Uni-Leben: So finanzieren sich deutsche Studenten

Uni-Leben: So finanzieren sich deutsche Studenten

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Viele sagen, dass die Studienzeit die schönste Zeit des Lebens ist, aber ist das wirklich die Wahrheit? Man ist jung und lebensfreudig. Man lernt viele neue Leute kennen und sammelt neue Erfahrungen, die eine Person bis zu ihrem Lebensende begleiten. Eine Sache spielt dabei aber eine sehr große Rolle - nämlich die Finanzen.

Ohne Geld kann man nicht studieren, ohne Geld kann man heutzutage praktisch gar nichts. Wie kommen Studenten eigentlich an Geld, bzw. wie finanzieren deutsche Studenten ihr Studium und alles, was dazugehört? Das und vieles mehr finden Sie jetzt heraus!

1. Eltern

2. BAföG

3. Stipendien

4. Studentenjobs

5. Studienkredite

6. Studienbeitragsdarlehen

7. Bildungskredite

 

1. Eltern

Laut Studien werden mehr als 80 % aller deutschen Studenten bis zum Ende ihres Studiums von ihren Eltern finanziell unterstützt. Um präziser zu sein, deutsche Eltern sind dazu gesetzlich verpflichtet, den Studierenden, die außerhalb des Haushalts ihrer Eltern wohnen, einen Unterhalt in maximaler Höhe von 860 € im Monat auszuzahlen. Die einzige Voraussetzung, die die Studierenden dabei erfüllen müssen, ist, die Regelstudienzeit einzuhalten.

2. BAföG

Das Bafög (Bundesausbildungsförderungsgesetz) bietet Studenten Unterstützung, deren Eltern ein Studium nicht ausreichend finanzieren können. Das Bafög besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Einerseits aus einem zinslosen Kredit, den die Studierenden erst nach der Beendigung des Studiums zurückzahlen müssen und dessen monatliche Rückzahlungsrate von der Höhe des künftigen Gehalts abhängt sowie aus einem staatlichen Zuschuss, der nicht zurückzuzahlen ist. Das heißt, dass ein Studierender im Grunde genommen nur 50 % der erhaltenen Fördersumme zurückzahlen muss.

Die genaue Höhe eines Bafög-Kredits hängt aber von mehreren Grundvoraussetzungen ab. Beispielsweise für Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, liegt der Bafög-Höchstsatz bei 861 €, während er für ihre bei den Eltern wohnenden Kollegen bei 592 € liegt. Dabei sind noch einige Voraussetzungen zu beachten. Wenn Sie mehr herausfinden möchten, können sie unter dem folgenden Link zusätzliche Informationen aufsuchen und sogar Ihren eigenen Bafög-Anspruch berechnen.

3. Stipendien

Was Stipendien angeht, handelt es sich hierbei um eine Finanzierungsmöglichkeit, die von den Studierenden nicht zurückgezahlt werden muss. Viele denken, dass ausschließlich hochbegabte Studierende eine Chance auf ein Stipendium haben, aber das entspricht nicht völlig der Wahrheit. Natürlich erhöht man mit guten akademischen Resultaten seine Chancen auf ein Stipendium, aber es ist genauso wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und ein gutes Motivationsschreiben zu gestalten.

Eine andere Möglichkeit wäre, als ein Stipendiat vorgeschlagen zu werden, was sich in den meisten Fällen wiederum nur auf Studierende mit außerordentlichen akademischen Ergebnissen bezieht. Die Stipendien werden von unterschiedlichen Begabtenförderungswerken, Stiftungen, Unternehmen und Hochschulen verliehen, wobei sich in den letzten Jahren das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit seinem Deutschlandstipendium als der führende Verleiher von Stipendien in Deutschland etabliert hat. Mehr als 60 000 Studierende werden mit einer Summe von 300 € im Monat unterstützt. Einige Stiftungen wie die Gerda-Henkel-Stiftung verleihen ihren Stipendiaten mehr als 1.000 € im Monat, aber da sind die Plätze natürlich extrem eingeschränkt.

4. Studentenjobs

Viele Studierende haben neben dem Studium noch einen Nebenjob. Dabei sind einige wichtige Regeln zu beachten. Seit 2013 dürfen Studierende bis zu 450 € im Monat verdienen, ohne Beiträge zur Sozialversicherung zahlen zu müssen. Dabei muss auch ein bestimmtes Arbeitszeitvolumen (20 Stunden pro Woche) eingehalten werden. Die Studierenden dürfen also 20 Stunden in der Woche arbeiten und 450 € monatlich verdienen, ohne etwas vom Gehalt abgeben zu müssen.

Die oberste Einkommensgrenze eines Studierenden liegt stand 2013 bei 8.130 € im Jahr, aber da hat man dann mit steuerlichen Abzügen und mit Sozialversicherungsabgaben zu rechnen. Wer mehr als 8.130 € im Jahr verdient, muss auch die Einkommensteuer zahlen. BAföG-Empfänger müssen besonders vorsichtig sein, da es, falls diese Regeln nicht eingehalten werden, leicht zu Kürzungen beim BAföG kommen kann.

5. Studienkredite

Wegen den immer höher werdenden Studien- und Lebenskosten greifen immer mehr Studierende zu Studienkrediten. Der wahrscheinlich bekannteste Studienkredit ist der KfW-Studienkredit. Es handelt sich hierbei um einen Förderkredit, bei dem Sie nicht die ganze Summe auf einmal bekommen, sondern monatlich bis zu 650 € erhalten können. Auch ein Kredit ohne Einkommensnachweis über Online-Vergleichsportale wie Financer ist eine Möglichkeit, an Geld zu gelangen. Die Ratenhöhe und die Dauer der Zahlungen unterscheiden sich in den meisten Fällen von Person zu Person. Im Gegensatz zum BAföG wird das Geld nach Beendigung des Studiums in monatlichen Raten inklusive Zinsen zurückgezahlt.

6. Studienbeitragsdarlehen

Das Studienbeitragsdarlehen ist auch eine Art Kredit, der ausschließlich für die Deckung von Studiengebühren verwendet werden kann. Die Konditionen, unter denen das Darlehen vergeben wird, unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Die Summe wird nicht wie beim Studienkredit monatlich ausgezahlt, sondern am Anfang jedes Semesters. Die Rückzahlung erfolgt auch erst nach dem Studienabschluss (meistens 12-24 Monate nach dem Abschluss) und die Höhe der monatlichen Rückzahlungsraten wird noch vor der Aufnahme des Kredits abgesprochen.

7. Bildungskredite

Der Bildungskredit ist, wie der Name schon sagt, auch eine Art Kredit, von dem vor allem Studierende in den letzten Lehr- und Studienjahren Gebrauch machen. Im Unterschied zu den Studienkrediten werden Bildungskredite vom Staat gefördert, was für den Studierenden schon im Voraus niedrigere Zinsen und bessere Konditionen bedeutet.

Der Bildungskredit wird in den meisten Fällen in 24 Monatsraten ausgezahlt, wobei auch ein Antrag für Einmalaufwendung (im Falle, dass der Studierende das Geld aus Bildungsgründen dringend braucht) gestellt werden kann, was bei anderen Arten von Krediten nicht möglich ist. Das Geld wird ebenfalls erst nach der Beendigung des Studiums zurückgezahlt, aber nicht wie bei anderen Krediten nach einer schon abgesprochenen Zeitspanne, sondern erst nachdem sich der Studierende das wirklich leisten kann. Die Studierenden haben dementsprechend mehr Freiheit und weniger Sorgen und Probleme mit der Rückzahlung.

Tobias Wringer

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