Eine zeitlose Geschichte im Licht der Scheinwerfer

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"Heute Abend: Lola Blau" in der Reithalle Coburg. 

Eine zeitlose Geschichte im Licht der Scheinwerfer: „Heute Abend: Lola Blau“ feiert Premiere.

Premiere von „Heute Abend: Lola Blau“ am Freitag, 23.01.2026, 20 Uhr in der Reithalle in Coburg.

Mit Georg Kreislers Ein-Frau Musical „Heute Abend: Lola Blau“ bringt das Landestheater Coburg ab dem 23. Januar 2026 eine Biografie, der es an Aktualität nicht mangelt, auf die Bühne der Reithalle. Zwischen feinsinnigem Humor, bitterer Wahrheit und einer Menge Musik entfaltet sich die Geschichte einer jungen Sängerin, die mit Vertreibung und Machtlosigkeit zu kämpfen hat. Wird sie auf ihrer Reise ihre Selbstbestimmung zurückerlangen? Regisseurin Sally Elblinger präsentiert historischen Kontext in einem Bild, das Vergangenes mit Gegenwärtigem und Zukünftigem vereint.

Die Geschichte der Künstlerin Lola Blau zu Zeiten des NS-Regimes, wird um zwei zeitliche Ebenen erweitert. Drei Lolas, verkörpert von Darstellerin Jenifer Lary, stehen in drei verschiedenen Zeiträumen auf der Bühne. Im Lauf des Abends springt die Handlung zwischen den einzelnen Szenarien mit all ihren Attributen hin und her. Dabei sind die Figuren demselben Schicksal ausgesetzt: Die junge Sängerin Lola Blau/Blakitna/Indigo freut sich auf ihr erstes Engagement. Doch schon bald hindert die zugespitzte politische Lage sie daran, ihren Traum zu verfolgen. Sie ist gezwungen zu fliehen und die Reise ins Ungewisse anzutreten. Mit einem naiven Bild vom Theater versucht sie sich durch Musik vom Leben abzulenken – stets mit gepackten Koffern. Ihr Reise führt sie durch die Schweiz, über New York bis nach Hollywood. Alle episodenartigen Erlebnisse führen zu einer Erkenntnis: „Sie begreift ihre Kunst, als das, was ihr eine politische Stimme gibt“, erklärt Elblinger.

In der abwechslungsreichen Inszenierung begegnet das Publikum einer nahbaren und menschlichen Figur, in der jeder einen Teil seines Selbst wiedererkennen kann.

Das Stück präsentiert einzelne Highlights aus Lolas Geschichte, die alle emotionalen Register bedienen. Sowohl die berufliche Entwicklung hin zum Showstar als auch das Privatleben der Figur werden mit all ihren Höhen und Tiefen aufgezeigt – darunter viele Momente, die zum Mitfiebern und Lachen einladen. Besonders durch Ehrlichkeit und Humor äußert sich hier Gesellschaftskritik: Die Inszenierung betont, dass eine solche Ausgrenzung, wie Lola sie erfährt, immer und überall passieren kann. Permanent wird das Individuum in unterschiedlichen Gesellschaften zum Feind erklärt. Lolas Erlebnisse mahnen vor dem Wegschauen: Jeder trägt Verantwortung über die Entwicklung in der Welt und muss sich bewusst sein, dass man eine Stimme hat.

Mit einem Bühnenbild, angelehnt an das Sprichwort „Aus dem Koffer leben“, repräsentiert Bühnenbildnerin Sarah Prinz Lolas Gefühlslage: „Ein einziger Raum, der aber symbolisch für die gesamten inneren Zustände, die Lola erlebt, steht.“

Basierend auf Georg Kreislers eigenen Erfahrungen als Jude, lies er die Geschichte der Lola Blau entstehen, die nun dieselben Stationen antritt, wie der Österreicher selbst. Die Lieder thematisieren seine Biografie und zitieren den jeweiligen Aufenthaltsort. Der Abend vereint gefühlvolle Stücke sowie scharf-zynische Chansons – mit teils höchstpolitischen Texten und dennoch mitreißenden Melodien.

Die Premiere ist fast ausverkauft. Karten für die Folgevorstellungen sind an den bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse im GLOBE oder online unter www.landestheater-coburg.de erhältlich.

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