Die häufigsten Fragen rund um Kredite

Tobias Wringer

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Bereits seit langer Zeit leihen sich Menschen etwas und zahlen die Schuldsumme zuzüglich Zinsen zurück. Die Wurzeln des einfachen Kreditwesens liegen etwa um 3.000 vor Christus in Mesopotamien. In den Anfängen handelte es sich nicht um Münzen oder Scheine, sondern beispielsweise um Getreidekörner, die verliehen wurden. Heute ist die Kreditaufnahme sowohl im Geschäfts- als auch Privatleben gang und gäbe. Dazu trug zum einen die Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank erstmalig auf null Prozent am 10. März 2016 bei. Zum anderen die zahlreichen Online-Banken, die das Kreditwesen deutlich vereinfachten.

Zwar fällt beim Online-Kredit der Handschlag weg, allerdings ist er sowieso nicht verbindlich, es zählt allein die Unterschrift auf dem Kreditvertrag.

Experteninterview zu den häufigsten Fragen rund um Kredite

Regelmäßig erreichen uns Fragen rund um den Kreditvergleich, die Beantragung von Krediten im Allgemeinen oder auch zur Rolle der Schufa beim Kreditantrag. In unserem Experteninterview geben Paul Ballichar und Quang-Dung Ta Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen. Die beiden sind Bankkaufmänner und beraten seit mehreren Jahren Kunden im Privatkreditbereich.

 

5. Verschlechtert der Online-Kreditvergleich meinen Schufa-Score?

Herr Ballichar: Nein. Denn solange man nur Angebote vergleicht, werden dafür nur Konditionen eingeholt. Konditionsanfragen sind Schufa-neutral und verschlechtern somit nicht den Schufa-Score. Sie sind auch nur für den Kunden selbst für 1 Jahr in der eigenen Schufa-Datei einsehbar. Kreditanfragen können hingegen den Schufa-Score beeinflussen. Das passiert aber nur, wenn man einen Kreditvertrag unterschreibt und an die Bank versendet. Wird der Kredit genehmigt, wirkt sich das positiv auf den Scorewert aus.

 

6. Werde ich im Rahmen des Kreditantrags unterstützt?

Herr Ta: Um die Kunden bestmöglich beim Kreditantrag zu unterstützen, melden sich die Kreditspezialisten bei Bedarf telefonisch oder per E-Mail. In manchen Fällen sind es Rückfragen, die zu klären sind oder es fehlen noch bestimmte Unterlagen. Sie können die Kreditspezialisten bei Bedarf auch selbst kontaktieren, wenn Sie während dem Kreditvergleich oder beim Kreditantrag Fragen haben.

 

9. Wieso gibt man bei der Kreditanfrage detaillierte Daten ein?

Herr Ballichar: Um ein genaues Angebot zu berechnen benötigt die Bank detaillierte Angaben. Weiterhin muss sich die Bank die richtigen Schufa-Daten des Kunden einholen können, um einzuschätzen, wie gut dessen Bonität ist.

Erhalten Kurzarbeiter einen Kredit?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie führten bei zahlreichen Beschäftigten zu reduzierten Arbeitsstunden und infolge dessen zu einem geringeren Gehalt. Auch gibt es Berufe, in denen Kurzarbeit phasenweise zum Standard gehört. Grund dafür ist die Schlechtwetterzeit von Dezember bis März in Deutschland. Sie betrifft unter anderem Unternehmen im

 

  • Bauhauptgewerbe,
  • Dachdeckerhandwerk,
  • Gerüstbauerhandwerk sowie
  • Garten- und Landschaftsbau.

 

Das monatliche Einkommen Betroffener ist während der Wintersaison teilweise deutlich verringert. Da bekanntermaßen Geldinstitute eine Darlehensbewilligung auch von der Höhe des Verdienstes abhängig machen, stellen sich viele Verbraucher die Frage: Ist ein Kredit je nach Anbieter trotz Kurzarbeit möglich?

 

Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, denn je nach Kreditgeber erfolgt eine individuelle Bewertung der Kurzarbeit. In der Regel setzt die Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld mit Sozialleistungen wie Kinder- oder Arbeitslosengeld gleich. Dies führt dazu, dass es bei der Haushaltsrechnung nicht als Einkommen Berücksichtigung findet. Somit bewerten Geldinstitute häufig ausschließlich den Arbeitgeberanteil als Einkommen. Das Augenmerk liegt weiterhin auf dem angenommenen Zeitraum der Kurzarbeit. Zudem spielt es eine Rolle, ob eine anschließende Arbeitslosigkeit oder erneute Vollzeitbeschäftigung wahrscheinlicher ist.

Welche Rolle spielt die SCHUFA beim Kreditantrag?

