Politik, Kultur und Solidarität im Herzen Nürnbergs
49. Lateinamerikawoche vom 24. bis 31. Januar 2026 in der Villa Leon: Politik, Kultur und Solidarität im Herzen Nürnbergs.
Vom 24. bis 31. Januar 2026 wird der Kulturladen Villa Leon erneut zum zentralen Treffpunkt für Austausch, Kultur und Debatten rund um Lateinamerika: Die 49. Lateinamerikawoche lädt zu einer vielseitigen Festivalwoche ein, die politische Analysen, gesellschaftliche Fragen und künstlerische Perspektiven zusammenbringt. Wie in den vergangenen Jahren kombiniert das Festival internationale Stimmen, lokale Initiativen und ein starkes solidarisches Engagement. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Veranstaltungen von Sonntag bis Freitag, die hybrid – live vor Ort, im Livestream und via Zoom – stattfinden und von Montag bis Freitag dauerhaft online abrufbar sein werden.
Bereits am Samstag, 24. Januar 2026 eröffnet die Lateinamerikawoche mit zwei besonderen Programmpunkten: Um 19 Uhr werden die begleitenden Ausstellungen eröffnet. Dabei führt Gisela Voltz (Mission EineWelt) in die Themen ein und gibt Einblicke in die Hintergründe der gezeigten Werke. Die Kunstausstellung von Jafeth Gómez Ledezma, einem international ausgezeichneten Künstler aus Kolumbien, zeigt eindrucksvoll die kulturelle Identität seines Volkes und rückt Themen wie soziale Gerechtigkeit, die Stärke von Frauen und die Verbundenheit zur Natur ins Zentrum. Parallel dazu beleuchtet die Themenausstellung „Amazonien – der größte Regenwald der Erde und wir“ die Bedeutung des Amazonas für das globale Klima, die aktuellen Bedrohungen durch Abholzung und Rohstoffausbeutung – und die Verantwortung, die auch unser Konsumverhalten dabei trägt. Die Ausstellungen laufen vom 21. Januar bis 26. Februar 2026 und sind zu den regulären Öffnungszeiten der Villa Leon zugänglich. Führungen und Workshops für Gruppen und Schulklassen werden zusätzlich angeboten.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung folgt um 20:00 Uhr das Eröffnungskonzert der 49. Lateinamerikatage: TAXXI Tango XXI XXL präsentiert urbanen Tango des 21. Jahrhunderts – eine stiloffene, moderne Interpretation, die die Wurzeln des argentinischen Tangos bewahrt und zugleich Einflüsse aus Rock, Jazz, Pop, Elektronik und lateinamerikanischen Rhythmen des Río de la Plata verbindet. Ein Gespräch mit den Musiker*innen findet bereits um 19:45 Uhr statt, nach dem Konzert lädt eine kleine Milonga zum Ausklang des Abends ein.
Der Sonntag, 25. Januar 2026 verbindet anschließend künstlerische Praxis und spirituelle Reflexion: Von 12 bis 16 Uhr lädt der Workshop „Theater der Unterdrückten – Übungen zur Veränderung“ zur aktiven Auseinandersetzung mit sozialen und persönlichen Fragen ein. Die von UNESCO als Methode des sozialen Wandels anerkannte Theaterform wird von Bibiana Lopera Pineda, Kommunikationswissenschaftlerin und internationale Theaterpädagogin aus Kolumbien, praktisch vermittelt. Am Abend folgt ein ökumenischer, mehrsprachiger Gottesdienst unter dem Titel „Die Schöpfung feiern – Amazonien, die grüne Lunge der Welt / Celebrar la creación“. Inspiriert von indigener Spiritualität werden Mensch und Natur als Teil einer gemeinsamen Schöpfung reflektiert. Geleitet wird der Gottesdienst von Gisela Voltz und Arlete Prochnow (Mission EineWelt), musikalisch begleitet vom Chor der Misión Católica de Lengua Española de Nürnberg. Es wird zudem die Möglichkeit geben, sich segnen oder salben zu lassen.
Von Montag, 26. Januar bis Freitag, 30. Januar 2026 stehen die politischen Debatten im Mittelpunkt des Festivals. Täglich um 18 und 20 Uhr kommen internationale Expert*innen,Journalist*innen und Aktivist*innen zu Wort – kostenfrei und hybrid. Den Auftakt macht am Montag ein Gespräch über das Vermächtnis von Augusto Boal, gefolgt von der Analyse der argentinischen Wirtschaftspolitik unter Javier Milei durch den Volkswirt Prof. Dr. Andrés Musacchio. Am Dienstag beleuchtet Moritz Krawinkel (medico international) die Lage von Demokratie und Menschenrechten in Zentralamerika, bevor Jana Fremming (Deutsche Umwelthilfe) in „Soy Story“ die Auswirkungen der globalen Sojaproduktion auf indigene und traditionelle Gemeinschaften im brasilianischen Cerrado aufzeigt – und die Rolle des deutschen Lieferkettengesetzes diskutiert. Am Mittwoch erklärt der Soziologe Dr. Marco Paladines die Bedeutung indigener politischer Ansätze in der Anden-Region, während Sven Hilbig (Brot für die Welt) am Abend den „Digitalen Kolonialismus“ und die oft unsichtbaren Folgen globaler Tech-Politik für den Globalen Süden thematisiert. Am Donnerstag analysiert Dr. Ximena Alba Villalever den geopolitischen Druck der USA auf Mexiko, bevor Ute Löhning, freie Journalistin und Expertin für internationale Netzwerke der extremen Rechten, die globale Vernetzung autoritärer Bewegungen mit Blick auf Lateinamerika einordnet. Der Freitag widmet sich schließlich Amazonien: Arlete Prochnow (Mission EineWelt) spricht über Ausbeutung, Widerstand und globale Verantwortung – gefolgt von den Eindrücken des Aktivisten Lothar Reininger, der von seiner aktuellen Reise nach Kuba berichtet und die Chancen solarer Energieprojekte in der kubanischen Energiekrise diskutiert.
Während der eintrittsfreien Debattenabende werden Spenden gesammelt für die Informationsstelle Lateinamerika (ila) – ein seit 50 Jahren aktives Kollektiv und kritische Informationsplattform – sowie für die brasilianische Waldschutzbewegung Amazônia de Pé (Amazonien bleibt), die mit über 20.000 Aktivist*innen und mehr als 300 Organisationen für den Erhalt des Regenwaldes und seiner Bevölkerung kämpft.
Zum Festivalabschluss am Samstag, 31. Januar 2026 erwartet das Publikum um 20 Uhr ein weiteres musikalisches Highlight: Skampida & Las Carettas bringen eine mitreißende Fusion aus kolumbianischer Folklore, Reggae, Punk, Hip-Hop und Cumbia auf die Bühne. Die Band steht seit Jahren für energiegeladene Live-Shows und teilte die Bühne bereits mit internationalen Größen wie Manu Chao, Dead Kennedys oder The Skatalites. Ab 22 Uhr klingt das Festival bei der legendären AfterLaWoParty mit DJ José aus – einer offenen Tanznacht mit Musik aus ganz Lateinamerika, Eintritt frei.







