalten Bräuche wie das Kerwabaumaufstellen, den Betzn austanzen und die Kerwa aus- bzw. einzugraben, am Leben.
Wann? -   Wo?
Mai (2. Wochenende)    Rüssenbach
Mai (3. Wochenende)    Wohlmuthshüll
Mai (4. Wochenende)    Burggaillenreuth
Juni (4. Wochenende)    Moggast
Juli (1. Wochenende)    Gasseldorf
Juli (2. Wochenende)    Windischgaillenreuth
Juli (3. Wochenende)    Niedermirsberg
August (1. Wochenende)    Neuses-Poxstall
September (2. Wochenende)    Ebermannstadt
Oktober (3. Wochenende)    Breitenbach

Museumsbahn - Dampfbahn

Auch ohne Auto ist Ebermannstadt mit der Bahn über Forchheim im Stundentakt gut zu erreichen.

Für alle großen und kleinen Eisenbahnbegeisterte ist eine Fahrt mit den historischen Zügen der Museumsbahn Ebermannstadt – Behringersmühle ein Erlebnis. Um 10 und 14 Uhr startet der Dampfzug und um 16 Uhr eine historische Diesellok in Ebermannstadt. Die Rückfahrt ab Behringersmühle ist um 11, 15 und 17 Uhr. Weitere Infos unter www.dfs.ebermannstadt.de.

An diesem Tag kann ein Blick hinter die Kulissen der Dampfbahn geworfen werden. Die Lokschuppenführung durch den Betriebshof der Museumsbahn beginnt um 13:00 Uhr.
Schautag für Elektrofahrzeuge auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Ebermannstadt

Osterbrunnen

Der alte Brauch des Osterbrunnenschmückens wird seit mehr als 100 Jahren in der Fränkischen Schweiz durchgeführt.

Hauptgrund für das Schmücken der Brunnen und Quellen zur Osterzeit ist die Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben schlechthin - vor allem für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Schweiz.

Eine zeitliche Fixierung des Osterbrunnenschmückens ist nicht genau möglich. Mündliche Überlieferungen datieren den Brauch in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück.  Das Schmücken des Osterbrunnens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem so genannten "Brunnen fegen". Übten diese Tätigkeit früher nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die den Brunnen schmückenden Frauen oder deren Ehemänner, meistens im (Fränkische Schweiz-) Verein organisiert. Danach wird der Brunnen geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom "Brunnen putzen". Als Schmuck dienen ausgeblasene und das Jahr über gesammelte komplette Eierschalen, die einfarbig oder auch künstlerisch bemalt oder verziert sind. Zum Schmuck des Brunnens gehören weiterhin einzelne oder büschelweise gebundene Papierbänder, die so genannten "Pensala" und Girlanden aus Fichtenzweigen, um den Brunnen gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten. In vielen Orten ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Osterbrunnen.

Dieser Brauch wird auch im Stadtgebiet Ebermannstadt gepflegt.

Das Fosalecken

Das Fosalecken, Winteraustreiben in Effeltrich
Jährlich am Faschingssonntag findet das Fosalecken statt, ein alter Brauch bei dem der Winter, in Form von Strohbären vertrieben wird.

Anfangs werden die Bären durch Effeltrich (Fränkische Schweiz) getrieben, um sie dann zu verbrennen. Beim Anzünden des "Winters" stecken natürlich keine Personen mehr in den Stroh-Bären.

Vor und während des symbolischen Verbrennens des Winters tanzen die Burschen mit ihren Mädchen um die Bären bzw. um das Feuer herum.
Der Brauch ist sehr alt und stammt noch aus vorchristlichen Zeiten, auch wenn der Begriff Fosalecken oder Fasalecken nicht verbreitet ist, kennt doch jeder die Fastnacht.

Quelle: Kult-Urzeit.com

Trachten-Brauchtum in Effeltrich

Trachten-Brauchtum in Effeltrich
Trachten-Festumzug in Effeltrich ..

Schon seit sehr langer Zeit pflegen die Effeltricher die malerischen Trachten, so daß ihre Trachteninsel weithin bekannt ist.
Nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch werktags sieht man viele Frauen in der Tracht einhergehen, während die Männer ihre Montur nur noch bei besonderen kirchlichen Feiern, ferner bei Heimat- und Trachtenfesten anziehen. Wir unterscheiden die Festtracht, die Sonntagstracht, die Kirchweihtracht und die Werktagstracht.
Die Prozessionen am Fronleichnamstag und am Ostermontag zu Ehren des Kirchenpatrons Georg sind sehr feierlich und besitzen stets eine besondere Anziehungskraft für Fremde. Viele Reiter aus der näheren und weiteren Umgebung beteiligen sich mit ihren Pferden am traditionellen Georgsritt. Hoch zu Roß reitet der Pfarrer an der Spitze des stattlichen Zuges. 1984 beteiligten sich 210 Pferde am 50. Georgsritt seit der Wiedereinführung.
Wir können die schönen Festtagstrachten bewundern und sind besonders begeistert von den herrlichen Brautkronen, die von den jungen Mädchen mit edler Würde getragen werden.

Georgi-Ritt

Georgiritt ist die Bezeichnung für Pferdewallfahrten zu Ehren des Heiligen Georg, die meist auf jahrhundertalte Traditionen zurückgehen. Sie finden alljährlich in verschiedenen Orten, insbesondere in Bayern und im Salzburger Land statt.

Effeltrich in der Fränkischen Schweiz ist bekannt für sein lebendiges Brauchtum. Der wichtigste und bekannteste ist der Georgiritt, bei dem an jedem Ostermontag der Kirchenpatron geehrt wird. In einem farbenprächtigen Zug werden Pferde aus der Umgebung durch das Dorf und an der Kirchenfestung vorbeigeführt, allen voran der Pfarrer hoch zu Ross.
Früher kamen die Bauern mit ihren Ackergäulen, heute sind es die Reitervereine mit ihren großen und kleinen Mitgliedern, die beim Georgi-Ritt durch Effeltrich ziehen.

In Effeltrich, der "Apfelreichen", ist der Heilige Georg übrigens so beliebt, dass noch heute der Vorname Georg überdurchschnittlich häufig vergeben wird.

Genaueres können Sie bei der Pfarrei Sankt Georg nachlesen!

Krippenweg

Krippe des Katharinenspitals in Forchheim.

Stadtpfarrkirche St.Martin
Orientalische Krippendarstellung; in der Fläche die größte der Forchheimer Krippen. Diese Krippe wird nach Jahrzehnten wieder aufgestellt, die holzgeschnitzten beweglichen Figuren stammen wahrscheinlich aus der Barockzeit. Die Figuren wurden von Damen des Kath. Frauenbundes nach den alten Vorgaben neu eingekleidet, die Kulisse malte Herr Müller, Kirchehrenbach, den Aufbau besorgten Herr Hans Friedrich, Walter Heinrich und Mesner Thomas Neidhart.

Die Fuchsenkrippe
Kapellenstr.2
Mechanische fränkische Krippe mit Forchheimer Zitat (Nachbildung Frechshaus auf der linken Seite der Szenerie). Erbaut vom Vergoldermeister Georg Fuchs aus Forchheim 1892-95, sein Sohn Heinrich verfeinerte die Mechanik und entwickelte eine Technik für komplizierte Bewegungsabläfe. Antrieb zunächst mit zwei Räderwerken von Kirchturmuhren, später mit Gleichstrommotoren. Seit 1933 ist die Krippe fest installiert und für die Öffentlichkeit zugänglich; Umbau durch Karl Fuchs, der durch Selengleichrichter den Betrieb der alten Gleichstrommotoren mit Wechselstrom aufrecht erhielt. 1975 Instandsetzung auf damaliges technisches Niveau durch Andreas Fuchs, nach seinem Tod 1991 zunächst Schließung der Krippe, die 1994 von der Stadt Forchheim übernommen und wieder eröffnet wurde.
Öffnungszeiten:
28. November bis 6. Januar
Mo.-Fr. 13.00-19.00 Uhr, Sa., So., Feiertage 10.00-19.00 Uhr
Hl. Abend, Silvester 10.00-14.00 Uhr

Kapelle St.-Katharinen-Spital
Bamberger Str.1
Die Präsentation der Krippe in diesem Kirchlein ist bereits für die Zeit vor mehr als 200 Jahren belegt, doch gilt jene seit dem frühen 19. Jahrhundert als verschollen, vielleicht in Zusammenhang mit dem Krippenverbot von 1803. Als Treuhänderin des Spitals erstand die Stadt Forchheim 1850 vom Bamberger Kaufmann F. Dinkel die jetzige Krippe für 13 Gulden, mit größeren Reparaturen wurde 1871 und 1879 der Kunstschreiner Fuchs beauftragt; elektrische Illumination seit 1907. Mechanische Krippe mit 5 (ursprünglich 11) beweglichen Figuren im orientalischen Stil (allerdings abendländische Kirche). In Advents- und Weihnachtszeit sind 6 verschiedene Darstellungen zu sehen: Verkündigung Mariens, Geburt Christi (ab 24.12.), die hl. drei König (ab 6.1.), Hochzeit zu Kanaan (ab 18.1.), Maria Lichtmeß (ab 2.2.) und Die Arbeit (ab 8.2.).

Klosterkirche St.Anton
(Sebastiani-Altar)
Eine der schönsten Krippen in den Forchheimer Kirchen vor großzügigem Bethlehem-Panorama, das 1975 von Richard Fleischmann aus Nürnberg angefertigt wurde. Die Figuren stammen aus dem Württembergischen, ihre Köpfe und Hände sind aus bemaltem gebrannten Ton gefertigt, die Bekleidung besteht aus kaschierter, leimverstärkter Leinwand. Die Klosterkrippe besticht durch plastische Wirkung sowie inhaltliche und ästhetische Harmonie, die mit warmem Licht noch unterstrichen werden. Ein originalgetreu nachgebautes Beduinenzelt, dürftige Bäume aus Wacholderästen, spärlich verlegtes Moos, Schafe auf steinigen Hängen und die Höhlenkrippe vermitteln das Lokalkolorit des Heiligen Landes. Wechsel der Szenarien (Geburt Christi, Anbetung durch die hl. drei Könige) im Verlauf der Präsentation.
(nach FT vom 5.1.1983)

Marienkapelle
50m hinter der Fuchsenkrippe
Fränkische Krippendarstellung; als Kulisse wurden von Hans Friedrich und Walter Heinrich maßstabsgetreu das Forchheimer Rathaus sowie das Frechs- und Streitshaus gebaut. Das Weihnachtswunder geschieht auf dem Rathausplatz, umgeben vom bunten Treiben des Marktes. Die fränkische Tracht der Figuren wurden von Sr. Fulgentina (Mallerdorfer Schwester), ehemals im Katharinenspital und vom Kath. Frauenbund St. Martin geschneidert.
Öffnungszeiten:
1. Dezember bis 6. Januar täglich 11.30 bis 19.00 Uhr

Kürbisfest Muggendorf

Alljährlich findet in Muggendorf im malerischen Wiesenttal am ersten Wochenende im Oktober das Kürbis- und Erntedankfest statt. 2015 fällt das Fest auf das Wochenende vom 2. bis 4. Oktober.
Für das ganze Wochenende wird mitten im Ort ein Festzelt aufgestellt und ein buntes Programm geplant, das neben den Einheimischen auch Besucher von nah und fern nach Muggendorf lockt. Dieses Jahr lädt die Gemeinde am Freitag, 2. Oktober zum Beat-Abend ein. Am Samstagabend steht ein fränkischer Heimatabend mit musikalischer Untermalung auf dem Programm. Das eigentliche Kürbisfest folgt am Sonntag, 4. Oktober 2015. Auf dem Programm stehen zwei Festumzüge sowie das feierliche Entzünden des Erntefeuers.

