Herbert Leupin
Herbert Leupin. Plakate 1938–1974. SPOTLIGHT in der Dauerausstellung zu Kunst und Design des 20. und 21. Jahrhunderts, 1. Juli bis 1. November 2026.
Über Jahrzehnte prägte der Schweizer Grafiker Herbert Leupin die internationale Plakatlandschaft. Bis Sonntag, 1. November 2026 zeigt das Germanische Nationalmuseum nun eine kleine Auswahl seiner Arbeiten, die mit Witz und Charme für ihre Produkte werben.
Ob Werbung für Weinbrand, Spülmittel oder Attraktionen aus der Zirkuswelt: Herbert Leupin (1916–1999) gehört mit einem Gesamtwerk von rund 1.000 Plakaten zu den produktivsten und bedeutendsten Grafikern der Schweiz. Die Präsentation in einem Raum in der Dauerausstellung zu Kunst und Design des 20. Jahrhunderts gibt mit 16 seiner Plakate einen heiter-charmanten Einblick in die internationale Karriere des Entwerfers.
Leupin konzentrierte sich vorrangig auf die Produktwerbung. Seine meist textarmen Entwürfe überzeugen dank einer ganz eigenen, äußerst kreativen Bildsprache. Während die Plakate der 1940er-Jahre häufig das zu bewerbende Produkt monumental ins Zentrum stellen und durch die ungeheure Stofflichkeit der Motive beeindrucken, zeichnen sich die Arbeiten der folgenden Jahrzehnte durch einen eher skizzenhaften Stil aus, der mitunter an Kinderzeichnungen erinnert. Diese vermeintliche Spontaneität der Darstellung beruht jedoch auf einem psychologischen Konzept: „Bei Leupin kommt man auf Umwegen auf die Idee, dass er Werbung betreibt, und gerade das ist seine Stärke und darauf basiert sein ungeheurer Erfolg“, schriebt der Kunsthistoriker Erwin Treu treffend.
Populär wurden Leupins Plakate vor allem aufgrund ihres Humors und Bildwitzes, der beim Publikum ein „Gute-Laune-Gefühl“ hervorruft. Bis heute beliebt und bekannt ist sein Entwurf für den Schweizer Nationalzirkus Knie aus dem Jahr 1956: Auf leuchtend rotem Grund jongliert ein Clown in buntem Kostüm die vier Buchstaben des Zirkusnamens auf seinem Knie. Die Idee, die mit der Doppelbedeutung des Wortes spielt, ist ebenso schlicht wie genial. Zudem wählte Leupin mit dem Clown eine untrennbar mit der Zirkuswelt verbundene, beim Publikum äußerst beliebte Figur.
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg verwahrt mehr als hundert Plakate von Herbert Leupin. Sie kamen als Teil der Plakatsammlung der „Gesellschaft für Konsumforschung und der Nürnberger Akademie für Absatzwirtschaft“ 2002 in den Bestand des Museums.







