Einzigartiges Zeugnis der Medizingeschichte

Erstellt | Geändert

Führung: Das Geschworenenbuch der Barbirer und Wundärzte am Mittwoch, 6. März 2024 um 19 Uhr im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

Sammlungsleiterin Susanne Thürigen stellt einzigartiges Zeugnis der Medizingeschichte in einer Führung vor

Das "Buch der Barbirer und Wundärzte" ist ein einzigartiges Zeugnis der Medizingeschichte. Am Beispiel ihrer „Königsdisziplin“, der Chirurgie, beleuchtet es die Frage nach dem Stellenwert von Theorie und Praxis in der Medizin. Im Jahr 1626 angelegt und bis 1860 systematisch geführt, erinnert das prächtig in Leder eingebundene und teilweise auch Pergament bestehende Geschworenenbuch an die Errungenschaften der Nürnberger Handwerkschirurgen aus drei Jahrhunderten. In prächtigen Farben wird jeder Meister auf einer Buchseite porträtiert und seine bedeutenden Lebensstationen schriftlich festgehalten.

Susanne Thürigen, Sammlungsleiterin für wissenschaftliche Instrumente und Medizingeschichte, gibt am Mittwochabend, 6. März 2024 um 19 Uhr Einblick in diese Berufswelt zwischen Handwerk und Wissenschaft. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Berufsstände Arzt und Friseur getrennt. Fünf Jahre nach der Anlage des Buches, im Jahr 1631, reduzierte man die Zahl der Barbiere in Nürnberg von 27 auf 16, weil es immer wieder zu Kompetenzgerangel zwischen den Wundärzten kam. Allerdings blieben Streitereien an der Tagesordnung, weil die Aufgabenbereiche nie klar umrissen waren. So waren die Barbiere und Wundärzte auch Bader, Oculist (Augenarzt), Stein- und Bruchschneider. 

Lesen und hören Sie hier ein exklusives Interview mit der Pressesprecherin Dr. Sonja Mißfeldt

Erstellt | Geändert