23.01.2017

von B° (GM)

Wohnen in Bayern – wie entwickelt sich der Immobilienmarkt?

In Bayern ist das Thema Wohnraum strittig. Während in den Städten über hohe Mietpreise geklagt wird, gibt es in den ländlichen Bereichen eine Art Abwanderungswelle.

Wohnen in Bayern –  wie entwickelt sich der Immobilienmarkt?


In Bayern ist das Thema Wohnraum strittig. Während in den Städten über hohe Mietpreise geklagt wird, gibt es in den ländlichen Bereichen eine Art Abwanderungswelle. Doch wie ist dieser Zustand des bayerischen Immobilienmarktes zu bewerten und welche Prognose gibt es für die kommenden Jahre?

Prekäre Situation in den Städten


Generell unterscheidet sich die Situation in Bayern wenig von der in ganz Deutschland. Immer mehr Menschen zieht es in die Städte, was auch an den guten Chancen auf einen Arbeitsplatz liegt. In der Folge sorgt eine Verknappung der Wohnfläche im städtischen Bereich für immer stärker ansteigende Preise. Während München schon seit einiger Zeit die teuerste Stadt in Deutschland ist, spitzt sich die Lage auch in kleineren Städten wie Augsburg oder Regensburg zu. Große Immobiliensuchportale wie immowelt.de scheinen die einzige Möglichkeit zu sein, um überhaupt noch attraktive Angebote ausfindig zu machen. Ende Dezember 2015 wurde von der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH für München ein durchschnittlicher Mietpreis zwischen 10,42-12,07 Euro pro Quadratmeter ermittelt. Dies zeigt deutlich, wie weit die Situation fortgeschritten ist.

Landflucht in den Dörfern

Im Gegensatz zu den Städten haben viele kleinere Dörfer und Gemeinden mit Abwanderung zu kämpfen: Immer weniger junge Menschen möchten laut einem Gutachten von 2016, das die Partei Die Grünen in Auftrag gegeben hat, ihr Leben im ländlichen Raum verbringen. Die Kommunen investieren zwar viel Geld in deren Ausbildung, allerdings bleiben die jungen Menschen ihnen nur selten als Arbeitskraft erhalten. Da ältere Personen meist an ihren angestammten Wohnorten hängen, zeigt sich dort in der Summe eine beschleunigte Form des demographischen Wandels. In der Zukunft wird es also notwendig sein, neue Anreize zu schaffen, um junge Menschen für längere Zeit auch in kleineren Orten zu halten. Zunächst könnten diese darin bestehen, Angebote zu schaffen, welche das Familienleben auf dem Land attraktiver gestalten. Hinzu kommen die ohnehin deutlich günstigeren Mieten als in der Stadt. Dies ist ein monetärer Anreiz, der nicht zu leugnen ist.

Lösungen zur Landflucht

Das Thema Landflucht wurde im Jahr 2016 vom bayerischen Verband der Grünen zum Gegenstand einer großen Diskussion gemacht. Experten wiesen dabei Mittel und Wege auf, um die starke Konzentration der Bevölkerung in den Städten zu vermeiden. Für die Zukunft könnte beispielsweise das sogenannte Home-Office eine Chance sein, um die Landflucht aufzuhalten. Bereits jedes dritte Unternehmen bietet seinen Angestellten die Gelegenheit, von zuhause aus zu arbeiten. Hinzu kommen zahlreiche Selbstständige, welche dies ohnehin so praktizieren. In diesen Fällen ist eine geographische Nähe zum Arbeitsplatz nicht notwendig. Zusätzlich könnten besser ausgebaute Verkehrsanbindungen dafür sorgen, dass mehr Menschen vom Land das Pendeln zum Arbeitsplatz einem Umzug vorziehen.

Kaum genaue Prognosen

Eine genaue Prognose, welche die einzelnen Vermutungen mit Zahlen und Fakten belegt, wurde bislang nicht veröffentlicht. Dies liegt auch an fehlerhaften Vorausdeutungen in der Vergangenheit, die deutlich machten, dass sich bestimmte Sachverhalte nicht so genau prognostizieren lassen. Da aber verschiedene Versuche einer Regulierung durch den Staat, wie beispielsweise die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip, keine einschlägigen Erfolge erzielen konnten, ist davon auszugehen, dass sich der aktuelle Trend zumindest in ähnlicher Form auch in Zukunft fortsetzt. Um die Unbezahlbarkeit des Wohnens in der Stadt zu verhindern, besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. 

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