Zur Mittagszeit werden in einem feierlichen Gottesdienst die Erntegaben sowie die Erntekrone geweiht, bevor um 13:40 Uhr der Erntefestzug beginnt. Dieser Zug aus zahlreichen Verbänden, Trachtenvereinen und Blaskapellen zieht durch den ganzen Ort und bietet ein sehenswertes Spektakel für Jung und Alt. Die Mitwirkenden präsentieren historische Erntegeräte wie beispielsweise Dreschflegel oder alte Traktoren sowie regionale Ernteprodukte wie Getreide, Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, Birnen und vieles mehr. Die Erntegaben werden während des Kürbisfestes auch an die Besucher verkauft. Wer regional angebaute, frische Zwiebeln, Karotten, Walnüsse, Kartoffeln, Kürbisse, rote Beete oder vieles mehr probieren möchte, sollte hier also unbedingt zuschlagen.
Am Sonntagnachmittag laden die Muggendorfer Vereine alle Besucher herzlich zu Grillspezialitäten, Getränken sowie Kaffee und Kuchen im Festzelt ein. Musikalisch untermalt wird der Nachmittag von den Hohenmirsberger Juramusikanten.
Zur Dämmerung wird nach festlichen Ansprachen von Dekan Günther Werner und Bürgermeister Helmut Taut das Erntefeuer festlich entzündet.
Um etwa 19 Uhr beginnt der zweite Festzug: der Kürbiszug. Schon Wochen vorher bereiten die Schüler der Grundschule Wiesenttal in Muggendorf diesen Umzug vor und höhlen Kürbisse aus, welche sie anschließend kunstvoll bemalen und verzieren. Am Sonntagnachmittag ziehen sie stolz mit ihren beleuchteten Kürbissen durch Muggendorf. Nach dem Umzug winkt den Kindern eine süße Belohnung. Zum krönenden Abschluss des Kürbisfestes und des ganzen Wochenendes wird am Rathaus ein Feuerwerk entzündet.

Bereits in vorchristlicher Zeit feierten Menschen in Nordeuropa oder im Römischen Reich Erntefeste. In der christlichen Kultur sind Erntedankfeste, mit welchen gläubige Christen Gott für die Gaben der Ernte im Herbst danken, bereits seit dem dritten Jahrhundert nach Christus bekannt. Aufgrund unterschiedlicher Erntetermine in verschiedenen Klimazonen und aufgrund von Wetterunterschieden gab es lange Zeit keinen einheitlichen Termin für die Feierlichkeiten zur Ernte. Etwa seit dem 18. Jahrhundert fällt das Fest einheitlich auf den Michaelistag, wird aber zumeist auf den ersten Sonntag nach diesem Feiertag, den ersten Sonntag im Oktober, verlegt. Bekannte Bräuche zum Erntedankfest in Franken sind das Flechten einer Erntekrone, das Entzünden eines Erntefeuers sowie die Segnung der Erntegaben in einem feierlichen Gottesdienst. Das Fest soll vor allem daran erinnern, dass nicht die Menschen alleine es in der Hand haben, ob und wie eine Ernte gedeiht und ob genug Nahrung für alle zur Verfügung steht.

Text: Christin Förster

Hier können Sie auf Facebook alle Bilder des Kürbisfestes in Muggendorf von 2012 anschauen.

Schofmelkerkerwa in Kühlenfels bei Pottenstein

Schofmelkerkerwa Kühlenfels – Ein einzigartiger Brauch in der Gemeinde Pottenstein in der Fränkischen Schweiz

