16.11.2017

von B° ZA

Wie sich der Klimawandel auf den Tourismus in Bayern auswirkt

Das Klima ist zu jeder Saison ein wichtiger Faktor für den Tourismus in allen Regionen. In der Vergangenheit zogen die warmen Sommermonate Wanderer und Städtetouristen nach Bayern.

Das Klima ist zu jeder Saison ein wichtiger Faktor für den Tourismus in allen Regionen. In der Vergangenheit waren die klimatischen Bedingungen für Sommer und Winter klar - die warmen Sommermonate zogen Wanderer und Städtetouristen nach Bayern. Im Winter standen Schneesportarten und gemütliche Abende am Feuer auf dem Programm. Die Folgen des Klimawandels stellen die Tourismuswirtschaft in Bayern allerdings vor eine Reihe von Herausforderungen.

Die neuen Klimabedingungen beeinflussen den Tourismus in Bayern und im Rest Deutschlands merklich. Um die Branche darauf vorzubereiten, sind in vielen Bereichen Anpassungen notwendig. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass über die kommenden 50 Jahre rund elf Milliarden Euro Investitionen notwendig sein werden. Diese sollen alle Bereiche der Tourismusbranche in Deutschland auf die neuen Wetterphasen optimieren.

Bayern besonders stark betroffen

Der Klimawandel hat sich innerhalb Deutschlands vor allem im bayerischen Alpenraum bemerkbar gemacht. Diese Region ist stärker betroffen als andere Teile des Landes. Dies liegt vor allem an der geografischen Beschaffenheit des Alpenraums. Die leichten Alpenhöhen sind noch in der Winterzeit mit dicken Schneedecken belegt. Jedoch würde eine Erwärmung um ein Grad Celsius ausreichen, um die bis dato schneesicheren Pisten um bis zu 60 % einschmelzen zu lassen. Ab einer Erwärmung um vier Grad Celsius ist davon auszugehen, dass lediglich sehr hohe Lagen überhaupt noch Schnee bieten werden.

Darüber hinaus sind auch die Mittelgebirgsschichten und der Wintertourismus vor Ort durch den Schneerückgang negativ beeinflusst. Hier lässt sich der Rückgang der Schneehöhen bereits heute sehen. Im Vergleich zum den vergangenen Jahrzehnten lassen sich in jedem Jahr mehr Regentage verzeichnen. Eine steigende Zahl von Regentagen in Skigebieten macht diese Orte immer weniger attraktiv für Wintersporttouristen.

Umdenken in der Branche hat begonnen

Dass die ersten Wintertouristen bereits nach Alternativen zu Skigebieten in Bayern suchen, lässt sich im Angebotsfokus der Reiseanbieter und Hotels sehen. So bietet zum Beispiel die Ibis Hotels umfassendes Informationsmaterial für einen Aufenthalt in München und Umgebung. Auch Reiseanbieter wie TUI setzen vermehrt auf Reisepakete in beliebte bayerische Städte:

  • Augsburg
  • Nürnberg
  • Würzburg

Welche Gegenmaßnahmen plant die Tourismusbranche? Um für Wintertouristen die besten Voraussetzungen in den Skigebieten zu sichern, kommen bereits seit vielen Jahren künstlich beschneite Skipisten zum Einsatz. In jedem Jahr wächst die Zahl der bestellten Hektar. Im Jahr 2005 waren es rund 400 Hektar, im Jahr 2016 waren es bereits rund 800 Hektar. Diese Technologie wird jedoch auf Dauer keine Lösung darstellen. Die künstlichen Skipisten sind ab einem gewissen Punkt wirtschaftlich nicht mehr tragbar.

Es ist unumgänglich, dass der bayerische Wintertourismus sich im Laufe der Zeit auf die Hochlagen der Alpen zurückziehen muss. Dies setzt die benötigte Infrastruktur voraus. Ein kostspieliges Unterfangen, das nationale und internationale Investoren benötigen wird.

Sommertourismus profitiert von neuer Klimalage

Der Klimawandel führt in den Sommermonaten zu höhere Durchschnittstemperaturen und weniger Niederschlägen. Eine Kombination, die dem Sommertourismus in Bayern ohne Frage zuträglich ist. Sowohl Kurzurlauber, als auch klassische Sommerurlauber finden in der Region ein reichhaltiges Angebot für alle Altersklassen und Interessensgebiete. Die steigenden Temperaturen werden außerdem im Mittelmeerraum dazu führen, dass es zu einem Abfall im Tourismus kommen wird. Durchschnittstemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius werden klassische Urlaubsregionen in Italien oder Spanien zunehmend unattraktiver machen. Der Auslandstourismus kann sich daher auf einheimische Regionen verlagern.

Um auch in Zukunft eine stabile Tourismusindustrie in Bayern aufrechtzuerhalten, ist es unumgänglich, das Angebot dem Klimawandel rechtzeitig anzupassen. Die Betriebe der Branche müssen darauf setzen, innovative Angebote zu schaffen und bestehende Möglichkeiten passend auszubauen. Möchte man auch in Zukunft in der Lage sein, auf unvorhersehbare Entwicklungen reagieren zu können, müssen die Leistungen vielfältig und abwechslungsreich gestaltet werden.

Passend zum Thema

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!

Mehr aus der Rubrik

Parken am Flughafen war noch nie besonders günstig. Wer in den Urlaub oder auf Geschäftsreise starten will, muss an den meisten großen Flughäfen in Deutschland tief in die Tasche greifen.

Erstes Tourismuskonzept für die Stadt Forchheim

Pottensteiner Erlebnismeile auch 2017 ein Zugpferd in der Fränkischen Schweiz. Durchwegs positive Stimmung bei der jährlichen Abschlussbesprechung

Teilen: