Start der Reisesaison: Was vor dem Urlaub zu prüfen ist

Start der Reisesaison: Was vor dem Urlaub zu prüfen ist

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Die Reiselust der Deutschen ist ungebremst. Seit Jahren ist ein starker Zuwachs bei Reiseaktivitäten zu verzeichnen. Der Urlaub muss dabei nicht immer in weit entlegene Ecken des Kontinents führen. Deutschland und speziell das Bundesland Bayern haben traumhafte Destinationen zu bieten.
Mit dem Urlaub verbinden Bundesbürger die schönste Zeit des Jahres. Für diese Zeit möchten sie umfassend abgesichert sein. Der Start in den Urlaub beginnt entspannt mit der idealen Vorbereitung. Worauf Reisende vor dem Reisestart achten sollten, erklärt dieser Ratgeber.

Empfohlene Impfungen einholen

Deutschland sucht den Impfpass – mit dieser Aktion hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für mehr Sicherheit vor Infektionskrankheiten geworben. In den vergangenen Jahren ist die Impfbereitschaft der Bundesbürger leicht gesunken. Längst für besiegt geglaubte Infektionskrankheiten haben sich rasant vermehrt. Die Krankheiten können einen schweren Verlauf nehmen, dauerhafte gesundheitliche Schäden verursachen oder bis hin zum Tod führen.
Als extrem ansteckend gilt die Infektionskrankheit Masern. Gegen diese Krankheit ist bereits seit Jahrzehnten ein wirksamer Impfschutz verfügbar. Die Impfbereitschaft sank in den letzten Jahren auf einem so niedrigen Niveau, dass die extrem anstrengende Krankheit wieder auf dem Vormarsch war. Mit der Aktion „Deutschland sucht den Impfpass“ soll die Impfbereitschaft wieder steigen. Nicht nur gegen Masern, auch gegen andere Infektionskrankheiten wie Mumps, Röteln oder Tetanus sind wirksame Impfstoffe vorhanden.
Reiseimpfungen sind Impfungen, die vor Reisen in bestimmte Gebiete hilfreich sein. Sie schützen vor Krankheiten, die in der Bundesrepublik nicht oder nur sehr selten vorkommen. Diese Impfungen tauchen daher nicht in der Liste der Impfempfehlungen für alle Bundesbürger auf. Vor Antritt einer Reise ist es sinnvoll, seinen Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls notwendige oder empfohlene Impfungen vornehmen zu lassen.

STIKO gibt Auskunft

Erster Ansprechpartner in Deutschland ist die Ständige Impfkommission (STIKO) immer dann, wenn es Fragen zum Infektionsschutzgesetz gibt. Die Kommission hat den gesetzlichen Auftrag, Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen in Deutschland zu geben. Das gilt sowohl für Standardimpfungen, die für alle Bundesbürger empfehlenswert sind, wie auch für Reiseimpfungen. Sie zählen zur sogenannten Kategorie „R“: Impfungen aufgrund einer Reise.
Die zunehmende Reisefreudigkeit der Deutschen macht die Arbeit der STIKO immer wichtiger. Reisen mehr Deutsche temporär ins Ausland und kommen mehr Ausländer für eine Übernachtung in Bayern nach Deutschland, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, neue Arten von Infektionskrankheiten in diese Breitengrade zu importieren. Der ausreichende Impfschutz für Reisen ist aus diesen Gründen im Interesse der Öffentlichkeit. Reisende sollten zum eigenen und zum Schutz der Bevölkerung das Angebot einer Reiseschutzimpfung zwingend in Anspruch nehmen.
Reiseimpfungen sind nicht nur bei Auslandsreisen empfohlen. Einige Impfungen sind bei Aufenthalte in bestimmten Regionen Deutschlands indiziert. Bayern zählt als deutsches Risikogebiet der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die FSME ist eine von Viren verursachte Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündung. Überträger der Krankheit auf den Menschen sind Zecken. Die meisten Infizierten in der Bundesrepublik sind Erwachsene über 40 Jahre. Aber auch Kinder und Jugendliche können sich mit FSME infizieren und schwer erkranken.