Kirchweih, im Volksmund auch "Kerwa" oder "Kirwa" genannt, hat in der Fränkischen Schweiz eine schon Jahrhunderte alte Tradition und gehört in jedem noch so kleinen Ort mit einer Kirche oder Kapelle zum festen Bestandteil der Brauchtumspflege im Jahreslauf. So auch in Kühlenfels, einem Ortsteil der Stadt Pottenstein, wo alljährlich eine der größten Kirchweihen in der Fränkischen Schweiz mit jährlich Tausenden von Besuchern über fünf Tage hinweg ausgelassen gefeiert wird. Höhepunkte des Kerwatreibens in Kühlenfels sind heute wie damals der traditionelle "Schofmelkerumzug" der Kerwaburschen am Kirchweihmontag, die seit fünf Jahren durchgeführte Kirchweiholympiade am Sonntag mit Gaudiwettkämpfen und natürlich das Aufstellen der Kerwabaumes am Samstagnachmittag. 
Wann genau die "Kerwagaudi" ihren Ursprung in Kühlenfels hat, weis heute so recht niemand mehr. Der "Hausers Friedel" kann sich nach Überlieferungen aber noch erinnern, dass es schon im Jahre 1912 die sogenannten "Schofmelkerumzüge" in Kühlenfels gegeben hat. Freilich, sagt Friedrich Neuner, wie der Hauser bürgerlich heißt, waren die Umzüge am Kerwamontag zu jener Zeit schöner als er noch Kerwabursche gewesen ist. Da kamen noch mindestens 1000 Leute nach Kühlenfels um am Montagnachmittag das Spektakel mitzuerleben. Heute hat das alles nachgelassen. Nachgelassen jedoch hat wohl nicht die Intensität früherer Zeiten. Da verkleiden sich die Kerwaburschen noch genauso wie eh und je, auch der Frühschoppen – der übrigens der längste der Welt sein soll - beginnt schon frühmorgens und dauert mindestens bis Mitternacht und die Mädchen und Frauen werden immer noch so rasiert wie in alter Zeit. Auch am Austanzen des Kerwabaumes nach dem Umzug hat sich nichts geändert. Wie der Pottensteiner Allgemeinarzt und Sportvereinschef Dr. Franz Macht, der heute einer der Hauptakteure der Kirchweih ist, von der "Kerwa in Kühlenfels" zu berichten weis, geht der Name "Schoofmelker" auf die armen Bauern der Kühlenfelser Jurahochebene zurück. Die "Külmerser", so wie die Kühlenfelser im fränkischen Sprachgebrauch heißen, waren früher ganz arme Leute, die sich keine Kuh leisten konnten. Deshalb wurden die genügsameren Schafe gemolken und schon schnell hatten die Kühlenfelser in der Umgebung den Namen "Schoofmelker" weg. Wann der erste Umzug der "Schoofmelker" stattgefunden hat, weis auch der Dr. Macht nicht mehr genau. Es existieren aber noch Bilder nach dem Ersten Weltkrieg, das älteste aus dem Jahr 1918, die dieses Kirchweihtreiben belegen. Auch im Zweiten Weltkrieg stellte man den Brauch nicht etwa ein, da gibt es ebenfalls Fotos, wo der Umzug, der heute etwa zwei Kilometer lang ist, mit einem Armee Jeep gemacht wurde. "Und unser Doktor", für den die das Kerwa Non-Plus-Ultra ist, "nimmt mindestens zwei Wochen Auszeit", sagte einer der Kerwaburschen am Kirchweihmontagnachmittag beim Kerwaumzug durch das Dorf. Einer der Höhepunkte der Külmerser Schofmelker-Kerwa ist eben noch heute der traditionelle Schofmelkerumzug, bei dem nicht nur jedes eingefangene weibliche Wesen mit einer geheimen Mixtur aus Schlagsahne, Bier und anderen Zutaten rasiert wird, sondern bei dem natürlich auch das Schaf nicht fehlen darf. Dabei haben die Krewaburschen, die seit fünf Tagen unter "Strom" stehen, einen Riesenspaß mit dem toll geschmückten Kerwawagen auf dem diesmal Norbert Seybold mit dem Akkordeon und Sebastian Polster mit der Tuba für den richtigen Klang der Kerwaliedla sorgten. Fehlen bei solch einer Gaudi dürfen natürlich auch nicht die Külmerser Originale wie "Alter Mann", alias Frank Eckert und "Alte Frau", alias Manuel Speckner, sowie die beiden Schafhirten, die heuer von Raimund Zitzmann und Thomas Linke gemimt wurden. Als "Frisöre" fungierten Jörg Arnold und Daniel Wiegärtner die in der Manier früherer Bader die Gesichter der Damen wieder zum glänzen brachten. Da braucht es eben kein Make-up mehr, enthält doch der Rasierschaum angeblich genügend Proteine die der Gesichtshaut Spannkraft verleihen. Zudem kam auch keiner der Passanten umhin, einen kräftigen Schluck aus der Gieskanne der Kerwaburschen zu nehmen in dem sich ein alkoholisch-weinhaltiger Fitnesstrank befindet um auch noch den letzten Kerwatag einigermaßen zu überstehen. Durch nichts und niemanden lassen sich die Kühlenfelser ihr Kerwamontagsnachmittagsgaudium verderben. Da kommt es schon einmal vor, das ein Linienbus auf offener Straße "überfallen" wird und die darin befindlichen weiblichen Wesen zum "Rasieren" abgeschleppt werden. Der Fahrer ist machtlos, auch wenn er nach seinem Handy greift und auf die Uhr zeigt. Der Bus wird geentert und alle Autos mit weiblichen Insassen werden gekapert. Dadurch wird so regelmäßig am Kerwamontag ein Verkehrsstau in Kühlenfels verursacht gegen den selbst die Polizei machtlos wäre. Auch auf welchen Ursprung der Brauch des Rasierens der holden Weiblichkeiten zurückgeht, ist nicht mehr bekannt. Es war halt schon immer so und so wird`s auch bleiben, ist sich einer der Akteure sicher. Der Rasierschaum besteht aus einer Mischung von süßer Sahne und Bier sowie weiteren Zutaten, die nicht verraten werden. Dies soll ein Geheimrezept bleiben das lange überliefert ist. Als Rasierklinge dient den beiden mit weißen Kitteln und Strohhut bekleideten Frisören ein Holzspatel, mit dem natürlich niemand verletzt werden kann. Dieser Brauch ist einzigartig und sonst nirgends in der Fränkischen Schweiz zu finden und schon deshalb erhaltenswert. Unbedingt muss man auch einen tiefen Zug aus der 10 Liter Gießkanne nehmen, wenn man dazugehören will. Mit im Festzug befinden sich natürlich auch die "Schoofmelker" selbst. Zwei Kerwaburschen mit dem Nötigsten aus Schafwolle bekleidet laufen seit jeher angeheitert mit einem leibhaftigen "Betzen" hinter dem "Ehepaar", bei dem der Mann meist als Mohr geschwärzt ist, her. Fehlen darf bei der "Alten Frau" natürlich nicht der fränkische Huckelkorb aus Weidengeflecht und die original Fränkische Tracht, die heute noch die älteren Frauen teilweise tragen. Schade, das diese einfache Tracht im heutigen High-Tech-Zeitalter immer seltener wird, hat sie doch früher eine gewisse Gemütlich- und Urigkeit vermittelt. Einer aus dem angrenzenden Waidacher Ortsteil "Rabertshof", das gleich neben "Külmers" liegt, besteht darauf, dass auch erwähnt werden soll, dass "Rabertshof" schon immer die Kerwa in Kühlenfels mitgefeiert hat. Dies sind alles kleine Eindrücke, die man bei der Kühlenfelser Kirchweih auch am Rande mitbekommt. Die "Kerwa" jedenfalls dauert immer von Donnerstag bis Mittwoch, wobei am Mittwoch die "Kerwaleiche" in der Lindenallee ihre letzte Ruhestätte mit Bier, Schnaps und anderen einzugrabenden alkoholischen Getränken bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: "Auf geht’s zur "Külmerser Schofmelker-Kerwa", finden wird. Dr. Franz Macht ist dann zum letzten Mal aktiv. Er beerdigt als "Pfarrer" die "Kerwa in Külmers."

