Freude machen: So feiert man Geburtstag in Bayern

Freude machen: So feiert man Geburtstag in Bayern

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

In Bayern wird nicht nur der Geburtstag, sondern auch der Namenstag gern und ausgiebig gefeiert. Zu einem zünftigen Fest gehören Geschenke, aber auch geselliges Beisammensein bei guter Kost und mit stilvollen Outfits. Wer von außen zu Besuch kommt, entdeckt bei den Feierlichkeiten in Bayern oft viel Neues. Doch auch für Zugezogene lässt sich das zünftige Feiern schnell lernen. Wir verraten, wie es geht. 

Geschenke müssen von Herzen kommen 

Auch in Bayern schenkt man zum Geburtstag, aber auch zum Namenstag etwas. Die Größe und die Wertigkeit hängen vom eigenen Budget und von der Verbindung ab. Es muss nicht zwingend etwas Gekauftes sein, seit einigen Jahren erfreuen sich universell einsetzbare Geschenkkarten wachsender Beliebtheit. Sie haben den Vorteil, dass sie beim anderen immer für Freude sorgen, weil sich die beschenkte Person davon kaufen kann, was sie möchte. 

Gern werden auch selbstgemachte Präsente genommen, wie z. B. ein gebackener Kuchen oder eine selbst gestaltete Karte, die dann als Hülle für die Geschenkkarte verwendet wird. 

Holzkranz statt Kerzen auf dem Kuchen

Während man in den meisten Teilen Deutschlands die Kerzen zum Geburtstag auf den Kuchen steckt, wird in Bayern auf einen hölzernen Kranz gesetzt. Er steht direkt auf dem Tisch und wird neben dem Kuchen oder den Geschenken platziert. In dem Kranz befinden sich kleine Kerzenständer, deren Anzahl dem Alter des Geburtstagskindes entsprechen. 

In der Mitte findet die Lebenskerze ihren Platz. Der Brauch wird vorwiegend nur bei Kindern durchgeführt, Lebenskränze haben bis zu zwölf Kerzen Platz. Über die Jahre wird der Kranz immer weitergegeben, um ihn über Generationen zu erhalten. 

Trachten und Geselligkeit während der Feierlichkeiten

Ein runder Geburtstag oder ein wichtiges Jubiläum ist in Bayern immer ein willkommener Anlass, um die Tracht aus dem Schrank zu holen. Für die Herren gehört die Lederhose zur Grundausstattung, während die Damen im Dirndl erscheinen, wobei die Schleife der Schürze viel über den Familienstand verrät. 

Mit der Tracht zeigt man dem Gegenüber die eigene Wertschätzung und trägt durch das eigene Auftreten zum feierlichen Rahmen bei. 

Die Geselligkeit steht dabei an oberster Stelle, denn ein bayerisches Fest ist erst dann gelungen, wenn gemeinsam gelacht, gegessen und vielleicht auch gesungen wird. Eine deftige Brotzeit oder ein Braten bilden dabei meist die kulinarische Grundlage für lange Abende in geselliger Runde.

Zur Geburt wird ein Lebensbaum gepflanzt

Die typischen Traditionen fangen in Bayern schon bei der Geburt an. Zu diesem Anlass wird ein Lebensbaum gepflanzt, der symbolisch mit dem neuen Erdenbürger mitwächst. 

Eltern oder Großeltern wählen eine robuste Baumsorte, typisch sind Apfelbäume oder auch Eichen, die dann in den eigenen Garten gepflanzt werden. Der Baum steht für Standhaftigkeit und Beständigkeit, außerdem soll er dem Kind während des gesamten Lebens Schutz und Segen spenden. 

Das Geschenk bleibt für die nachfolgenden Generationen erhalten und zeigt den Bestand der Familie. In Bayern ist die Kultur stark mit Symbolen und der Natur verbunden. Schon bei der Geburt wird ein Zeichen für eine beginnende Reise durch das Leben gesetzt. Oft wird zu besonderen Geburtstagen ein Besuch am Baum durchgeführt oder man feiert runde Geburtstage im Schatten des gewachsenen Baumes. 

Tobias Wringer

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