Die Hochzeit

Die Hochzeit

Melanie Berger

Erstellt | Geändert

Die Studiobühne Bayreuth zeigt Brechts „Die Hochzeit“ – eine Feier, die komplett aus dem Ruder läuft.

Premiere Studiobühne Bayreuth: 21. Februar 2026 

„Bei den Modernen wird das Familienleben so in den Schmutz gezogen. Und das ist doch das Beste, was wir Deutschen haben.“

Schon dieser Satz zeigt, wohin die Reise geht. Was als „schönster Tag des Lebens“ geplant war, wird zur bitterbösen Abrechnung mit kleinbürgerlicher Fassade und Moral.

Wenn der Schein bröckelt

Zu Beginn sitzt die Hochzeitsgesellschaft geschniegelt und geschniegelt an der festlich gedeckten Tafel. Es wird geschmaust, gratuliert, angestoßen. Doch Stück für Stück kippt die Stimmung.

Die Braut ist schwanger.
Der Bräutigam eifersüchtig.
Die Ehe offenbar listig arrangiert.
Der Brautvater geht allen auf die Nerven.

Was nach Idylle aussieht, entpuppt sich als bröckelndes Kartenhaus. Am Ende bleibt von der Feier wenig übrig – außer Streit, Chaos und zertrümmerten Illusionen.

Brecht als Komödiant

Der komödiantische Einakter ist eine Farce. Nicht nur Beziehungen zerbrechen, sondern auch das Mobiliar. Brecht selbst nannte das Stück eine „Orgie der Hohlheit, der Langeweile, der Öde und der Vereinzelung“.

Geschrieben hat er es 1919 – mit gerade einmal 21 Jahren. Damals stand er stark unter dem Einfluss des Münchner Komikers Karl Valentin, den er zeitlebens bewunderte. Erst später ergänzte Brecht den Titel zu „Die Kleinbürgerhochzeit“.

In Bayreuth zeigt sich nun diese weniger bekannte Seite des großen Dramatikers: Brecht als scharfer Beobachter und bissiger Komödienschreiber.

Das Team auf der Bühne

Regie führt Michal Sykora.

Es spielen: Fabian Dörnhöfer, Lisa Friedrich, Oliver Hepp, Florian Kolb, Klaus Meile, Jürgen Skambraks, Wolfram Ster, Emily Stolte und Maria Weber.

Die Spieldauer beträgt rund 80 Minuten. Eine Pause gibt es nicht – das Chaos nimmt seinen Lauf.

Wer Lust auf Theater mit Tempo, Witz und einem ordentlichen Schuss Gesellschaftskritik hat, sollte sich diesen Abend nicht entgehen lassen.


Veranstaltungsinfos

Premiere: 21. Februar 2026
Studiobühne Bayreuth

Weitere Termine (Hauptbühne):
28. Februar

5., 7., 13., 20., 21., 26., 28. März
1., 9., 25. April jeweils um 20.00 Uhr

1., 15. März und 26. April jeweils um 17.00 Uhr

Spieldauer: ca. 80 Minuten
Keine Pause


 

Melanie Berger

Erstellt | Geändert

Melanie Berger ist in Bayreuth aufgewachsen und beschäftigt sich privat wie beruflich mit Kultur, Geschichte und dem Leben in der Region.