Töpferhandwerk in Thurnau - Die Thurnauer Töpfereien

Frau Schnauder, ems-Keramik, beim Modellieren in einer Thurnauer Töpferei.

Die Thurnauer Töpfereien
Der erste schriftliche Hinweis auf die Töpferei in Thurnau findet sich im Landbuch der Herrschaft Plassenberg von 1398. Das Landbuch war der Bericht der Regierung über wesentliche Jahresereignisse. Unter anderem wird berichtet, dass ein Töpfer Heinrich Hafner aus Thurnau nach Heinersreuth bei Bayreuth "auswanderte", weil er vom Markgrafen ein "Lehen" zu einem billigeren Zins erhielt. Ihm war zur Auflage gemacht: "Hefen zu liefern gen Plassenburg", nämlich dem zeitweiligen Regierungssitz Kulmbach und auch an die markgräfliche Hofverwaltung in Bayreuth. Von "auswandern" zu reden hat insofern seine volle Berechtigung, als das von den Herren Förtsch regierte Thurnau mit seinen umliegenden Ortschaften damals eine freie, selbständige Herrschaft war.
Die Familie Hafner lässt sich im fränkischen Raum noch über viele Generationen verfolgen; oft mit veränderter Schreibweise wie: Hefner, Heffner und Hafner. Alle Namen bezeugen, dass auch schon die Vorfahren das gleiche Handwerk betrieben.

Wo in Thurnau im 14. und 15. Jahrhundert eine entsprechende Werkstatt gestanden hatte, war nicht zu ermitteln.

Der Betreiber einer Hafnerei (= Töpferei) war und ist stets, wie entsprechend auch in anderen Handwerkszweigen, ein "Meister". Die Bezeichnung Töpfer nennt nur die Berufsgruppe, nicht aber den Rang, ob Meister oder Geselle. Ein Meister kann mehrere Gesellen beschäftigen und Lehrlinge ausbilden.

In den Thurnauer Kirchenbüchern werden vom Jahre 1593 an oft Namen von Töpfern genannt wie Valentin Gueth, der 1593 heiratete oder ein Lorenz Schreiner aus Wildstein, von dem nach Heirat 1604 der baldige Tod 1606 verzeichnet ist. Weitere Mitteilungen über ihr Leben und Wirken sind jedoch nicht zu finden.

Aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg ist ein einziger Töpfer bekannt, von dem man auch den Standort seiner Werkstatt kennt. Da wohl kaum die Möglichkeit besteht, über Töpfereien vor dem 30-jährigen Krieg noch Nachrichten zu erhalten, soll die Aufzählung der Werkstätten mit dieser Reinheinz'schen Werkstatt als Töpferei l beginnen.

Töpferei 1
Der 1578 geborene Paulus Reinheinz hatte im alten Sannwaldhaus in der Jägergasse 7 seine Töpferwerkstatt. Er heiratete 1604 und starb in der Kriegszeit 1633, als Thurnau von katholischen Truppen schwer heimgesucht wurde. Sein 1619 geborener Sohn - auch Paulus - heiratete 1649 -also nach Friedensschluss - und wird der im Schrifttum erwähnte einzige Thurnauer Töpfer gewesen sein, der den verheerenden Krieg überlebt hat.

Aus dem Jahre 1657 wird die Heirat eines Töpfers Niklas Schmalfueß und die Geburt des späteren Töpfers Andreas Beyer berichtet. Letzterer heiratete 1680 und starb 1726. Er oder sein Sohn, der 1711 heiratete und 1745 starb, hat sicher die Reinheinz'sche Werkstatt übernommen, denn auch im Jahre 1734 wird nur von einer Töpferei in Thurnau berichtet.

Die "Herrschaft" in Thurnau veranlasste 1702, die "Einführung guter Policey und Ordnung in ihrem Territorium für das Handwerk mit den Konstitutionen und Gebräuchen der Zünfte aufzurichten." Es bildeten sich damals 14 verschiedene Zünfte. Die Hafner waren aber zu wenige, als dass sie eine besonderte Zunft hätten bilden können.

Unter den zahlreichen Zunft-Geboten, die fast in allen deutschen Ländern ähnlich waren, soll auf eines besonders hingewiesen werden, weil es in Thurnau recht oft seine Auswirkungen zeigte. Der Artikel 11 aus der Töpferordnung für Bayreuth von 1724 lautet: "Würde eine Werkstatt "ledig", dass solche nach Absterben eines Meisters mit einem anderen zu besetzen sei, soll eines Meisters Sohn, oder der (welcher) eines Meisters Wittib oder Tochter heiratet einem fremden jedesmals vorgezogen werden." Ein fast gleichlautender Text ist schon 150 Jahre vorher in einer Töpferordnung von 1574 enthalten.

