Dispokredite: Darauf sollten Sie unbedingt achten - Geldübergabe

Dispokredite: Darauf sollten Sie unbedingt achten

Tobias Wringer

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Lebensmittel, Benzin und andere Dinge des Alltags – aktuell wird auch in Bayern alles teurer. Wer nicht genau auf sein Geld achtet und jeden Cent zweimal umdreht, kann unter Umständen mit seinem Konto im Minus landen. Dass Sie den Dispo ausnahmsweise in Anspruch nehmen, ist natürlich nicht schlimm. Laut einer aktuellen Umfrage des Kreditvermittlers Smava befanden sich bereits zu Anfang des Jahres etwa 6,6 Millionen Deutsche mit ihrem Konto im Minus. Schwierig wird es jedoch dann, wenn Ihr Konto dauerhaft keine schwarzen Zahlen mehr schreibt. Deshalb haben wir an diesem Punkt einige Tipps gesammelt, worauf Sie bei Ihrem Dispokredit achten sollten.

Was ist eigentlich ein Dispokredit?

Viele von uns haben ihn bestimmt schon das ein oder andere Mal in Anspruch nehmen müssen: den Dispokredit. Er hilft Ihnen, wenn Sie ganz schnell und unkompliziert Geld benötigen. Sie heben oder buchen dabei Geld von Ihrem Konto ab, das ganz oder teilweise gar nicht mehr darauf vorhanden ist. Sie gehen also mit Ihrem Konto ins Minus und schreiben rote Zahlen.

Dieser Kreditrahmen wird Ihnen von Ihrer Bank auf Wunsch eingerichtet. Dabei können Sie meist selbst entscheiden, wie hoch das Limit ausfallen soll. Idealerweise sollten Sie es jedoch vermeiden, mit Ihrem Konto rote Zahlen zu schreiben. Ein Dispokredit ist nämlich nicht ganz billig. Hier hat wohl der finanzielle Spielraum und die Flexibilität ihren Preis.

Je nach Hausbank, bei der Sie Kundin oder Kunde sind, müssen Sie zwischen 8 und 16 Prozent Zinsen auf das Kontominus zahlen. Die Zinsen fallen bereits ab dem ersten Tag an. Laut der Stiftung Wahrentest liegt die Höhe der Zinsen für einen Dispokredit im Schnitt bei 9,43 Prozent.

Voraussetzungen, um den Dispo zu nutzen

Um einen Dispokredit in Anspruch zu nehmen, müssen Sie in Deutschland gewisse Voraussetzungen erfüllen. Diese gelten beispielsweise auch dann, wenn Sie einen herkömmlichen Kredit aufnehmen möchten.

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass Sie voll geschäftsfähig sind. Dabei müssen Sie mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben. Diese Voraussetzung ist per Gesetz vorgeschrieben.

Daneben benötigen Sie einen Hauptwohnsitz in Deutschland sowie eine deutsche Kontoverbindung. Letzteres ist jedoch ohnehin gegeben, wenn Sie den Überziehungskredit in Deutschland nutzen möchten.

Die Banken verlangen für die Freigabe eine Dispokredits außerdem eine gewisse Kreditwürdigkeit. Je nach Bonität kann der finanzielle Spielraum pro Monat erweitert oder verringert werden.

Während bei anderen Kreditarten ein sicheres Einkommen als Voraussetzung gilt, sind bei einem Dispokredit nur regelmäßige Geldeingänge von Nöten. Nachweise sind dabei nicht zu erbringen, da Ihre Bank jederzeit sehen kann, wie die finanzielle Lage auf Ihrem Konto aussieht.

Vor dem Überziehen den Zinssatz überprüfen

Bevor Sie sich überhaupt dazu entscheiden, Ihr Konto zu überziehen, sollten Sie sich über die geltenden Zinssätze Ihrer Bank informieren. Nur so können Sie auch wissen, worauf Sie sich beim Überziehen einlassen. Denn je nach Bank können die Zinsen, die auf den Dispo anfallen, sogar zweistellig sein.

Die entsprechenden Informationen finden Sie in den Filialen, sofern Sie Kundin oder Kunde bei einer der klassischen Hausbanken sind. Ansonsten finden Sie die entsprechenden Zinssätze im Internet. Das Personal der Banken wird Ihnen ebenfalls Auskunft geben können.

