Weiße Flecke: Wo es in Bayern mit der Internetanbindung hapert
Für die meisten Deutschen ist (mobiles) Internet selbstverständlich und kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Die Vorstellung, zu Hause oder unterwegs keinen Empfang zu haben, mutet daher schauerlich an.
Allerdings sind ganze 2,10 Prozent der Fläche Deutschlands von genau diesem Problem betroffen. Es handelt sich um sogenannte „weiße Flecke“, die bisher weder mit 4G noch mit 5G abgedeckt sind. Insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg befinden sich viele dieser Regionen ohne leistungsfähigen Mobilfunk.
Süddeutschland und der teils schlechte Internetempfang
Im Homeoffice bricht die Internetverbindung zusammen – genau dann, wenn der wichtige Videoanruf des Chefs bevorsteht. Im Urlaub taucht auf dem Handydisplay die Meldung „Du bist offline“ auf, wenn man gerade nach dem Weg zum Hotel suchen möchte.
Beide Szenerien sind keine Horrorvorstellungen, sondern können in einigen Regionen Bayerns zur Realität werden. Zwar decken immer mehr Glasfaser-Anbieter auch ländliche Gegenden des Freistaats ab. Dennoch gibt es in Bayern noch jede Menge „weiße Flecke“.
Gemeint sind damit Areale, die nicht wenigstens über LTE-Empfang (4G) verfügen.
Insgesamt gab es in Deutschland noch zu Jahresbeginn 2025 mehr als 28.000 Haushalte mit schlechtem oder gar keinem Internet. Und das mit einer Gesamtfläche von 7.518 Quadratkilometern.
Das ergab eine Studie des Bundesdigitalministeriums. Sie kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass es besonders im Süden des Landes an leistungsfähigem Internetempfang hapert.
So sind es in Bayern mehr als 7.200 Haushalte, die noch nicht vom Mobilfunkstandard 4G oder 5G profitieren. Nur in Baden-Württemberg ist die Versorgung noch schlechter. Hier sind rund 8.000 Haushalte von dem fehlenden Mobilfunk betroffen.
Zusammen mit Hessen und Rheinland-Pfalz vereinen Baden-Württemberg und Bayern 63 Prozent und damit rund zwei Drittel der unversorgten Flächen auf sich.
„Du bist offline“ – wo in Bayern droht diese Meldung?
Wer einen Städtetrip nach Nürnberg oder München unternimmt, muss meist nicht um den Internetempfang fürchten. In großen Städten und in dicht besiedelten Gebieten ist beim Mobilfunk 5G Standard. Anders sieht es aus, wenn man in einer ländlichen Region unterwegs ist oder gar im Bayerischen Wald wandert.
Denn insbesondere auf dem Land lässt der Internetempfang häufig zu wünschen übrig. So sind nur 37 Prozent der Haushalte in ländlichen Gebieten mit einem Gigabit-Anschluss versorgt. Zum Vergleich: In Städten sind es fast 90 Prozent der Haushalte.
Auch in bewaldeten Regionen funktioniert das Internet meist nur sporadisch. So zeigt die Studie des Bundesdigitalministeriums, dass 83 Prozent der „weißen Flecken“ in Deutschland in bewaldetem Terrain liegen.
Zwischen schnellem Internet und vielen Funklöchern
Wer Bayern besuchen möchte und nicht auf den 5G-Standard verzichten will, sollte den Urlaub im Südwesten des Freistaats einplanen. Denn hier – rund um die Städte im Zentrum Schwabens – ist die Netzabdeckung am besten.
Sowohl in Augsburg als auch im Raum Ulm sowie rund um Günzburg kann man sich auch unterwegs über schnelles Internet freuen. Gleiches gilt für:
- den Raum Neuburg und Landsberg in Oberbayern
- die Gebiete um Nördlingen, Dillingen und Donauwörth in Nordschwaben
- die Gegenden um Memmingen, Kempten und Mindelheim im Allgäu
Auch die Hauptverkehrsachsen des Freistaats – etwa die A7 zwischen Memmingen und Oberstdorf oder die B16 zwischen Ulm und Neuburg – sind zuverlässig mit Mobilfunk versorgt.
Besucher ländlicher Regionen müssen übrigens nicht zwingend auf guten Internetempfang verzichten. Denn dieser ist sowohl im Ostallgäu als auch im Augsburger Land gegeben.
Große Funklöcher sind hauptsächlich in den Bergen im Südwesten Bayerns zu finden. Wer im Alpenvorland oder gar im Hochgebirge unterwegs ist, ist auf dem Handy weitestgehend unerreichbar.








