Unverdiente Ungleichheit
Martyna Linartas untersucht, wie Deutschland sich von einer angeblichen Leistungsgesellschaft zu einer Erbengesellschaft entwickelt hat, in der Privilegien zumeist vererbt werden – und nicht verdient.
Sie dokumentiert eindrücklich das schockierende Wachstum von Vermögensungleichheit: Während groß angelegte Reichtümer von Generation zu Generation wachsen, lebt jeder sechste Mensch in Armut. Die Autorin zeigt, wie die Steuerpolitik – etwa bei Erbschaften – die bestehende Ungleichheit zementiert. Anhand exklusiver Elite-Interviews, ökonomisch-historischer Fakten und dem Blick zurück auf die wirksame Erbschaftsteuer von 1919, plädiert sie für eine Reform, die Demokratie, Umwelt und Wohlstand schützt.
„Unverdiente Ungleichheit“ ist eine sachliche, tief recherchierte und politisch relevante Analyse. Linartas präsentiert faktenbasiert, warum und wie unverdienter Reichtum unsere Gesellschaft spaltet. Sie spricht Klartext: Ungleichheit ist keine abstrakte Zahl, sondern eine akute Bedrohung für Demokratie und Chancengerechtigkeit. Besonders stark: die Gespräche mit Wirtschaftsvertretern, die Einblick geben, wie das System von innen funktioniert. Zudem überzeugt das Werk durch historische Rückblicke – etwa zur Erbschaftsteuer von 1919 – und konstruktive, umsetzbare Vorschläge für eine zeitgemäße Steuerpolitik.
Fazit: Ein wichtiges Sachbuch, das unbequem, unbequem ehrlich und zugleich lösungsorientiert ist. Wer nach Argumenten für ein gerechteres Steuer- und Erbschaftssystem sucht, findet hier eine kraftvolle, fundierte Stimme.
- Verlag: Rowohlt Buchverlag
- Erscheinungstermin: 15.04.2025
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- ISBN: 978-3-498-00735-5
- 320 Seiten
- Autorin: Martyna Linartas