Lichtmodernisierung
MiK erstrahlt in neuem, energiesparendem Licht.
In den vergangenen Monaten wurde die Beleuchtung der Ausstellungsräume im Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg auf moderne LED-Technik umgerüstet.
Ein enormer Kraftakt für das gesamte Team im MiK, die beteiligten Expert*innen der Stadt sowie die beauftragten Fachfirmen: Der Umbau in der Städtischen Sammlung und in der Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ erfolgte im laufenden Museumsbetrieb.
Alle ausgestellten Werke können nun präziser, farbgetreuer und nachhaltiger ausgeleuchtet werden. Die Lichtmodernisierung wurde darüber hinaus genutzt, um kuratorische Konzepte weiterzuentwickeln. Die Neupräsentation der Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart ist bereits zugänglich.
Am 27. Juni folgt der zweite Teil der Neupräsentation der Sammlung „Peter C. Ruppert“ (Eröffnung: Freitag, 26. Juni 2026, ab 19 Uhr); der erste Teil wurde bereits im Dezember eröffnet. In der Städtischen Sammlung nutzte Kuratorin Henrike Holsing den Lichtumbau insbesondere für eine Neupräsentation der Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart.
„Hier treten nun zentrale Positionen der regionalen Kunst aus Würzburg – etwa von Wolfgang Lenz, Dieter Stein und Curd Lessig – in Dialog mit bislang selten gezeigten Plastiken der 1950er- bis 1960er-Jahre von Fried Heuler und Fritz Koenig“, beschreibt Holsing das Konzept.
Im Kontext des bevorstehenden Deutschen Katholikentag in Würzburg (13.–17. Mai 2026) wird dabei insbesondere die religiös geprägte Skulptur als Ausdruck der Bedeutung von Kirchenkunst in der Nachkriegszeit sichtbar. Auch in der Gegenwartskunst wird die spirituelle Dimension thematisiert – etwa in Arbeiten von Helmut Dirnaichner, herman de vries und Helga Franke. Neben bekannten Arbeiten – darunter die großen Kopfreliefs von Stephan Balkenhol, die „Flowers“ von Andy Warhol sowie die Skulpturen von Joachim Koch, Herbert Mehler und Angelika Summa – sind zahlreiche Kunstwerke zum ersten Mal zu sehen.
Neuzugänge stärken die Sammlung
Die Würzburger Künstlerin Lilo Emmerling schenkte dem MiK 2025 ein umfangreiches Konvolut, aus dem nun zwei Frühwerke erstmals präsentiert werden. Die Sammlung Fotografie wurde gestärkt durch vier Arbeiten des Würzburger Fotografen Christoph Naumann-Zimmer aus der Serie „Autobahn“ sowie durch Werke von Johanna Diehl aus ihrem „Zypern“-Zyklus; die Künstlerin lehrt Fotografie an der Würzburger Fachhochschule.
Besonders hervorzuheben ist dabei das Engagement des Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V., der mehrere Ankäufe im Bereich der Gegenwartskunst finanziell ermöglichte: So hat der „Grünspecht“ von Matthias Garff nun im Gebälk des Museumsfoyers ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Aus der Ausstellung „Fröhliche Freizeit und gute Laune durch Freude am Selbermachen“ (September 2025 bis Januar 2026) konnte mit Unterstützung des Vereins ein Gemälde der in Berlin lebenden Künstlerin Lena Schramm erworben werden.
Eine ebenfalls durch den Freundeskreis erworbene Arbeit aus der Serie „Einsdreissig“ von Monika Huber wurde durch eine Schenkung der Künstlerin ergänzt. Zudem ist ihre Videoarbeit „RIOTS“ bis August 2026 als Leihgabe zu sehen. Aus den Erlösen der Veranstaltung „WEIN+KUNST“ und dank der fränkischen „Weinladies“ konnte 2025 ein Gemälde von Gülbin Ünlü erworben werden. Die Münchner Künstlerin, derzeit Stipendiatin der Villa Romana in Florenz – sozusagen in den Fußstapfen Emy Roeders –, wird im Sommer 2027 mit einer Einzelausstellung im MiK präsent sein.
„Mit diesen Erwerbungen und Neuzugängen wurde insbesondere die Position von Künstlerinnen in der Städtischen Sammlung deutlich gestärkt“, betont Henrike Holsing. Neugestalteter Sammlungsraum zur Kunst nach 1945 Der neu gestaltete Sammlungsraum verdeutlicht die Vielfalt und Freiheit künstlerischer Entwicklungen seit den 1950er-Jahren.
Nicht nur werden gegenwartsrelevante Themen behandelt, vielmehr etablieren sich auch neue Kunstformen: Fotografie und Videokunst, Konzept- und Installationskunst. Unkonventionelle, früher kunstunwürdige Materialien wie Asche bei herman de vries oder Erde bei Madeleine Dietz erweitern das Spektrum. Fotografie reflektiert gesellschaftliche und politische Realitäten, beispielsweise bei Johanna Diehl, Monika Huber, Christoph Naumann-Zimmer. Malerei widmet sich lustvoll dem malerischen Prozess und den Wirkungen von Farbe sowie – in der Nachfolge der Pop-Art – populären Bildwelten.
„Die Werke in diesem Raum zeigen die ungebändigte Kreativität von Kunst in unserer Zeit und laden zur Entdeckung neuer Perspektiven ein“, lädt Henrike Holsing zum baldigen Besuch ein. Entstanden ist so ein offener Raum, der die Experimentierfreude und Vielstimmigkeit der Kunst bis in die Gegenwart erfahrbar macht. Sowohl die Modernisierung der Beleuchtung als auch die Neugestaltung der Sammlungen werden durch die großzügige Unterstützung der Bayerischen Landesstiftung, der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und den Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V. ermöglicht.







