PC macht komische Geräusche: Festplatte defekt - Festplatte

PC macht komische Geräusche: Festplatte defekt?

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Klicken, schleifen, klackern: Die Geräusche können unterschiedlich sein, sind in jedem Fall aber ungewöhnlich und besorgniserregend - besonders, wenn Begleiterscheinungen hinzu kommen. Mal sind Dateien plötzlich verschwunden, ein andermal lässt sich der PC erst gar nicht mehr hochfahren. Die quälende Frage Betroffener: Ist die Festplatte kaputt und sind meine Daten weg?


Goldene Regel: Ruhe bewahren

In Panik zu verfallen wäre das schlechtestes was man in dieser Situation tun könnte. In Panik zu verfallen heißt konkret: Wie wild versuchen, die Festplatte wieder ans Laufen zu bringen oder Dateien zu retten, falls der Zugriff noch (beschränkt) möglich ist. Denn was erst einmal nach der sinnvollsten Handlung klingt, kann die Festplatte weiter beschädigen.


Schreib- und Lesezugriffe vermeiden

Im Falle von klackernden, schleifenden oder anderweitig komischen Geräuschen, wird es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine HDD handeln - eine klassische Festplatte mit beweglichen Bauteilen. Haben diese Bauteile Schaden genommen, sollte die Stromzufuhr unmittelbar unterbrochen, also der PC hart ausgeschaltet und der Stecker gezogen werden. Weitere Lesevorgänge oder Schreibzugriffe durch vermeintliche Recovery Tools könnten den Schaden intensivieren.

Zu den häufigsten Ursachen defekter Festplatten zählen Hardwareschäden (physikalische Schäden) durch Sturz oder Überspannung - z. B. Motor-, Steuerplatinen-Defekte sowie Schäden am Schreib-/Lesekopf (Head-Crash).


Festplatte selber reparieren?

Nun könnte man auf die Idee kommen, die Festplatte aus dem PC- oder Laptop-Gehäuse zu entfernen und zu öffnen, um sich die Sache einmal genauer anzusehen. Doch hier ist absolute Vorsicht geboten: Winzige Staubkörnchen können Schreib-Leseköpfe, den Schreib-Lesekopfarm und -Motor, die Festplattenelektronik sowie die Platine nachhaltig beschädigen und eine spätere Datenrettung erschweren. Auch die Arbeit mit professionellem Werkzeug führt häufig zu winzigen Kratzern mit großer Wirkung auf der Magnetscheibe.


Daten retten und vorbeugen

Wer mit einem ordentlichen Backup (z. B. in der Cloud und auf einer separaten externen Festplatte) vorgesorgt hat, braucht sich keine Sorgen machen. In so einem Fall kann man einfach eine neue Festplatte einbauen (lassen) und die gesicherten Daten auf die neue Festplatte überspielen. Windows lässt sich über ein separates Boot-Medium wie einen USB-Stick auf dem neuen Datenträger installieren.

Wer kein Backup besitzt, sondern auf die Dateien von der defekten Festplatte angewiesen ist, muss diese in die Hände eines professionellen Datenretters geben. Lokale Anbieter in München oder anderen Städten Deutschlands setzen defekte Bauteile in einem staubgeschützten Reinraum instand und lesen die Dateien mit professioneller Software aus.

Im Gegensatz zu Gratis-Tools aus dem Netz können die individuell programmierten Programme der Spezialisten defekte Festplattenbereiche überspringen. Das schont Bauteile und schützt vor weiterem Datenverlust. Eine Weiternutzung der “reparierten” Festplatte empfehlen Experten jedoch nicht.


SSD statt HDD?

Ob die nächste Festplatte wieder eine HDD oder eine SSD wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist: HDDs sind aufgrund ihres Aufbaus anfälliger für mechanische Defekte als SSDs. Zudem sind SSDs (SSD = Solid-State-Drive) leiser und schneller - aber bei Weitem nicht “unkaputtbar”. Das liegt an der begrenzten Anzahl an Schreib- bzw. Löschvorgängen pro Flash-Speicherzelle. Weil SSDs mit Spannung funktionieren, können Daten außerdem bei längerer Nichtbenutzung verloren gehen.

Als Speichermedium für Langzeit-Backups empfehlen Experten deshalb klassische HDD Festplatten. Hier wird die Lebensdauer “nur” durch den Zustand der verbauten Bauteile begrenzt. Gut gelagert und sicher verstaut kann den Daten in der Regel nichts passieren.

Als interne Datenträger sind moderne SSDs hingegen hervorragend geeignet. Damit gehören dann in Zukunft auch “komische Geräusche” der Vergangenheit an.

 

Tobias Wringer

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