Eine weitere letzte Möglichkeit, wie Sie erfahren, wie hoch die Zinsen für den Dispokredit sind, ist der Kontoauszug. Immer dann, wenn die Zinsen abgerechnet werden, müssen die Konditionen auf den Auszügen abgebildet werden. Das kann beispielsweise zum Ende eines jeden Quartals oder dem Jahresende passieren.

Überprüfen Sie die Zinsen, erleben Sie bei der Abrechnung Ihres Dispokredits keine böse finanzielle Überraschung.

Dispokredite: Darauf sollten Sie unbedingt achten

Wann ist der Dispo sinnvoll?

Der Überziehungskredit ist eine Finanzierung, die wirklich nur im Notfall in Anspruch genommen werden sollte. Der Dispo sollte nicht zum Dauerthema werden, sondern sollte einem kurzfristigen Einsatz vorbehalten sein. Er kann kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken.

Banken räumen Ihnen dazu das etwa zwei- bis dreifache Ihrer monatlichen Einkünfte als finanziellen Spielraum ein. Daraus ergeben sich für Sie einige Vorteile:

  • Dispokredite können besonders flexibel eingesetzt werden. Sie können ihn abrufen und zurückzahlen, wann Sie es möchten. Das hat natürlich seinen Preis.
  • Sie müssen dazu keine Anträge stellen und Dokumente einreichen, wie das etwa bei einem herkömmlichen Ratenkredit der Fall wäre.
  • Der Dispokredit ist direkt und schnell abrufbar.
  • Sollten unvorhersehbare Kosten auf Sie zukommen, haben Sie einen größeren finanziellen Spielraum. Allerdings sollte dieser Spielraum nur so kurz wie möglich in Anspruch genommen werden.
  • Sie zahlen nur dann Zinsen, wenn Sie den Dispokredit nutzen.
  • Sollten Sie auf dem Dispokredit nicht mehr herauskommen, können Sie ihn umschulden und ihn mittels eines Ratenkredits auslösen.

Die Nachteile eines Dispokredits

Neben all den genannten Vorteilen hat der Dispokredit jedoch auch entscheidende Nachteile, die Ihnen bewusst sein sollten, wenn Sie ihn nutzen.

  • Der offensichtlichste Nachteil beim Dispokredit sind wohl die sehr hohen Zinsen. Es können zwischen 6 und 16 Prozent anfallen. Je nach Bank fallen sie unterschiedlich aus. Der Dispo sollte idealerweise gar nicht oder nicht länger als einen Monat genutzt werden.
  • Sollte der Dispokredit nicht ausreichen, kann die Bank sogenannte Überziehungsgebühren erheben, deutlich höher ausfallen können als die Dispozinsen.
  • Die Überziehung des Kontos kann zu einer Art Schuldenspirale führen, aus der Sie unter Umständen nicht mehr so schnell heraus kommen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie Ihr Dispolimit sehr hoch gewählt haben. Sollten Sie Ihren Dispokredit nicht im nächsten Monat mit dem neuen Geldeingang ausgleichen können, sollten Sie über Alternativen zum Dispo nachdenken.

Unter anderem können Ihnen Schuldnerberaterinnen und -Berater dabei helfen, wieder aus dem Minus zu kommen.

Wichtig für Sie zu wissen: Zusatzgebühren, beispielsweise in Form von Bearbeitungskosten, Pauschalen oder Zuschlägen sind unrechtmäßig. Das geht aus einem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2016 hervor.

Umschuldung: Schuldenspirale umgehen

Die Umschuldung ist eine gute Möglichkeit, wie Sie aus einem Dispokredit wieder herauskommen. Dabei handelt es sich um einen Raten oder Konsumentenkredit, den Sie aufnehmen, um Ihr Girokonto auszugleichen und es wieder ins Plus zu bringen.

Die Zinsen für Ratenkredite sind deutlich niedriger als für den Dispokredit. Auf diese Weise kommen Sie günstiger aus den Schulden heraus. Außerdem lässt sich der neue Kredit bequemer zurückzahlen. Den Ratenkredit, wie der Name es bereits verrät, zahlen Sie in monatlichen Raten zurück, die stets gleich bleiben.

Idealerweise sollte die Kreditsumme ein wenig höher ausfallen als die Schulden aus dem Dispokredit. Auf diese Weise haben Sie noch einen kleinen finanziellen Puffer und mehr Spielraum, wenn bereits die erste Rate auf den Umschuldungskredit anfällt.