Eine Belebung des Thurnauer Töpferhandwerks setzte erst um die Mitte des 18. Jhs. ein, als tüchtige Gesellen aus anderen Töpferorten sich hier niederließen.

Töpferei 2
Es begann mit Conrad Grimm, der aus Berneck, wo er 1723 geboren war, zuwanderte. Er baute seine Werkstatt im Krähwinkel 45. Eine Tochter, von der noch die Rede sein wird, wurde am 11. 2. 1753 geboren. Der 1758 geborene Sohn wird wieder Töpfer, wie auch die weiteren männlichen Nachkommen. Die Werkstatt bleibt so bis ins späte 19. Jh. im Familienbesitz. Nach dem Tode eines Georg Grimm im Jahre 1887 erfolgt die Schließung der Töpferei.

Töpferei 3
Ein gewisser Neudecker baute im Jahre 1752 das heutige Haus Jägerstr. 7, das er 1774 an den Töpfermeister Johann Georg Pittrich verkaufte. Von dem Käufer weiß man nicht woher er kam, jedoch ist erwiesen, dass er dort eine Töpferei einrichtete, 3 Gesellen beschäftigte, ihm 1807 ein Sohn Johann Andreas geboren wurde und er 1844 starb. Der Sohn übernahm die Töpferei. Nach dessen Tod 1886 diente das Haus nur noch als Wohnung.

Töpferei 4
Ende der 50er Jahre des 18. Jhs. zog der Töpfergeselle Johann Heinrich Spielbühler aus Schirnding nach Thurnau. Er heiratete 1759 eine Margarete Schmidt und gründet eine Töpferei am Weiherdamm, heute "Am Damm 2". 1763 kam ein Sohn Johann Friedrich zur Welt. Im folgenden Jahr wurde ein neues Wohnhaus gebaut und vermutlich der erste Kasseler Brennofen in Thurnau errichtet.

Als der Vater Spielbühler starb, war der Sohn mit 21 Jahren ein tüchtiger Töpfer geworden, der den Betrieb mit 10 Mitarbeitern weiterführen konnte. Von Sohn zu Sohn wurde die Töpferei vererbt, bis dieser Familienzweig mit dem Tode von Hans Spielbühler 1977 ausstarb.

Die Töpferei wurde 1978 von der Familie Schnauder erworben. Nach Umbauarbeiten und Abriss des alten Kasseler Ofens wurde die Werkstatt jetzt mit Elektroofen versehen und 1979 als Töpferei am See wiedereröffnet.

Töpferei 5
In die Töpferei Spielbühler trat der in Lindenhardt 1745 geborene Töpfergeselle Johann Freund ein und hatte sicher dort seine Meisterprüfung abgelegt. Als 1784 Johann Heinrich Spielbühler starb, heiratete noch im gleichen Jahr Freund dessen Witwe. Als offensichtlich Begüterter baute er auch nahe bei dem Weiherdamm einen eigenen Betrieb. Er und seine Nachfahren errichteten dort auch Stallungen und Scheunen, erwarben Äcker und Wiesen, hielten Pferde und Rinder und hatten somit neben der Töpferei auch noch eine Landwirtschaft.

Johann Freund starb 1802 und hinterließ - wohl aus zweiter Ehe - den 1786 geborenen Sohn Johann Paul, der die Töpferei weiterführte. Der Enkel Johann Freunds, Jakob Heinrich, heiratete 1859 die Thurnauer Töpferstochter Anna Margarete Senft.
Aus der Ehe des 1872 geborenen Friedrich Heinrich Freund mit Margarete Barbara Wölfel entstammt ein Sohn, der als letztes Glied der Deszendentenreihe im Ersten Weltkrieg 1918 fiel. Somit verwaist die Töpferei, als 1932 Friedrich Heinrich Freund starb.

Töpferei 6
Auf seiner Wanderschaft war im Jahre 1771 der in Döllnitz geborene Töpfersohn Conrad Pittroff als Geselle in die Töpferei Grimm eingetreten. Er heiratete die Tochter Anna Dorothea seines Meisters, auf die schon hingewiesen wurde (T 2). Höchstwahrscheinlich hat er bei Grimm seine Meisterprüfung abgelegt und danach seine eigene Werkstatt gegründet.
Der am 27. 2. 1791 geborene Sohn dieser Ehe Georg Pittroff, heiratete 1816 eine Kunigunde Götz. Dieser Ehe entsprangen zwei Töchter und der Sohn Johann Valentin, geboren 1818, der das Töpferhandwerk erlernt. Aus einer zweiten Ehe Georg Pittroffs mit Agnes Elisabeth Bergmann kam 1829 ein Sohn Fritz Nikolaus, der auch Töpfer wurde und später die Tochter Margarete Magdalene des Töpfers Johann Paul Freund heiratete. Er übernahm die väterliche Werkstatt. Bei seinem Tode im Jahre 1876 hinterließ er keinen Sohn und ein Töpfer Münch übernahm die Werkstatt, die dieser bereits 1880 schließen musste.

