Drogenkonsum in Deutschland – Zahlen und Einordnung

Drogenkonsum in Deutschland – Zahlen und Einordnung

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Wie viel Alkohol trinken die Deutschen, wie viel rauchen sie, wie viel kiffen sie und wie steht es um die Jugend? Alle Daten und Fakten – hier!

Tabakkonsum nimmt ab – Cannabiskonsum nimmt wieder zu

Rauchen wird immer mehr zu einer Randerscheinung. Die gesundheitlichen Schäden, die durch den Glimmstängel verursacht werden, sind zwar schon seit vielen Jahrzehnten bekannt, werden aber anders als früher nicht mehr toleriert. Es ist ein weltweiter Prozess, der ungefähr ab der Jahrtausendwende eingesetzt hat. Die USA waren damals in der Vorreiterrolle, andere Staaten zogen fast geschlossen nach.

Auch in Bayern hat sich der Tabakverbrauch seit den 1980er-Jahren mehr als halbiert. Dadurch sanken auch die Zahlen der Cannabiskonsumenten drastisch, auch wenn der Anteil der Kiffer in den letzten Jahren wieder leicht zugenommen hat. Von den 12-17-Jährigen hat nur etwa jeder Zehnte wenigstens einmal Erfahrungen mit dem etwas anderen Gras gesammelt, bei den 18-25-Jährigen kennt immerhin fast jeder Zweite das Gefühl der Bewusstseinsveränderung. Dies enthüllte eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahre 2019.

Cannabis ist die mit Abstand meist konsumierte illegale Droge

Alkohol und Nikotin bleiben Volksdrogen. Von den illegalen Drogen nimmt Cannabis weiterhin den ersten Platz ein. Die exponierte Stellung, die Cannabis unter den illegalen Drogen behauptet, lässt sich gut an einer statistischen Erhebung in der EU von 2016 belegen. 24,8 % der EU-Bürger zwischen 15 und 64 Jahren gaben an, wenigstens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. Weit abgeschlagen rangieren Kokain (5,1 %), Ecstasy (3,9 %) und Amphetamine (3,6 %) auf den Plätzen zwei bis vier.

Vielleicht mag dies daran liegen, dass Cannabis leichter zu beschaffen ist. Entsprechendes Zubehör ist sowohl im stationären Handel als auch online erhältlich. So können Konsumenten z. B. diskret sogenannte Papes von Zamnesia erwerben.

Konsum von E-Produkten und Wasserpfeife

Wasserpfeifen, E-Zigaretten und E-Liquids entstanden als Reaktion auf die globale Antirauchkampagne. Sie werden von den Herstellern als gesunde Alternative verkauft. Doch die Bundesregierung sieht auch diese Entwicklung kritisch, sodass die modernen Erzeugnisse in das ab 2022 schrittweise vollzogene Außenwerbungsverbot einbezogen werden. Nach Angaben der BZgA sei der Trend allerdings zum Erliegen gekommen, denn aktuell sei kein Anstieg beim Konsum von E-Zigaretten zu beobachten. Man behalte die Entwicklung aber im Auge.

Auch Alkohol verliert an Reiz

Alkohol wird ebenfalls unbeliebter. Dieser Trend ist allerdings weniger deutlich als beim Rauchen, was wohl daran liegt, dass eine vergleichsweise Kampagne wie gegen Zigaretten nicht geführt wird. Vor allem im Laden kommen Trinker immer noch günstig an Alkoholika, sodass auch Sozialschwache die Möglichkeit dazu haben, beispielsweise große Mengen an Bierflaschen von Billiganbietern mit nach Hause zu nehmen.

Eine Statistik der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) enthüllt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol in Deutschland seit 1980 von 15,1 l auf 10,7 l im Jahre 2018 gesunken ist. Bei den Jugendlichen fiel der Anteil derjenigen, die regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren, bei den 12-17-Jährigen von 25 % im Jahre 1980 auf 10 % im Vergleichsjahr 2015. Bei den 18-25-Jährigen sank er im selben Zeitraum von 65 % auf 32 %, was ungefähr einer Halbierung entspricht.

Problematisch ist heute vor allem das exzessive Trinken. In den 0er-Jahren trat nämlich das Komasaufen als soziales Phänomen auf und seit der Jahrtausendwende stieg der Anteil derer, die aufgrund gefährlicher Mengen an Alkohol ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, um den Faktor 2,5 an. Zudem führte die Corona-Pandemie laut OECD zu einem Anstieg von exzessiven Verläufen.

Fazit: Jugendliche rauchen weniger

Die Tatsache, dass Rauchen unter Jugendlichen schlichtweg uncool geworden ist, führt dazu, dass der Tabakbranche der Nachwuchs ausgeht. Adam Spielman, Managing Director von der Citibank, schätzt, dass Zigaretten in Europa, den USA, Südamerika und Australien bis 2050 weitgehend verschwunden sein werden. Dass E-Zigaretten an ihre Stelle treten könnten, ist momentan aufgrund des abebbenden Trends eher unwahrscheinlich, zumal nicht nur in Deutschland diese Alternativprodukte immer stärker in die Antiraucherkampagnen miteinbezogen werden.

Tobias Wringer

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