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Hospitalkirche in Hof

Katja Winkler

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Hospitalkirche in Hof

Hospitalkirche in Hof

"Schatzkästlein Hofs"

wird die Hospitalkirche genannt. Erbaut wurde sie Mitte des 13.Jahrhunderts (nach 1260)  zusammen mit dem "Hospital". Die Kirche war Teil dieses Armenspitals, das sich " Zum Heiligen-Geist-Spital" nannte und wie andere Spitäler des Mittelalters außerhalb der Stadtmauern und an einem Fluss, hier der Saale, gelegen war. Der Hospitalkirche wurde der Name " Zu unserer lieben Frau" beigelegt. Grundgedanke der frommen Stifter war, durch Werke der Nächstenliebe den Armen die milde Hand zu reichen und dadurch Vergebung von Sünden und ewige Seligkeit zu erlangen.

1262 erließ Papst Urban der IV. einen Schutzbrief an die Bistümer zu Bamberg, Würzburg und Mainz, in dem er diesen die Unterstützung des Hofer Armenspitals anempfohl. Bischof Berthold zu Babenberg erließ einen Ablassbrief, zum Unterhalt der Armen. Er gewährte jedem, der diesen Ablass kaufte Befreiung von 20 Tagen im Fegefeuer.

Am 25.01.1430 fielen die Hussiten in Hof ein. Martini 1464 wurde die Kirche erneuert. Am 5. September 1529 begann mit einer Deutschen Messe, die Magister Kaspar Löner in St.Michaelis feierte, die Schaffung des evangelischen Kirchenwesens in Hof, wodurch auch die Hospitalkirche lutherisch wurde.

1553 führte der Landesherr Markgraf Albrecht Alcibiades Krieg gegen Bamberg, Würzburg und vor allem mit dem Burggrafen von Nürnberg. Dieser schickte den Kriegsobristen Heinrich Reuß von Plauen, Burggraf zu Meißen mit "zwei Fähnlein" zur Belagerung nach Hof. Die Hospitalkirche wurde als Kriegslager benutzt. Die Markgräfler schossen die Kirche daraufhin bis auf die Grundmauern zusammen.

1557 wurde die Kirche erneuert und kam zu diesem Anlass zu ihrem spätgotischen Marienaltar. Der war  ursprünglich für die 1.Kapelle der  Michaeliskirche geschnitzt worden, durch die Reformation aber frei geworden und fand so seinen  Platz in der Hospitalkirche. Heute ist er das bedeutendste Kunstwerk der Stadt Hof. Leider ist der Schöpfer unbekannt. In der Beschreibung des Hofer Kunsthistorikers Dr. Edgar Schindler heißt es, dass "der Altar zwar nicht aus der Hand eines großen Meisters der Zeit selbst herrührt, aber genügende künstlerische Werte in sich schließt, um vermuten zu lassen, dass der Schöpfer des Altars durch die Schule eines  bedeutenden Meisters gegangen ist." Hans Hofner gelang der Nachweis, dass es sich auf jeden Fall um eine Arbeit aus einer Hofer Werkstatt handelt. Der Altarschrein enthält 3 Figuren: Maria mit dem Christuskind in der Mitte, die Heilige Katharina links und die Heilige Barbara rechts vom Betrachter aus gesehen. Die beiden Altarflügel enthalten Motive aus der Weihnachtsgeschichte.

Besonders bemerkenswert ist die Kassettendecke der Kirche. Sie besteht aus 90 Tafeln, die auf Vorschlag des damaligen Pfarrers Nikolaus Meyer von dem Hofer Maler Heinrich Lohe gestaltet wurde. Die Darstellungen von Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament lehnen sich eng an die Bilder von Matthäus Merian d.Ä. ("Merianbibel") an, teils an die Kupferstiche des Niederländers Cornelius Fischer, mit denen eine Osianderbibel von 1665 versehen war.  Sie wurden innerhalb eines Jahres von Juli 1688 bis August 1689 vollendet. Diese Arbeit fand solchen Beifall, dass der Maler noch im gleichen Jahr den Auftrag erhielt, den Orgelchor mit Bildern musizierender Engel und die obere Empore mit solchen aus der Passionsgeschichte zu schmücken. 1693 erhielt die Kanzel ihren geschnitzten Schalldeckel mit Figuren von Hans Nikol Knoll.

Die Bilder an der unteren Empore wurden von dem Historienmaler Bischof aus Weißenhorn anlässlich der Renovierung der Kirche im Jahre 1905 gemalt. Sie sind schlechter erhalten als die übrigen Bilder der Kirche, da bereits moderne Lackfarben verwendet wurden. 1938 wurden die Fenster an der Ostseite von dem Künstler Helmut Ammann (1907-2001) aus München mit Glasmalerei versehen. Im gleichen Jahr bekam die Kanzel einen neuen Treppenaufgang, an dessen Fuß zwei Engel stehen, die ebenfalls von Helmut Ammann geschaffen wurden. Die Orgel von dem Orgelbauer Simon aus Landshut stammt aus dem Jahr 1968. Im Jahr 2005 wurde die Orgel gründlich gereinigt und überholt. Altar, Kanzeldeckel und der Epitaph "Teich von Bethesda" wurden ebenfalls im Jahr 2005 gereinigt und restauriert. 2007 erfolgte die Restaurierung der Rotgussleuchter von 1710 und 1711 sowie der Wandleuchten auf den Emporen. Es wurden vier neue Beleuchtungskörper in die Kirche eingebracht, die auch die Decke bestrahlen.

Quelle: www.dekanat-hof.de

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite der Hospitalkirche: www.hospitalkirche-hof.de

Weitere Informationen über die Kirchen in Hof und Umgebung finden Sie auf der offiziellen Seite des Evang.-Luth. Dekanats Hof: www.dekanat-hof.de.

 

Altarschrein der Hospitalkirche in Hof im Fichtelgebirge
Katja Winkler

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Katja Winkler ist im Fichtelgebirge und in Hof zu Hause. Ihre Tipps sind Tipps die erst zu Geheimtipps werden.