Töpferei 7
Johann Valentin Pittroff, der bereits genannte Sohn Georg Pittroffs aus erster Ehe, ging nach seiner Lehre auf langjährige Wanderschaften. Über sein dabei geführtes Wanderbuch hat später Günther Stüdemann sehr interessant berichtet. In der Nähe des väterlichen Betriebes baute Johann Valentin eine eigene Werkstatt, die nach seinem Tode der Sohn Fritz Pittroff weiterführte. Dieser entwickelte sich zu einem allseits beliebten und geehrten Thurnauer Bürger. Sein Tod am 24. 4. 1926 führte, da er
kinderlos war, zur Schließung der Töpferei. Nach 13 Jahren sollte die stillgelegte Werkstatt noch einmal zum Leben erwachen, als der Kunstmaler und Keramiker Günther Stüdemann in diese Werkstatt einzog. Als besondere Neuerung versah Günther Stüdemann diese Werkstatt mit einem ersten Elektrobrennofen in Thurnau. Nach weiteren 18 Jahren wird jedoch der Bau einer neuen Werkstatt notwendig. So kam es 1957 mit Stüdemanns Umzug in die Milzau zur endgültigen Schließung der Töpferei 7.

Töpferei 8
Das Thurnauer Haus Kirchplatz 10 wurde im Jahre 1534 erbaut. Ursprünglich soll es zum Schlossbesitz gehört haben. Im Laufe der Jahrhunderte hat es vielfach den Besitzer gewechselt. Laut einer Notiz in einem Brief von Frau Lina Krauß, geb. Freitag, ist im Jahre 1877 das Haus abgebrannt. Um diese Zeit kam es in den Besitz des Häfnermeisters Karl Senft. Für den Besitzwechsel werden zwei Jahreszahlen genannt, 1874 und 1881. Für die Gründung der Töpferei wird das Jahr 1880 angegeben.
Obwohl von Karl Senft und auch von seinem Vater keinerlei Daten bekannt sind, kann nach anderen erhaltenen Unterlagen angenommen werden, dass Karl Senft eine Schwester Anna Margarete hatte, die 1859 den Töpfer Johann Heinrich Freund heiratete. Senfts Tochter Johanna, geb. am 15.3.1872 heiratete 1894 den Töpfer Johann Adam Freitag, der als Sohn eines Hafnermeisters 1872 in Hollfeld geboren war. Freitag hatte zunächst bei Freund als Gehilfe gearbeitet. 1907 übernahm das Ehepaar Senft-Freitag die Töpferei. Im Ersten Weltkrieg fiel nicht nur 1916 Freitags einziger Sohn, sondern er selbst zog sich ein Kriegsleiden zu, an dessen Folgen er am 2. 1. 1928 starb. So verwaist auch die Töpferei am Kirchplatz 10.

Töpferei 9
Auf dem Mittleren Markt 3 gründete 1860 der Töpfermeister Christian Weihermüller, geb. 1837, eine Werkstatt besonderer Art. Er fertigte nicht nur das für Thurau typische Gebrauchsgeschirr an, sondern verstand sich auch auf die Herstellung von Ofenkacheln und den Bau der entsprechenden Heizöfen. In manchem Haus in Thurnau, in der weiteren Umgebung, aber auch in entfernteren Städten findet man Weihermüllers sehr geschätzte Kachelöfen. Christian Weihermüller starb nach erfolgreichen Jahren am 7. 2. 1897. Die Werkstatt wurde anschließend aufgelöst.

Töpferei 10
Vermutlich ließ sich nach dem Kriege 1870/71 ein gewisser Grassy im Ortsteil Eckersdorf nieder und errichtete eine Töpferwerkstatt mit einen" Kasseler Brennofen. Über Grassy, der wahrscheinlich aus Berneck kam konnte bisher nichts an Daten ermittelt werden. Schon 1876 ist ein Adam Münch Inhaber der Töpferei. 1884 heiratete der zugewanderte Töpfer Franz Otto Renner aus dem schlesischen Naumburg am Queis, die Tochter Münchs. Die Nachkommen dieser Verbindung führen heute noch die Werkstatt. Als letztes Glied der Familie Renner heiratete Helene Renner 1950 Herbert Sommer, der wie einst Franz Renner wieder aus Naumburg am Queis kommt, diesmal jedoch als Heimatvertriebener des 2. Weltkriegs. In Ihrer Geschichte von ca. 118 Jahren wurde die Töpferei über 77 Jahre von tüchtigen Frauen geleitet.

Töpferei 11
Die einzige Töpferwerkstatt in Thurnau, über die auch nach intensiver Unterlagensuche keine sicheren Angaben gemacht werden können, müsste von einem Töpfer Bickerich gegründet worden sein. Als Standort taucht wieder, wie bei T l, die Jägergasse und auch das Sannwaldhaus auf. Während die Zeit der Gründung nicht genannt wird, ist nur von der Betriebsschließung im Jahre 1890 die Rede.

Töpferei 12
Im Jahre 1954 bezog Günther Stüdemann sein in der Milzau neugebautes Töpferhaus. Hier konnte er noch anderthalb Jahrzehnte seinem künstlerischen Schaffensdrang huldigen, besonders aber sein Wissen und Können an den Nachwuchs weitergeben. Während in den älteren Werkstätten fast nur Familienmitglieder ausgebildet wurden, verdanken viele Keramiker Stüdemann ihr berufliches Fundament. Ab 1971 vermietete die Familie Stüdemann ihre Werkstatt an das Ehepaar Eveline und Heinrich Schnauder.

Töpferei 13
Das Ehepaar Schnauder hatte nach Abschluss der üblichen Ausbildung, die für Frau Eveline-Maria Schnauder mit der Meisterprüfung endete, 1958 zunächst eine Werkstatt in Kulmbach bezogen. Sie kamen 1965 wieder in ihren Heimatort Thurnau zurück und richteten im Elternhaus des Mannes - auf der Hopfenleite 10 - ihre erste Thurnauer Werkstatt ein, die heute noch besteht.

