Treppenlift-Einbau im Eigenheim: Wenn die Eltern wieder einziehen

Treppenlift-Einbau im Eigenheim: Wenn die Eltern wieder einziehen

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Die eigenen Eltern werden nicht jünger und so werden erwachsene Kinder mit der Frage konfrontiert, wie sie Oma und Opa den Lebensabend einfacher machen können. Spielen Knie oder Hüfte nicht mehr mit, sind die Rentner oft auf Hilfe im Alltag angewiesen. Vom Einkauf über das Kochen bis hin zum täglichen Anziehen: Je häufiger Assistenz nötig ist, desto dringender stellt sich die Frage der räumlichen Unterbringung. Gerade Rentner, die geistig noch fit sind, ziehen eine häusliche Pflege dem Pflegeheim vor. Für ihre Angehörigen bedeutet das: Oma oder Opa zieht wieder zuhause ein. In so einem Fall müssen nicht nur Regeln für das gemeinsame Leben unter einem Dach gefunden werden. Auch steht unter Umständen ein barrierefreier Umbau im Eigenheim an. Hürden wie Treppenaufgänge, schmale Laufwege oder kleine Badezimmer müssen beseitigt werden.

 

Das Eigenheim mit Zuschüssen barrierefrei umbauen

Tatsächlich ist der Umbau des eigenen Heims oft um ein Vielfaches günstiger als langfristig die Kosten für ein Pflegeheim aufzubringen. Für Maßnahmen wie den Einbau eines Treppenlifts, die Umgestaltung des Badezimmers oder der Installation eines Hausnotrufs können Rentner unter Umständen eine Pflegekostenzuschuss bei der Pflegekasse beantragen. Voraussetzung ist, dass sie über einen Pflegegrad verfügen. In diesem Fall lässt sich der barrierefreie Umbau mit bis zu 4.000 Euro bezuschussen.
Wer darüber hinaus nach Investitionszuschüssen sucht, wird bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, fündig. Im Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss 455“ können Eigenheimbesitzer, die ihr Haus barrierefrei umbauen wollen, Beihilfen von bis zu 6.000 Euro beantragen. Reichen diese Mittel nicht aus, kann der Zuschuss durch den „Altersgerecht umbauen - Investitionskredit 159“ ergänzt werden.
Kleine Umbaumaßnahmen, wie das Verkleben der Teppiche oder die Montage leichtgängiger Fenstergriffe, können auch ohne Zuschüsse realisiert werden. Aber gerade für größere Umbaumaßnahmen zahlen sich die Beihilfen wirklich aus.
Einen Leitfaden für die Planung und Umsetzung des barrierefreien Umbaus im Eigenheim liefert die DIN-Norm 18040-2 für barrierefreies Wohnen. Von der Mindestbreite für Türen bis hin zu den Maßen eines barrierefreien Badezimmers enthält die Norm allerlei Richtlinien und Maßnahmen, um gehbehinderten Menschen oder Rollstuhlfahrern ein komfortables Leben zu ermöglichen.


Stockwerke mit dem Treppenlift überwinden

Viele Eigenheime in Bayern sind mindestens zweigeschossig. Sollen die eigenen Eltern wieder mit einziehen, wird dieser Umstand dann zum Problem, wenn sich die Wohn- und Schlafräume auf einer anderen Ebene befinden als die Küche oder das Bad. Eine Lösung kann sein, im Erdgeschoss die entsprechenden Räume anzubauen. Allerdings sind hierfür kostspielige Investitionen nötig, die viele Budgets mehr als übersteigen.
Einfacher ist es, einen Treppenlift einzubauen. Aus unterschiedlichen Modellen, wie Sitzliften, Stehliften oder Plattformliften, kann der Treppenlift gewählt werden, der den Bedürfnissen der Rentner am ehesten entgegenkommt. Moderne Treppenlifte sind platzsparend und schon ab 2.500 Euro erhältlich. Der unkomplizierte Einbau macht aus jedem Eigenheim im Handumdrehen ein barrierefreies Heim für alle Generationen.
Vor dem Kauf ist eine Beratung vor Ort durch einen Treppenlift-Experten sinnvoll, um das passende Modell zu finden. Dabei lohnt es sich, lokal zu kaufen. Treppenliftanbieter in München können die auszustattenden Treppen direkt in Augenschein nehmen und nach dem Aufmaß ein individuelles Angebot erstellen. Dieses ist unter anderem notwendig, um den Pflegekostenzuschuss der Pflegekasse zu beantragen.


Hauseingänge zugänglicher gestalten

Ein weiterer Ort, der barrierefrei umgebaut werden muss, ist der Hauseingang. Je nach Anzahl der Stufen, die es hier zu überwinden gilt, kann entweder ein Treppenlift eingebaut werden oder es wird eine Rampe ergänzt. Gerade für Rollstuhlfahrer ist es wichtig, dass die Haustür ausreichend breit ist, um sie komfortabel passieren zu können.
Zusätzlich sollte der Hauseingang ausreichend beleuchtet sein und über einen Handlauf verfügen. Rutschfeste Materialen verhindern Unfälle auch bei schlechtem Wetter. Gerade viele Natursteine werden, wenn sie nass werden, zur reinsten Stolperfalle.


Barrierefreier Umbau im Badezimmer

Ein barrierefreies Badezimmer ist das A und O, wenn die rüstigen Eltern wieder zuhause einziehen. Haltegriffe in der Dusche oder neben dem WC helfen Menschen mit Bewegungsbeeinträchtigungen und ermöglichen ihnen ein Stück Selbstständigkeit.
Für die tägliche Hygiene sollten Waschbecken hoch genug sein, dass sie mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind. Kontaktlose Armaturen schonen die Gelenke von Menschen mit Arthrose. Durch den Einbau einer ebenerdigen Dusche oder einer Badewanne mit Tür werden Stolperfallen vermieden und die Unfallgefahr wird gesenkt.
Manfred Haus, bayerischer Sachverständiger sagt: “Wichtig ist ausreichend Platz im Badezimmer. Gerade vor dem WC sollte eine Fläche von 120x120 cm bzw. 150x150 cm freibleiben, damit Menschen mit Rollator oder Rollstuhl ausreichend Bewegungsfreiraum haben. Ebenso sollte das WC eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm haben.“

Mit dem barrierefreien Umbau im Eigenheim die Eltern nach Hause holen

Mit Hilfe der Investitionszuschüsse ist es möglich, viele Maßnahmen für Barrierefreiheit im Eigenheim kurzfristig und unkompliziert umzusetzen. Gerade der Einbau von Haltegriffen oder eines Treppenlifts ist, bei fachlicher Beratung, einfach zu realisieren. Viele weitere Maßnahmen benötigen keine tiefgreifenden Investitionen, etwa das Umstellen von Möbeln, um genug Platz für Rollator oder Rollstuhl zu schaffen.

Tobias Wringer

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