Geldinstitute in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, vor der Kreditbewilligung eine SCHUFA-Auskunft einzuholen. Die Informationen der Wirtschaftsauskunftei sind für sie zur Einschätzung des potentiellen Kreditnehmers unentbehrlich. Dieses Vorgehen kommt jedoch auch Verbrauchern zugute, denn es kann sie vor einer Überschuldung schützen. Nachteilig ist, dass die Bank oder Sparkasse der SCHUFA sowohl die einfache Konditions- als auch die konkrete Kreditanfrage melden muss. Während Erstere keine Auswirkungen auf den SCHUFA-Score hat, kann Letztere die Bonität jedoch verschlechtern.

 

Eine gute Alternative stellt die Nutzung eines Online-Kreditvergleiches dar. Grundsätzlich ist die Konditionsanfrage im Internet immer SCHUFA-neutral. Erst mit dem Kreditantrag erfolgt ein entsprechender Eintrag bei der Wirtschaftsauskunftei. Fakt ist: Ein schlechter SCHUFA-Score führt in den meisten Fällen zur Ablehnung des Darlehensantrages. Vor allem, wenn er sich auf unzuverlässigem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit oder mehrere bereits laufende Kredite begründet, erhalten Verbraucher nur selten einen positiven Bescheid.

 

Vorsicht ist geboten, wenn ein Anbieter mit „Kredit ohne SCHUFA“ wirbt. Meist handelt es sich um unseriöse Darlehensvermittler. Wer sich auf sie einlässt, muss mit

 

  • außergewöhnlich hohen Zinssätzen,
  • erheblichen Vorabgebühren und
  • der Verpflichtung zum Abschluss teurer Versicherungen

 

rechnen.

Die SCHUFA-Auskunft spielt bei der Entscheidung über einen Kreditantrag seitens der Geldinstitute eine große Rolle.

Können Verbraucher ihren SCHUFA-Score selbst verbessern?

Die meisten Menschen benötigen einen Kredit für eine wichtige Anschaffung, die dringend kurzfristig erforderlich ist. Zu den häufigsten Gründen für die Geldaufnahme gehören der Kauf eines Gebrauchtfahrzeuges (32 Prozent) oder eines Neuwagens (26 Prozent). Häufig wird sie auch für den Erwerb eines Haushaltsgroßgerätes (13 Prozent) wie eine Waschmaschine benötigt. Seltener ist die Finanzierung eines Urlaubes (6 Prozent) geplant, wobei meist eine langersehnte Reise in ferne Gefilde und nicht in ein deutsches Bundesland wie Bayern und Co. beabsichtigt ist.

 

Zum Großteil erfolgt die Kreditaufnahme zur Finanzierung eines Objektes wie ein Fahrzeug oder Kühlschrank, das kurzfristig ersetzt werden muss, weil es nicht mehr funktionstüchtig ist. Eine Kreditabsage kann deshalb fatal sein. Bestenfalls holt man sich vor der Beantragung eine SCHUFA-Selbstauskunft ein, sie ist einmal jährlich gebührenfrei. Man hört immer mal wieder von Verbrauchern, dass sie nicht gelöschte veraltete oder auch fehlerhafte Einträge vorfinden. Wer hier selbst aktiv wird, kann seinen SCHUFA-Score in jedem Fall verbessern.

 

Betroffene verfügen über die Möglichkeit, Fehler korrigieren zu lassen. Grundsätzlich muss der Nachweis erbracht werden, dass die entsprechenden Daten falsch sind oder zu Unrecht gespeichert wurden. Je nach Verantwortlichem wendet man sich entweder direkt an die SCHUFA oder an die Bank bzw. das Unternehmen, um die Löschung bzw. Korrektur der unrichtigen Einträge zu fordern. Viele Verbraucher wissen nicht, dass es sogenannte Löschfristen bei der Wirtschaftsauskunftei gibt. Sie stellen sich wie folgt dar:

 

  • sofortige Löschung – bei nachweislich falschem SCHUFA-Eintrag
  • nach zwölf Monaten – gilt für getätigte Kreditanfragen und Informationsabfragen von Unternehmen über den Verbraucher
  • nach drei Jahren – betrifft sämtliche Informationen über abgeschlossene Mahn- und Inkassoverfahren, bereits abbezahlte Kredite sowie zur Restschuldbefreiung und Insolvenz

 

Damit es erst gar nicht erst zu einem schlechten Schufa-Score kommt, sollte man seine Rechnungen stets pünktlich bezahlen und offene Forderungen schnellstmöglich begleichen. Darüber hinaus sind grundsätzlich Kontoüberziehungen zu vermeiden. Bestenfalls kündigt man sämtliche Girokonten sowie Kreditkarten, die nicht benutzt werden. Vorteilhaft wirkt es sich außerdem aus, wenn Verbraucher Geldinstitute oder Unternehmen rechtzeitig über einen anstehenden Zahlungsverzug informieren. Weiterhin sollten häufige Umzüge vermieden werden.