Wenn Sie den neuen Kredit beantragen, ist es wichtig, dass Sie als Verwendungszweck die Umschuldung angeben. So erkennt die Bank, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und sieht im Ratenkredit kein zusätzliches Darlehen zum Dispo. Auf diese Weise können Sie die Zinsen für die Umschulding niedrig halten.

Vorher Angebote vergleichen

Wenn Sie sich für eine Umschuldung entscheiden, sollten Sie vorher verschiedene Angebote für Ratenkredite miteinander vergleichen. Stellen Sie nicht nur bei Ihrer Hausbank eine unverbindliche Konditionsanfrage für einen Kredit, sondern schauen Sie sich auch anderweitig um.

Im Internet bieten zahlreiche Direktbanken günstige Online-Kredite an. Damit Sie dabei nicht den Überblick verlieren, empfehlen wir Ihnen Vergleichsportale zu nutzen, um das für Sie passende Angebot zu finden.

Dazu geben Sie direkt alle nötigen Daten, wie etwa die Kredithöhe, die gewünschte Laufzeit sowie Daten zu Ihrer Person ein und bekommen anschließend entsprechende Angebote präsentiert.

Im Idealfall können Sie den Kredit direkt vollständig online beantragen, ohne überhaupt das Haus verlassen zu müssen. Nach dem Antrag haben Sie das Geld bereits innerhalb weniger Tage auf Ihrem Konto und gleichen es somit aus.

Dispo und Auswirkungen auf die Schufa

Zunächst hat das Nutzen eines Dispokredits keine Auswirkungen auf Ihre Daten bei der Schufa. Die Auskunftei weiß zwar, dass Sie ein Konto nutzen, das über einen Dispokredit verfügt, allerdings werden die Überziehungen nicht gemeldet.

Die Lage ändert sich jedoch, wenn die Bank Ihren Dispokredit kündigt. Das passiert beispielsweise dann, wenn Sie ihn nicht mehr ausgleichen können. Die Bank informiert darüber die Schufa und Sie bekommen einen negativen Eintrag. So wird Ihre Kreditwürdigkeit herabgestuft und Sie haben es für gewöhnlich schwerer einen Kredit bei einer anderen Bank zu bekommen.

Allerdings gibt es vor einem Schufa-Eintrag immer eine offizielle Ankündigung. Ansonsten ist ein solcher Eintrag nämlich gegen das Gesetz.

Alternativen zum Dispokredit

Neben einer Umschuldung, die erst dann Sinn ergibt, wenn Sie bereits den Dispokredit nutzen, können Sie im Vorfeld bereits zu einer Alternative greifen. Bei Kreditkarten fallen beispielsweise keine Zinsen auf den genutzten Kreditrahmen an. Wenn Sie den Betrag jedoch nicht im Folgemonat ausgleichen können, müssen Sie dennoch mit Gebühren rechnen.

Dispokredite: Darauf sollten Sie unbedingt achten - Kreditkarten in Jeanshosentasche

Ein Rahmenkredit funktioniert ähnlich wie der Dispokredit, nur mit günstigeren Zinsen. Allerdings muss er gesondert beantragt werden. Das Konto wird dabei nicht überzogen, sondern wie bei einem herkömmlichen Kredit findet eine Überweisung statt.

Sie können von vorneherein einen Ratenkredit nutzen. Dabei profitieren Sie von der größtmöglichen Planungssicherheit und haben eine bessere Kontrolle über Ihre finanzielle Belastung.

Gar nicht erst überziehen

Am Ende ist es natürlich am besten, wenn Sie Ihr Konto gar nicht erst überziehen müssen. Versuchen Sie sich stattdessen auf einem Tagesgeld- oder einem Sparkonto ein kleines finanzielles Polster zu schaffen. Für volle finanzielle Flexibilität reicht es meist, wenn Sie sich drei Monatseinkommen ansparen.

Fazit

Ein Dispokredit kann ziemlich praktisch sein, wenn Sie schnell und flexibel Geld benötigen. Dennoch sollten Sie diese Kontoüberziehung vorsichtig einsetzen, ansonsten könnten Sie schnell in einer Schuldenfalle landen. Wenn es die Ausnahme bleibt, ist die Disponutzung natürlich kein Problem.

Tobias Wringer

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