Kosten für Impfung

Reiseschutzimpfungen sind empfohlene Impfungen, die ausschließlich für Reisende gelten. Sie gehören nicht zu den empfohlenen Schutzimpfungen, die von der STIKO für alle Bundesbürger ausgesprochen werden. Das hat Auswirkungen auf die Finanzierung. Empfohlene Schutzimpfungen für alle Bundesbürger werden von der gesetzlichen Krankenkasse vollumfänglich finanziert. Gleiches gilt für Personen mit einer privaten Krankenversicherung. Auch sie können die Kosten bei ihrem Versicherungsanbieter geltend machen.
Anders sieht es bei Reiseimpfungen aus. Da für diese Impfungen keine generelle Impfempfehlung der STIKO vorliegt, sind die gesetzlichen und privaten Krankenkassen in Deutschland nicht zur Übernahme der Kosten verpflichtet. Reisende müssen den Impfschutz aus eigener Tasche finanzieren. Wie hoch die Kosten sind, hängt im Wesentlichen vom gewünschten Impfstoff ab. Eine Schutzimpfung gegen Gelbfieber kostet ungefähr 50 Euro, bei einer Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis entstehen Arztkosten von etwa 35 Euro.
Der Schutz seiner Mitglieder ist den Krankenkassen viel Wert. Sie übernehmen unter Umständen die Kosten für eine Reiseschutzimpfung ganz oder teilweise. Eine pauschale Aussage über eine Kostenübernahme ist nicht zu treffen. Die Entscheidung liegt bei der jeweiligen Krankenkasse. Gesetzlich und privat versicherten Personen wird daher empfohlen, eine Anfrage an die Kasse vor der Impfung zu stellen.

Reiseapotheke prüfen

Steht die Reise in den Startlöchern, gehört die Reiseapotheke zwingend in jeden Koffer für den Urlaub. Der Inhalt der handlichen Apotheke für die kleinen Notfälle ist abhängig von der Art, der Dauer und dem Ziel der Reise. Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Inhalt der Reiseapotheke nicht erst wenige Stunden vor Beginn zu kontrollieren. Fehlt etwas, bleibt dann keine ausreichende Zeit zum Kauf mehr.
Welche Medikamente in die Reiseapotheke gehören, ist abhängig vom Reisenden selbst. Notwendige Medikamente, die aufgrund einer chronischen Erkrankung dauerhaft eingenommen werden, gehören in jedem Fall in den Koffer. Auch die Anzahl der Medikamente ist zu prüfen. Besser ist es, nicht auf Kante zu nähen und etwas Ersatz mit auf die Reise zu nehmen. Kommt es zu einer unerwarteten Verlängerung der Reise, sind plötzlich nicht mehr ausreichend Medikamente verfügbar. Im Reiseland selbst kann es unter Umständen nicht möglich sein, bestimmte Medikamente kurzfristig zu erwerben.
Bei der Zusammenstellung ist auf das Haltbarkeitsdatum zu achten. Gerade bei einer bereits vorhandenen Reiseapotheke sind Präparate vorhanden, die schon länger mit auf Reisen gehen und möglicherweise über dem Haltbarkeitsdatum liegen. Die Wirkung ist nicht mehr sichergestellt, die Entsorgung und der Erwerb neuer Präparate aus der Apotheke sind erforderlich. Abgelaufene wie nicht mehr benötigte Medikamente können Verbraucher in jeder Apotheke kostenfrei entsorgen.

Die Ausstattung für jede Reiseapotheke

Neben Medikamente bei chronischen Beschwerden gehören auch solche Präparate in die Reiseapotheke, die bei akuten Beschwerden helfen. Dazu zählen je nach Reiseziel, Reisedauer und bekannten Beschwerden:

  •  Medikamente gegen Übelkeit, die Reisekrankheit sorgt bei vielen Urlaubern zu Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Unwohlsein. Achtung: Viele Medikamente gegen die Reisekrankheit machen müde oder sind verschreibungspflichtig.
  •  Medikamente gegen Durchfall oder Verstopfung sind hilfreich. Das Essen in einem fremden Land kann das Verdauungssystem auf eine harte Probe stellen. Manche Urlauber reagieren mit Durchfall, andere mit Verstopfung auf die veränderten Ernährungsbedingungen am Urlaubsort.
  •  Medikamente gegen eine Erkältung bewähren sich auf einer Reise. Die kalte Luft im Ferienflieger von Condor oder im Reisebus führt gelegentlich zu einer leichten Erkältung. Die Folge können ein Schnupfen, Halsschmerzen oder sogar eine Nasennebenhöhlen-Entzündung sein. Gegen akute Beschwerden helfen die Präparate aus der Notfallapotheke.
  •  Medikamente gegen Allergien sind nicht nur von Personen mit einer bekannten allergischen Reaktion in der Reiseapotheke mitzuführen. In anderen Regionen können Insekten Krankheiten übertragen und Allergien auslösen, die im Heimatort nicht vorkommen. Dabei muss die Reise nicht zwingend in tropische Regionen führen. Beim Wandern und Spazieren in den Wäldern Bayerns treffen Urlauber ebenfalls auf andere Insektenarten.


