26.01.2018

von B° ZA

Kleine Siegelkunde: Was bedeuten die Zertifikate auf unseren Lebensmitteln?

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf qualitative Lebensmittel. Allerdings ist es im Supermarkt gar nicht so einfach, ökologische Produkte auszuwählen, die mit gutem Gewissen gekauft werden können.

Kleine Siegelkunde: Was bedeuten die Zertifikate auf unseren Lebensmitteln?


Immer mehr Verbraucher legen Wert auf qualitative Lebensmittel. Allerdings ist es im Supermarkt gar nicht so einfach, ökologische Produkte auszuwählen, die auch wirklich eine gute Qualität aufweisen und mit gutem Gewissen gekauft werden können. Verbraucher, die sich genauer über ihre Lebensmittel informieren möchten, sollten auf Produkte mit dem "Regionalfenster" zurückgreifen. Mit diesem Feld können sich Konsumenten ganz genau über die Herkunft der Zutaten und den Verarbeitungsort informieren. Darüber hinaus hilft es, zumindest die Bedeutung der gängigsten Siegel und Zertifikate zu kennen.

Das Bio-Siegel und EU-Öko-Logo


Lebensmittel, bei deren Produktion die Richtlinien der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau eingehalten wurden, werden mit dem deutschen Bio-Siegel und dem EU-Öko-Logo gekennzeichnet. Der ökologische Landbau steht dafür, dass Nahrungspflanzen umweltschonend angebaut, Lebensmittel schonend verarbeitet und Tiere artgerechter gehalten werden. Seit 2001 gibt es das deutsche Bio-Siegel. Es kann freiwillig für unverpackte oder verpackte Bio-Produkte verwendet werden. Das EU-Öko-Logo hingegen ist eine Pflichtkennzeichnung für alle vorverpackten Bio-Artikel, die in der EU produziert werden. Wenn es sich um ein verarbeitetes Bio-Produkt handelt, so müssen wenigstens 95 Prozent aller Zutaten ihren Ursprung in dem ökologischen Landbau haben. Des Weiteren dürfen bei der ökologischen Lebensmittelverarbeitung nur wenige Zusatzstoffe Verwendung finden. Gentechnische Verfahren sind prinzipiell nicht erlaubt.

Das Fairtrade-Siegel


Schon seit 1992 können fair gehandelte Produkte, die unter besonderen ökologischen und sozialen Bedingungen hergestellt werden, mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet werden. Wenn ein deutsches Unternehmen das Fairtrade-Siegel für seine Produkte nutzen möchte, muss es einen Lizenzvertrag mit TransFair e.V. abschließen. Das Unternehmen, das den Vertrag unterschreibt, verpflichtet sich dazu, die Fairtrade-Standards einzuhalten. Dazu gehören unter anderem:

  • Garantierte Mindestpreise für Produkte
  • Faire Löhne
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  • Umweltschutzmaßnahmen
  • Langfristige Lieferbeziehungen


Besonders häufig besitzen Produkte, die in Entwicklungsländern hergestellt werden, das Fairtrade-Siegel. So können Verbraucher beispielsweise Fairtrade-zertifizierten Kaffee bei Gourmesso kaufen. Aber auch Schokolade, Reis und Tee gibt es häufig als Fairtrade-Variante.

Das "Ohne Gentechnik"-Zeichen

Der Verein "Lebensmittel ohne Gentechnik e.V." führte im Jahr 2009 das "Ohne Gentechnik"-Siegel ein. Jedes Produkt, das mit diesem Siegel versehen ist, wurde ohne gentechnische Verfahren produziert. Das EG-Gentechnik-Durchführungsgesetz bildet die Grundlage für die Siegelnutzung. Nutztiere, die zur Nahrungsmittelproduktion dienen, dürfen beispielsweise ab einer bestimmten Zeit vor der Nutzung nicht mit Futtermitteln gefüttert werden, die gentechnisch verändert sind. Die zufällige Beimischung von genetisch veränderten Pflanzen in Futtermitteln ist nur bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent erlaubt. Zugelassen sind jedoch Futtermittelzusatzstoffe wie Vitamine, auch wenn sie mithilfe von Mikroorganismen hergestellt werden, die gentechnisch verändert sind. Auch gentechnisch produzierte Impfstoffe und Tierarzneimittel sind zulässig.

Das MSC-Zertifikat


Das MSC-Siegel wird für Fische und Meeresfrüchte verwendet, die aus nachhaltiger Fischerei stammen. Es kann international von Unternehmen und Fischereien beantragt werden. Die Kriterien für die Siegelnutzung besagen, dass Fischer nur geeignete Fanggeräte einsetzen dürfen. Außerdem muss dafür Sorge getragen werden, dass Fischbestände nicht bedroht werden und die biologische Vielfalt im Meer erhalten bleibt. Die Einhaltung der Kriterien wird einmal jährlich geprüft.

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