Reisen auf Goethes Spuren: durch Bayern nach Italien - Regensburg

Reisen auf Goethes Spuren: durch Bayern nach Italien

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Johann Wolfgang von Goethes „Italienische Reise“ hat Literaturgeschichte geschrieben. Sein Reisebericht weckte seinerzeit bei vielen Lesern die Sehnsucht nach Entdeckungsreisen. Und das tut er auch heute noch. Immer noch ist der Weg durch Bayern über den Brenner und dann durch Italien eine der schönsten Reiserouten der Welt. Und immer noch lässt sich auf so einer Reise weit mehr entdecken als die bekannten Sehenswürdigkeiten. Wer auf Goethes Spuren nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Geist auf die Reise geht, kann auch heute noch ein modernes Abenteuer erleben.

Goethes zeitloses Reiseerlebnis

Würde Goethe in der heutigen Zeit leben, würde er vielleicht seine Erlebnisse in einem Reiseblog im Internet posten. Seinerzeit aber führte er ein Reisetagebuch, das er erst später zu seinem berühmten Reisebericht umarbeitete. Der beschreibt seine Erfahrungen und Erlebnisse zwischen September 1786 und Mai 1788, auf einer Reise, die ihn vom böhmischen Karlsbad aus durch Bayern bis nach Neapel führte. Unterwegs war Goethe meist allein und per Postkutsche. Er erkundete Land und Leute, philosophierte über Gott und die Welt und genoss das Leben auf Reisen.
Seine erste Etappe führt ihn dabei durch Bayern. Er macht Station in Regensburg, München und Mittenwald und macht sich anschließend auf den Weg über den Brenner. Vor allem die Ansicht der Alpen beeindruckt ihn und er hält fest: „Nun ging mir eine neue Welt auf. Ich näherte mich den Gebirgen, die sich nach und nach entwickelten“.
Anschließend reist Goethe quer durch Italien. Er besucht unter anderem Bozen, Trient, den Gardasee, Verona, Padua, Venedig und Bologna. Nach einem längeren Aufenthalt in Rom führt ihn sein Weg schließlich nach Neapel.
Überall besucht er Sehenswürdigkeiten, macht naturwissenschaftliche, kulturelle und alltägliche Beobachtungen und hält sie schriftlich fest.
Diese Zeit wird für Goethe zur Selbstfindungsreise und zum prägenden Erlebnis – etwas, das auch viele heutige Reisende anstreben.

Reisen wie Goethe mit dem Zug statt mit der Postkutsche

Goethes Reisebericht übt auch heute noch eine große Faszination aus und animiert Menschen auf seinen Spuren zu reisen. Kein Wunder, denn eine Reise über den Brenner nach Italien ist bis heute in vielerlei Hinsicht ein wunderbares Erlebnis. Es ist aber auch Goethes Art zu reisen, die fasziniert. Mit dem Billigflieger nach Rom und dort den Touristenströmen folgen – das ist heute kein nennenswertes Erlebnis mehr. Sich auf Erkundungstour zu begeben, sich auf seiner Route treiben zu lassen, den Wandel der Landschaft und des Klimas zu erleben und dabei den verschiedensten Menschen zu begegnen hingegen schon. Eben das tat Goethe und eben das ist bei einer Reise auf Goethes Spuren auch heute noch möglich. Freilich nicht mehr mit der Postkutsche. Wer heute einer Reiseroute folgt, tut das mit PKW oder Wohnmobil oder aber per Zugreise. Letztere kommt Goethes Erlebnis vermutlich noch am nächsten. Das öffentliche Verkehrsnetz in Italien ist recht gut ausgebaut, günstig und angesichts des dortigen Straßenverkehrs eine komfortable und vor allem sichere Alternative zum Auto.
Praktischerweise folgt die Zugverbindung zwischen Deutschland und Italien - von München über Innsbruck und den Brenner nach Bozen und anschließend nach Verona – dabei auch gleich Goethes Reiseroute.
Ein durchaus empfehlenswerter Trip, bei dem es auch heute viel zu entdecken gibt – nicht nur für Goethe-Leser.

 

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Tobias Wringer Internetmarketing & SEO