Töpferei 14
1975 kam es zur Gründung einer keramischen Werkstatt durch Claus Tittmann im Ortsteil Berndorf. Nach dem Studium der Wärmetechnik in München war Tittmann schon mehrere Jahre als Ingenieur tätig, als er sich - bereits 32 Jahre alt - mutig entschloss, seinen künstlerischen Neigungen nachzugeben und Keramiker zu werden. Sein Besuch der keramischen Fachschule in Landshut war eingebettet in praktische Schulungen bei Günther Stüdemann in Thurnau und bei dem aus Schlesien vertriebenen Töpfer Gerhard Seiler in Leutershausen bei Ansbach.

Töpferei 15
Marianne Häußinger aus Berndorf gründete 1984 am Thurnauer Kirchplatz eine Werkstatt. Diese ist ausgestattet mit einem Gasgebläseofen, der das Brennen von Keramiken in einem breiten Temperaturbereich ermöglicht. Nach einer abgeschlossenen Lehrzeit von 1966-1969 bei E.M. Schnauder und einigen Gesellenjahren dort, schuf sie sich schon damals in Berndorf eine kleine Töpferwerkstatt. Ihr Besuch der Keramischen Fachschule in Landshut endete 1981 mit der Meisterprüfung.

Töpferei 16
Das Jahr 1988 bringt mit der Töpferei Sanke am Oberen Markt die letzte Neugründung einer Töpferwerkstatt. Zusammen mit seiner Frau Franziska, geb. Schnauder hatte Stephan Sanke seine Lehrzeit in der Töpferei Schnauder geleistet. Nach 5 Gesellenjahren bestanden beide an der Landshuter Fachschule ihre Meisterprüfung.


(Quelle: Förderverein Töpfermuseum Thurnau)

Töpfermuseum

Das Töpfermuseum von Thurnau in der Fränkischen Schweiz.

Das Museum

Das eindrucksvolle Haus, in dem das Töpfermuseum untergebracht ist, war einst die Lateinschule von Thurnau. Gegründet im Jahre 1552, wurde die Schule in den Jahren 1598 und 1599 baulich erweitert und erhielt dabei ihre schöne Renaissance-Fassade. Der Bau enthielt zwei Klassenräume, eine Bibliothek mit ca. 3000 Bänden und ein Amtszimmer sowie je eine Wohnung für den Rektor und den Konrektor.
Durch reiche Stiftungen der Familie Förtsch und später der Herrschaften von Giech und von Künßberg, hob sich diese "Freischule" schon um 1600 positiv von den damals üblichen Schulen ab. Der Besuch dieser Schule schloß mit einem Examen ab, das zum anschließenden Besuch einer Universität berechtigte. Einen Tiefstand erlebte die Schule im 30-jährigen Krieg als der gesamte Markt große Not litt.
In der wiederum unruhigen kriegerischen Zeit am Anfang des 19. Jahrhunderts ist 1814 nur noch ein Lehrer an der Schule und als 1834 die Rektorenstelle einzogen wurde, war die Schule damit aufgelöst. Die Bürgerschaft verlangte 1848 die Wiedereröffnung der Anstalt und erreichte, daß sie 1849 als Privatschule bis 1914 wieder eingerichtet wurde.
In den Jahren 1918-1972 bargen ihre Räume Teile der landwirtschaftlichen Berufsschule. Nach deren Schließung dienten die Räumlichkeiten als Wohnungen und Abstellräume.
Die Marktgemeinde beschloss im Jahre 1978 dies alte, schöne Haus für ein Museum zur Verfügung zu stellen.
Der Kunstmaler und Keramiker Günther Stüdemann hatte mit seiner Frau in rund 50 Jahren nicht nur Thurnauer Töpfererzeugnisse aus alter und neuer Zeit gesammelt, sondern auch Dokumente und Bilder zusammengetragen, mit dem Ziel, die Töpfertradition des Ortes zu dokumentieren und einst der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In vier Bauabschnitten wurde mit staatlicher Hilfe das Gebäude von Grund auf saniert und dem neuen Zweck angepasst.

(Quelle: Förderverein Töpfermuseum Thurnau)

Öffnungszeiten:
1. April – 30. September: Di. – Sa. 14 – 17 Uhr, So. 10 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr.
vom 1. Oktober – 6. Januar und 1. März bis 31. März Do. u. Sa. 14 – 17 Uhr, So 10 – 12 und 14 – 17 Uhr.

Eintrittspreise:
Erwachsene 2,- Euro, Gruppen ab 10 Personen 1,50 Euro, Schüler, Studenten und Schwerbeschädigte 1,- Euro, Kinder bis 6 Jahre frei.

Führungen von Gruppen jederzeit nach vorheriger Vereinbarung mit dem Museum (09228-5351) oder der Marktverwaltung (09228-9510), auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten

Raschpeln in Waischenfeld

Im Waischenfelder Ortsteil Breitenlesau wird er von Gründonnerstag bis Karsamstag noch gelebt, der uralte kirchliche Brauch des "Raschpelns". Dort ziehen alle Kinder von sechs bis 15 Jahren mit ihren hölzernen "Raschpeln" durch den Ort nachdem am Gründonnerstag die Kirchenglocke und die Orgel verstummt sind.
Hintergrund des Raschpelns ist, das die Glocken am Gründonnerstag nach Rom „flogen“ um beim Papst zu beichten. Nachdem auch das Allerheiligste aus dem Hochaltar genommen wurde, ersetzt das Raschpeln das Läuten der Kirchenglocke und das Gebetleuten. „Das ist der Englische Gruß, den jeder katholische Christ beten muss“ rufen noch heute die Kinder wenn sie raschpelnd durch das ganze Dorf von Haus zu Haus ziehen. Geraschpelt wird früh, mittags und abends bis zur Auferstehungsfeier in der Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag.

Susanne Anker

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