12.02.2019

von Kein & Aber B° RB

Monster

Yishai Sarid: Monster. Roman - Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama

Yishai Sarid: Monster

Am Ende des Romans steht eine Eskalation: ein Faustschlag, mit dem ein Tourguide in Treblinka einen Dokumentarfilmer niederstreckt. Doch wie konnte es dazu kommen? In einem Bericht an seinen ehemaligen Chef schildert der Mann, wie die Menschen, die er jahrelang durch NS-Gedenkstätten führte, mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen. 

Fakten
Monster von Yishai Sarid

Roman. Original: Mifletzet HaSikaron. Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama

Verlag Kein & Aber

Hardcover, 180 Seiten

Er fragt nach der Verbindung zwischen Juden damals und Israelis heute, nach Machtverherrlichung und danach, was Menschen zu Mördern macht. Und er beobachtet Schülergruppen, die sich in Fahnen hüllen, scheinheilige Minister oder manipulative Künstler, er beobachtet, wie ein jeder in dem Grauen der Geschichte vor allem eines zu erkennen meint: einen Nutzen für sich selbst. Yishai Sarid, einer der bekanntesten Autoren Israels, wirft in seinem Roman ein neues Licht auf die Erinnerungskultur, wagt sich an vermeintlich unantastbare Fragen und stellt in stillem, unaufgeregtem Ton eingefahrene Denkmuster infrage.

"Yishai Sarid kann so schreiben, dass es einem mitten ins Herz zielt." - NDR Kultur

YISHAI SARID wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier in der israelischen Armee tätig war, studierte er in Jerusalem und Harvard und arbeitete später als Staatsanwalt. Heute ist er als Rechtsanwalt tätig. Yishai Sarid veröffentlicht Artikel in diversen Zeitungen und schreibt Romane. 2010 erschien bei Kein & Aber Limassol und 2014 Alles andere als ein Kinderspiel.

Ins Deutsche übertragen von RUTH ACHLAMA, der Übersetzerin von Autoren wie Ayelet Gundar-Goshen, Amos Oz oder Meir Shalev. Sie wurde mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis und dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet. Am 17. Januar 2019 wird ihr zudem das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Passend zum Thema

Bernd Schinner, René Rabenbauer: 111 Orte im Fichtelgebirge, die man gesehen haben muss

Krimi von Gretel Mayer. Der besondere Heimatroman im Emons Verlag

Mehr aus der Rubrik

Im Kollektiv wahnsinnig werden: In "Das Reich kommt" erzählt James Graham Ballard von einer Konsum-Welt, in der Langeweile und Leere fast zu einer neuen Diktatur führen

"Die Menschen scheinen einen Hass auf ihr Dasein zu entwickeln, wenn es außerhalb des Netzes stattfindet." Reflexionen aus den beschädigten Leben: Sibylle Bergs "GRM Brainfuck", erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch

Bas Kast: Der Ernährungskompass - Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung

Teilen: