Zu Lande, zu Wasser und auf den Bergen 

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John Garth: Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte. Der prächtige Bildband ist in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen. 

1961 gab John Ronald Reuel Tolkien dem Schriftsteller Lars Gustaffson spannende Einblicke in seine Arbeitsmethoden. In einem Interview wirft er dem Schweden ein paar Mappen mit Karten, Skizzen, Fotografien und eigenen Aquarellen sowie Übersichtstabellen zahlreicher Charaktere und Geschehnisse aus seiner Biographie vor die Füße. „So arbeite ich!“ Nämlich eklektisch und immer dem Gesamtwerk verpflichtet.   

    Kampf zwischen Gut und Böse

Der Tolkien-Experte John Garth erzählt nun in seinem Prachtband "Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte" auch die Geschichte des britischen „Kleinigkeitskrämers“, der mit einem allumfassenden Legendarium mythologischer Themen nichts weniger als Weltliteratur schrieb und nebenbei für sein Figurenkabinett sogar eigene Sprachen und Schriften erfand. Die Leser begleiten den Fantasy-Autor und Philologen bei seinem ganz persönlichen Kampf um Mittelerde (der Schreibprozess dauerte über zehn Jahre). Sie lernen zudem den Bildenden Künstler kennen und erfahren, dass des Meisters "Mythologie eines Kampfes zwischen Gut und Böse" durchaus als Allegorie auf den Ersten Weltkrieg verstanden werden kann. In den Schützengräben mit ihren Erdlöchern (die Höhlen der Hobbits könnten ihnen nachempfunden sein) erfuhr der 24jährige, wie die Welt um ihn herum in Stücke gerissen wurde und erklärte später: „1918 waren alle meine engen Freunde mit nur einer Ausnahme tot.“ 

    Immergrünes, verlorenes Paradies

Es sind „emotional landscapes“ – im negativen wie auch positiven Sinne –, die sich Tolkien bereits als Kind nicht nur abgeschaut, sondern auch abgelauscht hat für seine späteren Romane. So ist sein „kleiner Hobbit“ (eine unverhoffte Vorstudie zum „Herrn der Ringe“) nichts weniger als eine Antwort auf die Sehnsucht nach der glücklichen, auenländischen Kindheit bei Birmingham – die Vergegenwärtigung eines immergrünen und verlorenen Paradieses. Bei Garth erfahren wir, dass Tolkiens literarischer Malkasten sich nicht nur aus Englands Ländereien speiste. Die Natur zu Lande, zu Wasser, in der Luft und in den Alpen faszinierte und inspirierte Tolkien ebenso. Ob das Schweizer Lauterbrunnental, der Rhein-Fluss oder sogar die Urwälder Afrikas: Tolkien war vor Ort und musste die Umwelt für seine Schöpfung nutzen. 

Wanderung durch Tolkiens fantastische Welten

"Die Erfindung von Mittelerde" ist eine Art „Spielbuch“ – immer wieder bekommt der Leser anhand von Querverweisen im Buch Gelegenheit, an anderer Stelle weiterzulesen, er kann sich angenehm treiben lassen und verzaubern. John Garth‘ Buch und Bildband ist ein mitreißend geschriebener, profunder Spaziergang – oder besser: eine Wanderung durch Tolkiens fantastische Welten aus „baumdurchwirkten Landen“ und Wasserwelten, tolle Abenteuer über Stock und Stein, stets auf historischen Spuren. Kurzum: ein ideales Begleit-,  Vorbereitungs- oder Nachbereitungswerk für alle Tolkien-Interessierten.

Über das Buch  

John Garth: Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte

Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg)

Aus dem Englischen von Andreas Schiffmann. 2021.

208 S., durchgängig vierfarbig illustriert, 21 x 26 cm, gebunden

  • Zum Schmökern und Nachschlagen: das perfekte Geschenk für Tolkien-Liebhaber
  • Insider-Wissen für Fans: detaillierte Karten lassen den Leser auf Tolkiens Spuren wandeln
  • Außergewöhnlicher Text-Bildband mit mehr als 100 Illustrationen von Tolkien und anderen Künstlern
  • Unbekanntes Archivmaterial und spektakuläre Neuaufnahmen, die Mittelerde-Fans begeistern
  • Hintergrund-Infos zu Tolkiens Werk: detaillierte biografische, historische, geographische und sprachliche Analysen

Weitere Informationen zum Buch finden Sie unter folgendem Link: www.wbg-wissenverbindet.de/shop/35058/die-erfindung-von-mittelerde

 

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