Ist die Waldorfschule die beste Wahl?

Ist die Waldorfschule die beste Wahl?

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Die Beeinflussung


Die Schulbildung ist für jedes Kind von großer Bedeutung. In der Schulzeit entwickelt sich das Kind, lernt, eigene Entscheidungen zu treffen und verwandelt sich mit den Jahren von einem Kind in einen Teenager und schließlich in einen erwachsenen Menschen, der seine eigenen Entscheidungen trifft. Die Wahl der Schule kann den Weg, den das Kind beschreitet, in eine bestimmte Richtung lenken und ihm gewisse Normen und Vorstellungen mitgeben. Bereits im Kindergarten wurde ein Teil der Früherziehung von den Kindergärtnern übernommen und diese Arbeit wird während der Schulzeit von den Lehrern fortgeführt. Da ein junger Mensch einen großen Teil seiner Zeit in der Schule verbringt und dort sein soziales Umfeld aufbaut, entscheidet also die Schulwahl in gewisser Weise mit, welcher Mensch später aus dem Schulkind wird.



Was spielt eine Rolle bei der Schulwahl?

In Deutschland sieht das aktuelle Schulsystem vor, dass jedes Kind in der Regel nach dem Kindergarten für vier Jahre auf eine Grundschule geht. Dort lernt es die Grundlagen, die es für die spätere Bildung benötigt. Dazu gehören lesen, schreiben und einfache Rechenaufgaben. Nach diesen vier Jahren steht die Wahl der weiterführenden Schule an. In der Grundschule wird bereits eine Empfehlung gegeben, auf welcher Schule die Lehrkräfte das Kind in der Zukunft sehen. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Eltern.
Meistens fällt die Wahl auf das Gymnasium oder die Realschule. Die Hauptschule wird häufig für Schüler gewählt, die Probleme beim Lernen haben und in der Grundschule nicht gut mit der Unterrichtssituation klargekommen sind. Auf dem Gymnasium werden die Schüler vor allem auf ein mögliches zukünftiges Studium vorbereitet. Sie lernen, Texte zu analysieren, kritisch zu denken und aktuelle Gegebenheiten zu hinterfragen. Auf der Realschule ist der Unterricht etwas einfacher gehalten und praxisorientierter. So haben viele Schüler zum Beispiel im Unterricht das Thema kochen und probieren zusammen verschiedene Rezepte aus. 


Auch Gesamtschulen und Oberschulen sind Optionen, bei denen Schüler verschiedener Leistungsstärken zusammen unterrichtet werden. Doch bei der Schulwahl sollte vor allem auf die Interessen und Fähigkeiten geachtet werden. Es gibt zum Beispiel auch Schulen, die sich auf bestimmte Schwerpunkte wie Musik oder Sport spezialisiert haben. Wichtig ist, dass das Kind nicht über- oder unterfordert wird.



Was macht eine Waldorfschule aus?


Ebenfalls ist die Waldorfschule ein möglicher Schulweg. Hier können die Kinder auch schon ab der ersten Klasse unterrichtet werden. Die Theorie des Waldorfunterrichts wurde von Rudolf Steiner entwickelt und mittlerweile gibt es weltweit etwa 1000 Schulen, die die Kinder nach dieser Theorie ausbilden. Hierbei wird vor allem auf die persönliche Entwicklung der Kinder geachtet und darauf, dass sie sich frei entfalten und ihren persönlichen Interessen nachgehen können.
An Waldorfschulen werden die Schülerinnen und Schüler bis zur zwölften Klasse begleitet und erhalten in der Zeit bis zur elften Klasse keine Noten. Stattdessen schreiben die Lehrer unter Prüfungen und Tests Kommentare und geben Verbesserungsvorschläge. Außerdem können die Schüler auch bei schlechten Leistungen nicht sitzenbleiben und die Klassenstufe wiederholen. 


Ein weiterer Punkt, der den Walddorfunterricht ausmacht, ist die Wichtigkeit künstlerischer Tätigkeiten. Auch an normalen Schulen gibt es die Fächer Kunst und Werken. Doch an Waldorfschulen wird mehr Wert auf diese Fächer gelegt und die Schüler erhalten eine umfassendere Ausbildung, die ihnen auch in der Zukunft noch nützlich sein kann. Sie stellen Gegenstände für den eigenen Gebrauch her, aber es werden auch Dinge für die Schule gebaut - Stühle, Tische oder Ähnliches.


Als Lehrer an einer Waldorfschule hat man viele Freiheiten, wenn es um die Unterrichtsgestaltung geht. Diese ist nämlich nicht fest vorgeschrieben und mit einzelnen Themen ausgestattet, die abgearbeitet und gelehrt werden müssen. Die Lehrer können ihren Unterricht recht frei gestalten, eigene Werte vermitteln und Ideen verwirklichen.
 Die Ausbildung an einer Waldorfschule endet mit dem sogenannten Waldorfabschluss. Dieser wird allerdings staatlich nicht anerkannt, weswegen zahlreiche Waldorfschulen die Möglichkeit bieten, sich in einem weiteren Schuljahr auf das Abitur oder die Fachhochschulreife vorzubereiten.



Welche Vorteile hat der Unterricht an einer Waldorfschule?


Es gibt einige Vorurteile gegenüber Waldorfschulen und viele Menschen sind deren Theorien gegenüber nicht gerade positiv eingestellt. Doch die Schulbildung an einer Waldorfschule hat für das Kind einige Vorteile. Da die meiste Zeit in der Schule keine Noten gegeben werden und die Schüler nicht sitzenbleiben können, wird der Druck aus der ganzen Schulsituation herausgenommen. Außerdem wird das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt und es hat nicht das Gefühl, dass der eigene Wert von den Schulleistungen abhängt.


Auch die künstlerische Ausrichtung ist ein Vorteil, da die Kreativität und die Vorstellungskraft gesteigert wird. Dadurch haben die Schüler in ihrer Zukunft die besten Voraussetzungen, um einen künstlerischen Beruf auszuüben und beispielsweise eine Tätigkeit auf der Bühne zu meistern.
 Außerdem wird der Spaß an der Schule gesteigert, da die Kinder in den Fächern unterrichtet werden, die sie interessieren und die ihnen liegen. Viele Kinder, die auf normale Schulen gehen, würden antworten, dass sie nicht gerne zur Schule gehen. Die Kinder auf der Waldorfschule hingegen sind meist dankbar für den abwechslungsreichen Unterricht, den sie erhalten und den Spaß, den der Unterricht ihnen bereitet.


Man kann nicht verallgemeinert sagen, welche Schule die beste ist. Doch Waldorfschulen sind eine gute Wahl für künstlerisch veranlagte Schüler, zudem gibt es hier auch zahlreiche Alternativen in der weiteren Fortbildung.  
 

Tobias Wringer

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