Welche Vorteile hat die Kreditaufnahme bei einer Direktbank?

Zu den am häufigsten erwähnten Vorteilen zählt die Einsparung von Zeit und Geld. Vergleiche lassen sich in aller Gemütlichkeit von den eigenen vier Wänden aus rund um die Uhr vornehmen – sie stellen das A und O für das Auffinden eines individuell passenden Kredits dar. Erforderlich sind dafür nur eine stabile Internetverbindung sowie ein internetfähiges Endgerät. Da sämtliche Vorgänge, die für die Kreditaufnahme erforderlich sind, online erfolgen, verzeichnen Verbraucher einen schnellen Eingang der beantragten Summe.

 

Zudem werden Online-Kredite in der Regel zu günstigeren Konditionen vergeben. Dies begründet sich auf die geringeren, laufenden Kosten, beispielsweise für Personal oder Räumlichkeiten, die Direktbanken zu tragen haben. Darüber hinaus sind vollautomatisierte, digitale Prüfverfahren sowohl zeit- als auch kostensparender. Namhafte Anbieter halten einen Dokumenten-Upload bereit – er ersetzt die postalische Zusendung erforderlicher Unterlagen wie zum Beispiel Gehaltsabrechnungen.

 

Fälschlicherweise hört man häufig, dass Online-Kreditnehmer auf eine persönliche Beratung verzichten müssen. Bei professionellen Finanzvermittlern ist dies jedoch nicht der Fall. Sie beschäftigen Kreditspezialisten, die Kunden über den gesamten Aufnahmeprozess hinweg begleiten. Sie bieten zuverlässigen Kontakt per E-Mail oder Telefon an. Es empfiehlt sich, ausschließlich etablierte Anbieter auszuwählen, die eine kostenfreie und unabhängige Konsultation bereithalten.

Unzählige Menschen nutzen Online Banking und auch die Zahl der Kreditaufnahmen über das Internet nimmt stetig zu.

Geht die Kreditaufnahme bei Online-Banken mit Nachteilen einher?

Liegt keine ausgezeichnete Bonität vor, ist es in seltenen Fällen schwieriger, bei einer Direktbank einen Kredit zu erhalten als bei der Hausbank. Ist man langjähriger Kunde und hat bei dem betreffenden Geldinstitut Zuverlässigkeit im Bereich der Rückzahlung früherer oder laufender Darlehen gezeigt, vergibt es teilweise trotz schwacher Bonität den gewünschten Kredit.

Wie funktioniert die Kreditaufnahme online?

Im Prinzip gestaltet sich die Kreditaufnahme über das Netz ebenso wie bei der klassischen Offline-Variante. Es wird eine bestimmte Summe bei einem Geldinstitut geliehen, Kreditnehmer zahlen sie in Monatsraten plus Zinsen zurück. On- und Offline handelt es sich dabei um einen Ratenkredit. Unterschiede finden sich im Verfahrensweg. Während bei einer Direktbank die komplette Beantragung inklusive der Einreichung von Unterlagen und Überprüfung durch den Anbieter digital erfolgt, steht bei herkömmlichen Geldinstituten die Vereinbarung und Wahrnehmung eines Termins an.

 

Dank der Digitalisierung und innovativer Techniken ist es heute möglich, Videoident-Verfahren und Identitäts-Checks durchzuführen und den Kreditvertrag digital zu unterschreiben. Dadurch lässt sich nicht nur eine raschere Auszahlung des Kreditbetrages erreichen, sondern auch Papier einsparen. Wurden alle erforderlichen Unterlagen übersandt und mit positivem Ergebnis geprüft, wird das Geld meist innerhalb ein bis zwei Arbeitstagen gutgeschrieben. Bei sogenannten Sofortkrediten erhält man die beantragte Summe sogar häufig bereits am gleichen Tag.

 

Die Beantragung von Off- wie Online-Krediten unterliegen bestimmten Voraussetzungen, darunter:

 

  • Hauptwohnsitz in Deutschland
  • Volljährigkeit
  • Deutsche Bankverbindung

 

Grundsätzlich behalten sich Geldinstitute das Recht auf Ablehnung eines Kreditantrages vor. Zur Prüfung der Kreditwürdigkeit müssen in der Regel die letzten Einkommensnachweise, Unterlagen zu Nebeneinkünften oder – wenn vorhanden – zu finanziellen Sicherheiten vorgelegt werden. Bekannt ist, dass Selbstständige und Freiberufler nur schwer ein Darlehen zu günstigen Konditionen erhalten.

Tobias Wringer

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