Cannabis in Bayern – wie streng ist das Bundesland wirklich?

Cannabis in Bayern – wie streng ist das Bundesland wirklich?

Tobias Wringer

Erstellt | Geändert

Weltweit ist Cannabis ein Thema, das zunehmend in der Politik aufgegriffen wird. Neben der steigenden Bedeutung von Cannabis in der Medizin hat auch die Legalisierung in vielen Bundesstaaten der USA zu dieser Entwicklung beigetragen. Selbst in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern, wo die Situation für Konsumenten noch relativ streng ist, wird immer häufiger über eine Legalisierung geredet. Allerdings ist eine solche bisher noch nicht in Aussicht und zumindest in einigen Bundesländern Deutschlands ist die Situation bezüglich Cannabis sogar ziemlich streng. Gerade das Bundesland Bayern wird diesbezüglich immer wieder genannt. Doch wie schwer haben es Cannabiskonsumenten in Bayern wirklich?

Verurteilungsquote in Bayern überdurchschnittlich hoch

Geht es um Cannabis, sind die Gesetze in Bayern eigentlich nicht strenger als im Rest von Deutschland. In Bayern liegt die potenzielle Straffreiheit für Cannabis bei 6 Gramm, was auch in den meisten anderen Bundesländern der Fall ist. Lediglich in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen ist die unter Eigenbedarf fallende Menge höher. Diesbezüglich ist Bayern also nicht strenger als andere Bundesländer Deutschlands. Ob ein Strafverfahren eingestellt wird oder wie hoch die Strafen bei einer Verurteilung ausfallen, ist jedoch nach wie vor Sache der Gerichte und hierbei könnte man Bayern dann doch als Hardliner zählen.

Tatsächlich ist es so, dass gerade einmal knapp über 10 % der mit Cannabis zusammenhängenden Verfahren in Bayern eingestellt wurden. Zudem gab es weit mehr Verurteilungen als in den meisten anderen Bundesländern Deutschlands. Wer Samen online kaufen möchte, um damit seinen Eigenbedarf zu decken, sollte daher möglichst nur in den eigenen vier Wänden konsumieren, da andernfalls mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen ist. In Berlin und Schleswig-Holstein ist es da schon um einiges lockerer. Schließlich wird im Schnitt jedes zweite cannabisbezogene Verfahren eingestellt.

Hanfläden haben es in Bayern besonders schwer

Cannabisfreunde sollten beim Shoppen in Bayern aufpassen, denn in keinem anderen Bundesland haben es die Besitzer von Hanfläden so schwer. In den letzten Monaten kursierten immer wieder Meldungen von Durchsuchungen durch die Polizei, bei der Waren im Wert von zehntausenden Euro beschlagnahmt wurden. Anschließend kam es sogar zu Anklagen gegen die Besitzer und bei vielen stellt sich die Frage, wie es so weit kommen konnte. Um eins vorwegzunehmen: Es wurde kein Cannabis – das in Deutschland bekanntermaßen illegal ist – sichergestellt. Stattdessen haben es die Polizisten auf Produkte wie Tees und Öle abgesehen, da diese anscheinend den gesetzlich erlaubten THC-Gehalt von 0,2 % überschreiten würden.

Diese Razzien sind selbsterklärend vielen ein Dorn im Auge, was berechtigt ist, da beispielsweise keine Drogeriemärkte im Fokus standen und diese ebenfalls entsprechende Produkte verkaufen. Zudem treiben die Durchsuchungen viele Besitzer von Hanfläden in eine Notlage, was angesichts der aktuellen Krise natürlich noch schlimmer ist. Ganz zu schweigen davon, dass einfach kategorisch alles beschlagnahmt wird, was einen höheren THC-Gehalt haben könnte und das auch auf Waren zutrifft, wo dies erwiesenermaßen nicht der Fall ist. Diese Vorfälle zeigen, dass Bayern in Bezug auf Cannabis doch strenger ist als die meisten anderen Bundesländer in Deutschland. Womöglich wird sich das jedoch in Zukunft ändern, da nicht davon auszugehen ist, dass sich Deutschland dauerhaft vor einer Legalisierung verschließen wird

Tobias Wringer

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