Der zusätzliche Schutz aus der eigenen Apotheke

Steht der Urlaub vor der Tür, möchten Reisende ihren Durst nach Sonne stillen. Sie nutzen die freie Zeit und verbringen sie am Strand. Manchmal ist der Durst so groß, dass ein Sonnenbrand die Folge ist. Sonnenschutzmittel sind für fast alle Reisen ein idealer Begleiter in der Reiseapotheke. Die Stärke des Sonnenschutzmittels ist dem Reiseziel anzupassen. Neben dem passenden Schutzmittel sind Hautschutzmittel ideal, die bei leichten Verbrennungen eine kühlende und heilende Wirkung vorweisen.
Nicht nur zu viel Sonne ist schädlich, auch manche Insekten können schädliche Reaktionen auslösen. Repellentien, also Insekten abweisende Präparate, schützen im besten Fall, bevor der Stich erfolgt. In Risikogebieten gehören Repellentien mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) zwingend in die Reiseapotheke. In manchen Drogeriemärkten von Rossmann, DM oder Müller stehen auch Produkte im Regal, die auf der Basis ätherischer Öle Schutz bieten sollen. Diverse Tests haben gezeigt, dass dieser Schutz nur von sehr kurzer Dauer oder deutlich schwächer ist. Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid sind für folgende Risikogebiete unabdingbar:

  •  Malaria
  •  japanische Enzephalitis
  •  Gelbfieber
  •  Denguefieber
  •  Zika-Virus

Die Zahl von Reisen in sehr entlegene Gebiete ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Touristen sollten beachten, dass in vielen entlegenen Regionen nur eine schlechte bis gar keine medizinische Versorgung im Notfall möglich ist. Führt die Reise in solche Gebiete, ist der Umfang der Reiseapotheke deutlich zu erweitern. In diesem Fällen sind Verbandsmaterialien, Desinfektionsmittel oder starke Schmerzmittel empfehlenswert. Ist die medizinische Unterversorgung zu erwarten, sind selbst Spritzen und Kanülen oder Silbernitrat-Tabletten zur Entkeimung von schmutzigem Wasser unter Umständen lebensrettend.

Umfassend versichert im Urlaub

Die Europäische Union hat viele Errungenschaften für seine Bürger gebracht. Der freie Grenzverkehr, die einheitliche Währung oder das Telefonieren mit dem eigenen Smartphone zu Inlandsgebühren haben das Reisen innerhalb der EU massiv vereinfacht. Bürger der Europäischen Union profitieren zudem von dem grenzüberschreitenden Schutz durch die Europäische Krankenversicherungskarte. Gleiches gilt für alle anderen Staaten, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart hat.
Dennoch ist es unter Umständen überlegenswert, eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkassen ist rudimentär und umfasst nur die grundlegendsten Behandlungsmethoden. Mit dem privaten Schutz sind Touristen umfassender versichert. Sie können weitere Möglichkeiten in Anspruch nehmen, dazu zählt auf jeden Fall der Rücktransport.
Urlauber sollten rechtzeitig an ihren Versicherungsschutz denken und neue Verträge rechtzeitig abschließen. Preise vergleichen statt voreilig abschließen ist die Devise. Günstige und empfehlenswerte Verträge sind bereits für weniger als 20 Euro im Jahr verfügbar. Manche Anbieter verlangen hingegen weit mehr als 100 Euro – bei gleichem Schutz. Der Umfang der Versicherung ist nicht nur auf die Leistungen, sondern auch von der Dauer der Reise begrenzt. Auslandsreisen dürfen bei den meisten Auslandsreisekrankenversicherungen nicht länger als sechs bis acht Wochen dauern. Für längere Aufenthalte im Ausland empfiehlt sich der Abschluss einer besonderen Police.
Die Regelungen der einzelnen Anbieter sind sehr unterschiedlich. Verbraucher sollten vor dem Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung das Kleingedruckte in den Verträgen sehr genau studieren. Für Personen bestimmter Altersgruppen oder mit einer chronischen Erkrankung schließen einigen Versicherungsunternehmen manche Leistungen pauschal aus. Sogenannte Vorleistungsklauseln sind ebenfalls mit Vorsicht zu sehen. Bei solchen Verträgen übernimmt die private Versicherung nur die Kosten, die von der gesetzlichen Versicherung nicht übernommen werden. Das erschwert die Abrechnung nach dem Urlaub deutlich.

