Regionale Vielfalt im Biohof Schmidt - Ladenregal

Regionale Vielfalt im Biohof Schmidt

 
Mark Zimmermann

Erstellt | Geändert

Bayern online zu Besuch in Mittelehrenbach, einem Ortsteil der Gemeinde Leutenbach im Landkreis Forchheim in der Fränkischen Schweiz. Stolze sieben Brennereien finden sich alleine in dieser knapp 1700 Einwohner zählenden Kommune, eine davon ist in guten Händen der Familie Schmidt, die seit Generationen die Landwirtschaft und den Obstbau pflegt.

Regionale Vielfalt im Biohof Schmidt

Regionale Vielfalt im Biohof Schmidt

Biohof Schmidt 
Hofladen
Mittelehrenbach 41
91359 Leutenbach

Tel. 091991804

Kein Kunststoff, kein künstlicher Dünger

„1995 haben wir unseren Biohof komplett auf den ökologischen Landbau umgestellt“, sagt Irmgard Schmidt, „seither sind wir auch Bioland-Mitglied.“ Bioland, das ist einer der größten Verbände für ökologischen Anbau in Deutschland. Die Auflagen schreiben zum Beispiel vor, dass vor der Ernte kein künstlicher Dünger zum Einsatz kommt, oder dass die Ware dem Endverbraucher ohne Kunststoffverpackungen angeboten wird. 

„Wir verarbeiten alles, was in Franken auf den Bäumen wächst“, erklärt Frau Schmidt und zählt munter auf: „Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Birnen, Quitten, auch Walnüsse und sicherlich Äpfel ... hauptsächlich erzeugen wir so Tafelware, die dann auf Märkten oder in Naturkostläden verkauft wird.“ Alljährlich aber könne es natürlich vorkommen, dass der Ertrag sich nicht für den Handel eigne. „Wir haben den Anspruch, alles zu verwerten“, sagt Willibald Schmidt, der gemeinsam mit seiner Frau und dem Sohn Jochen das Familienunternehmen führt.

Alles, was nicht der Verbrauchernorm (Struktur und Aussehen des Obstes) entspreche, werde eingemaischt und als Säfte, Schnäpse oder fruchtige Liköre weiterverarbeitet. „Wir besitzen neben Streuobstwiesen auch eine eigene Brennerei“, erklärt Willy Schmidt, „das ist in unserer Gegend keine Besonderheit, sondern eine Tradition: Viele Bewirtschaftungen mit einem hohen Obstaufkommen erhielten einst das Brennrecht.“     
 

Der Biohof Schmidt ist Mitglied im Verband "Bioland".

Den Verband "Bioland" gibt es in Deutschland und Südtirol. In ihm haben sich über 8100 Landwirte, Imker und Winzer mit 1100 Marktpartnern aus Herstellung, Handel und Gastronomie zusammengeschlossen. 

Die Landwirte und Partner arbeiten nach den Bioland-Richtlinien und liefern somit Bio-Lebensmittel aus nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft. Mit Respekt vor den Tieren und Respekt vor der Natur.

Somit erhält der Verbraucher ökologische, regionale und wertvolle Lebensmittel.

Die Mischung macht‘s

Für den wohlschmeckenden Apfelsaft würden die Äpfel aus den Gärten und dem Intensivanbau in einer Kelterei gepresst. Manchmal pachte und bewirtschafte die Familie auch fremde Wiesen, denn nicht alle Landwirte schätzten den eher geringen Nebenerwerb als Getränkehersteller, so Schmidt: „So schützen und nutzen wir die Obstbäume, die sonst verfaulen und später gerodet werden müssten. Daher sind wir stets auf der Suche nach Streuobstgärten mit alten Apfelsorten und einem höheren Säuregehalt.

Je unterschiedlicher die Sorten, desto besser und ausgewogener wird der Saft ...“ - „Süße und Säure müssen harmonieren“, erklärt Irmgard. Der Apfelsaft wird dann direkt auf dem Hof oder bei zehn weiteren Partnern, zumeist  Getränkemärkte und Brauereien, verkauft.    

Die feinen Unterschiede der regionalen Schnapsbrenner

Die mitunter sogar prämierten Schnäpse und fruchtigen Liköre, wie zum Beispiel der Mollebusch-Birnenbrand, die Goldparmäne oder der Apfelbrand, können selbstverständlich auch vor Ort verköstigt werden.

An jedem dritten Sonntag im Oktober lädt die Fränkische Schweiz zum „Tag der offenen Brennereien“ rund ums Walberla ein. Hier genießen die Besucher aus aller Welt das, was die Region so liebens- und lebenswert macht. Die Wanderer pilgern von Hof zu Hof und erfahren in unvergleichlicher Naturlandschaft Wissenswertes über das Handwerk des Bierbrauens und Schnapsbrennens. „Ein großes Fest“, wie Irmgard Schmidt versichert, „und ein tolles Erlebnis, zumal jeder Betrieb seine kulinarischen Besonderheiten vorstellt. Bei uns auf dem Biohof gibt es neben den bereits erwähnten Schmankerln freilich auch fränkische Bratwürste und einen hausgemachten Apfelkuchen.“

Wer dabeisein will, der muss sich beeilen. Die Ferienwohnungen in der Region sind um diesen Termin traditionell ausgebucht. Leider fand dieser Feiertag 2020 nur in abgespeckter Version statt. 

Zahlreiche Prämierungen

Die außergewöhnlich hohe Bio-Qualität der Erzeugnisse des Biohofes Schmidt beweisen die regelmäßigen Prämierungen.

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5Fragen an Irmgard Schmidt

1.

Welche Produkte stellt der Biohof Schmidt her?

Seit 1995 betreiben wir einen rein ökologischen Anbau, das heißt: unsere Produkte werden alle vor Ort geerntet. Wir produzieren Tafelwaren wie Äpfel, Kirschen oder Birnen. Darüber hinaus nutzen wir unsere Streubobstwiesen, um zahlreiche Obstsäfte herzustellen. Wir liefern Fruchtaufstriche und Fruchtessig. In unserer Brennerei entstehen zudem alkoholische Getränke wie edle Schnäpse und fruchtige Liköre.

2.

Was bedeutet ökologischer Anbau, was genau steckt hinter dem Wort „Bio“?

Wir sind Mitglied des Verbandes Bioland. Die Auflagen sind sehr hoch. Bei uns kommt kein künstlicher Dünger zum Einsatz. Das Endprodukt, das Tafelobst, darf nur ohne Kunststoffverpackungen in den Handel gelangen. Für den Transport nutzen wir Ifco- und Stecokisten, die wieder gewaschen werden können.

3.

Mit welchen Problemen haben Sie zu kämpfen?

Wir müssen uns immer nach der Natur richten. Wenn es zu kalt ist, fällt die Ernte zu knapp aus. Manchmal müssen wir Hummeln einsetzen, die bei schlechtem Wetter (Kälte und Nässe) unsere Blüten bestäuben. Da der Kunde oft nur makellose Ware haben möchte - völlig unabhängig vom Geschmack -, müssen wir einige Erträge eben anders verwerten. 

4.

Stichwort: Verwertung? Besitzen Sie eine eigene Brennerei?

Ja. In unserer Brennerei stellen wir unsere alkoholischen Getränke her. Der Apfelsaft wird in einer Kelterei in der Nähe produziert.

5.

Und im Oktober laden Sie alljährlich zum Tag der offenen Brennerei ein?

Der Tag der offenen Brennereien „rund ums Walberla“ findet seit fast zwanzig Jahren immer am 3. Sonntag im Oktober statt (2020 leider nicht). Viele Besucher aus Nah und Fern kommen und schauen sich vor Ort das Handwerk an. Sie wandern von Hof zu Hof und erfahren dabei die feinen und sympathischen Geschmacksunterschiede der Spirituosen.

Highlights

Biohof Schmidt - Portrait
Irmgard und Willibald Schmidt
  1. Ökologischer Landbau

    Bereits seit 1995 ist das Schmidt‘sche Unternehmen komplett auf ökologischen Landbau umgestellt. Seitdem ist der traditionelle Familienbetrieb auch Mitglied des Verbandes „Bioland“.

  2. Der Mollebusch-Birnenbrand

    Die alte, regionale Winterbirne (sie wird unter Stroh die Wintermonate über gelagert, da sie am Baum selbst nicht genussreif wird) wird zum leckeren Schnaps veredelt. „Geschmacklich hervorragend“, wie Willibald Schmidt befindet.

  3. Tag der offenen Brauereien

    Am dritten Oktober-Sonntag findet alljährlich „rund ums Walberla“ der Tag der offenen Brennerein statt (2020 leider nur in abgespeckter Form). Auch der Biohof Schmidt lädt ein und bietet seinen Gästen neben Spirituosen, Säften und Tafelobst auch Bratwürste und Apfelkuchen. 

Interview mit Irmgard Schmidt vom Bioland Biohof

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Mehr Informationen und aktuelle Angebote des Hofladens

Hier finden Sie weitere Informationen über den Biohof Schmidt mit eigener Brennerei in Leutenbach in der Fränkischen Schweiz sowie aktuelle Angebote des Hofladens.

So finden Sie den Bioland Biohof Schmidt mit Hofladen

Haben Sie Fragen an das Team vom Biohof Schmidt?

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Mark Zimmermann

Erstellt | Geändert

Mark Zimmermann ist Gründer von Bayern-online.de und schreibt das Blog Quergereist.de

Interview: Mark Zimmermann
Text: René Becher/Annegret Bauch
Produktion: Annegret Bauch