Haftung im Schadensfall

Nicht nur die Gesundheit kann im Urlaub Schaden nehmen. Eine kleine Unachtsamkeit reicht aus, um einen großen Schaden an Gegenständen oder Personen anzurichten. Für exakt solche Fälle hat fast jeder Bundesbürger eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Der Schutz ist bei einigen Versicherungen jedoch auf die Bundesrepublik begrenzt. Urlauber sollten den Schutz im Ausland prüfen und gegebenenfalls einen erweiterten Schutz auch im Ausland abschließen. Eine Unachtsamkeit kann ausreichen, um einen millionenschweren Schaden anzurichten und die eigene wirtschaftliche Existenz für immer zu gefährden.
Gleiches gilt bei der Kfz-Versicherung. Der Versicherungsschutz ist für Bürger der Europäischen Union auf das Gebiet der Mitgliedsstaaten begrenzt. Dazu zählen Europa im geografischen Sinn sowie die weiteren Territorien europäischer Mitgliedsstaaten, etwa französische Überseegebiete wie Guadeloupe oder La Réunion. Auch auf den Kanarischen Insel, Madeira oder den Azoren greift der Schutz. Für alle anderen Gebiete ist eine internationale Versicherungskarte erforderlich. Sie wird auch Grüne Karte genannt.
Kommt es zu einem Versicherungsschaden im Urlaub, müssen Versicherte Fristen und Pflichten einhalten. Schäden sind der Versicherung umgehend, spätestens aber binnen sieben Tagen zu melden. Gerade bei Unfällen im Urlaub empfiehlt es sich, immer die Polizei zu rufen. Ansprüche Dritter sind niemals vor Ort anzuerkennen. Die Anerkennung obliegt den Versicherungen oder einer staatlichen Institution. Wer Schäden bereits vor Ort aus eigener Kasse bezahlt, wird die Ausgaben nicht von seiner Versicherung erstattet bekommen.

Die eigenen vier Wände schützen

Zur idealen Vorbereitung für einen Urlaub gehört nicht nur der Schutz des eigenen Lebens. Bei einer längeren Abwesenheit ist auch die Wohnung oder das Haus urlaubsfertig zu machen. Kleine Vorkehrungen reichen aus, die eigenen vier Wände sicher zu hinterlassen.
In der Urlaubssaison haben auch Einbrecher Hochkonjunktur. Sie erkennen verlassene Gebäude an vollen Briefkästen, dauerhaft heruntergelassenen Rollläden oder den Mülltonen an der Straße. Sehen die Wohnung oder das Haus verlassen aus, steigt das Einbruchsrisiko signifikant. Folgende Maßnahmen schützen vor dem Einbruch:

  • Der Lagerservice der Deutschen Post sammelt alle Briefsendungen und stellt sie nach dem Urlaub zu
  • Bewegungsmelder im Außenbereich schrecken Einbrecher ab
  • Automatisierte Rollläden fahren nach festgelegter Zeit hoch und runter
  • Nachbarn oder Freunde mit einem Zweitschlüssel schauen nach dem Rechten
  • Alle Fenster und Türen sind verriegelt, nach Möglichkeit doppelt
  • Wertsachen sind außerhalb der eigenen vier Wände gelagert

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Wasserversorgung abzudrehen und alle nicht erforderlichen Elektrogerät aus der Steckdose zu ziehen. Noch einfacher ist es, alle möglichen Sicherungen zu deaktivieren. Für Schäden, die in der Wohnung während der Abwesenheit entstehen, müssen Mieter und Eigentümer auch im Urlaub haften.

Tobias Wringer

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