19.07.2017

von B° (MZ)

Wie eine Kur die Gesundheit stärkt

Wie eine Kur die Gesundheit stärkt - Was ist eine Kur? Wann und für wen lohnt sich eine Kur? Kur Planung und Reha Antrag stellen.

Wie eine Kur die Gesundheit stärkt

Was ist eine Kur?

Kuren und Kurorte mit heilenden Quellen gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals suchten vor allem die wohlhabenderen Bürger der Gesellschaft diese Orte auf, um ihre Leiden zu kurieren – daher auch der Name. Parallel dazu wird auch der Begriff Reha verwendet, obwohl dieser vor allem im medizinischen Gebrauch benutzt und der Reha-Aufenthalt von Ärzten offiziell verschrieben wird. Reha ist übrigens die Abkürzung für Rehabilitation – ein Begriff,  der aus dem Lateinischen kommt und Wiederherstellung bedeutet. Gemeint ist damit die Wiederherstellung des ursprünglichen Gesundheitszustandes und der vollen Leistungsfähigkeit des Patienten, die durch einen ungesunden Lebensstil, einen Unfall oder eine Krankheit beeinträchtigt sind. Eine Kur kann sowohl bei körperlichen, als auch bei geistigen Defiziten wirksam sein. Wer also denkt, dass Burnout und Depressionen nur von Psychologen behandelt werden können, liegt falsch. Auch ein paar Tage in professionellen Massagehänden oder in warmen Bädern können der Psyche die nötige Entspannung und Gelassenheit zurückgeben.

Zu einer Kur gehören mitunter:

 

  • Bäder und Duschen 
  • Massagen
  • Abreibungen
  • Gymnastik
  • Atemtherapie
  • Sportliche Aktivitäten
  • Geführte medizinisch-therapeutische Wanderungen

Wann und für wen lohnt sich eine Kur?

Wenn die Kur nicht ausdrücklich vom Arzt verschrieben wird und damit meist der Wiederherstellung der stark beeinträchtigten Gesundheit eines Patienten nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit dient, kann sie jedem Menschen bei der Vorbeugung helfen. Vor allem Massagen und Wechselbäder stärken die Gesundheit alter genauso wie junger Menschen. Wer schon länger unter Symptomen leidet, die einfach nicht besser werden wollen und für die der Arzt mitunter auch keine Erklärung, bzw. Behandlung parat hat, sollte sich eine Kur überlegen.

Patienten, die beispielsweise unter Bluthochdruck leiden, sollten vermeiden, dass sie ihre Gesundheit riskieren und auf Dauer weiter verschlechtern und stattdessen vorbeugen. Während eines Kuraufenthaltes können sie mittels Atem- und Bewegungstherapie, Wechselduschen und Abreibungen ihren Blutdruck senken. Psychisch Beeinträchtige werden zusätzlich Gesprächstherapien benötigen und können sich in Gruppen sportlich betätigen, um ihre sozialen Fähigkeiten zu stärken und zu normalisieren. Viele Menschen, die unter Depressionen leiden, verlieren die Motivation, sich regelmäßig zu bewegen. Sie sehen keinen Sinn darin und vergessen dabei, dass sie ihrer Psyche damit erst recht schaden und ihre Laune und ihr Interesse an sozialen Kontakten nach und nach weiter sinkt. Denn ausreichend Bewegung ist für ein sonniges Gemüt unabdingbar.

Ganz allgemein helfen Kuren auch dabei, Krankheiten, die schon ausgeprägter sind, nicht chronisch werden zu lassen. Die sogenannte geriatrische Reha kann zum Beispiel beeinträchtigten älteren Menschen dabei helfen, noch länger selbstständig zu bleiben. Da dies oftmals sowohl Wunsch der Patienten selbst, als auch der Familie ist, lohnen sich Kuren hier ganz besonders.

Den Kuraufenthalt planen

Es gibt verschiedene Formen von Kuren. Eine Kur kann ambulant, stationär oder teilstationär erfolgen:

  1. Ambulante Kuren sind die üblichste Form der Kur. Jeder Bedürftige kann sich freiwillig in einem staatlich anerkannten Kurort einquartieren und sich in einem Gesundheits- oder einem Kurzentrum behandeln lassen. Wer sich durch eine ambulante Behandlung vom Arzt nicht ausreichend umsorgt fühlt oder wer keine Linderung der Beschwerden erfährt, kann auf die ambulante Kur zurückgreifen.
  2. Bei einer stationären Kur ist der Patient in der Klinik untergebracht und kann aus der breiten Palette an Angeboten vor Ort wählen. Vorteile der stationären Kur sind die ständige Präsenz von Angestellten und die Möglichkeit, jederzeit und oftmals rund um die Uhr, eines der Angebote wahrzunehmen.
  3. Teilstationäre Kuren umfassen im Grunde das gleiche Angebot der stationären Kur. Der Patient oder die Patientin ist allerdings nicht in der Klinik untergebracht.

Wer sich zu einem stationären Aufenthalt entschließt und mehrere Tage am Kurort verbringen möchte, sollte den Aufenthalt gut organisieren. Mittels einem genauen Plan und einer Checkliste für den Kuraufenthalt behalten Patienten alles Wichtige im Überblick, sodass sie sich mit freiem Kopf auf die Entspannung während der Reha einlassen können.

Einen Reha-Antrag stellen

Sobald die Gefahr besteht, dass ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig wird, kümmert sich die Rentenversicherung oder die gesetzliche Unfallversicherung darum, dass ein Reha-Aufenthalt organisiert und finanziert wird. Reicht die ambulante Behandlung des Erkrankten nicht aus, oder hat der behandelnde Arzt eine medizinische Reha verordnet, erklärt sich die gesetzliche Krankenkasse meist bereit, den Aufenthalt in einem Kurort zu finanzieren. Anspruch auf die Rehe besteht letztlich aber nur, wenn entweder eine chronische Erkrankung vorliegt, belastende Umweltfaktoren eine dauerhafte Erkrankung hervorrufen oder eine körperliche oder seelische Erkrankung vorliegt, die dauerhafte Einschränkungen mit sich bringen könnte. Die privaten Krankenkassen zahlen in der Regel lediglich dann, wenn der Patient auch entsprechende Tarife gebucht hat.

Kosten

Übernimmt die Deutsche Rentenversicherung die ambulanten oder teilstationären Reha-Leistungen, muss der Patient nichts zuzahlen. Anders sieht es bei stationären medizinischen Leistungen aus. Doch auch hier sind die Kosten überschaubar. Patienten müssen maximal für 42 Tage pro Kalenderjahr einen Betrag von allerhöchstens 10€ am Tag zusteuern. Bei ambulanten oder stationären Reha-Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen müssen volljährige versicherte Patienten meist ohne zeitliche Begrenzung 10€ pro Tag zuzahlen.

Ist die Krankheit von vornherein gravierender und verspricht sie eine längere Behandlung als drei Wochen, besteht eine zeitliche Begrenzung der Zuzahlung auf 28 Tage innerhalb eines Kalenderjahres.

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Kurort müssen Patienten, die ambulante Vorsorgeleistungen benötigen, selbst tragen. Allerdings erstatten manche Krankenkassen mittels der angebotenen Kostenerstattung, die verschiedenste Behandlungen umfassen kann, bis zu 16€ pro Tag; bei chronisch erkrankten Kleinkindern sind es sogar bis zu 25€.

Antragsstellung

Wichtig ist bei der Antragsstellung schließlich, dass der Arzt die medizinisch definitive Notwendigkeit der Kur oder der Reha ausführlich begründet. Es sollten sich im Antrag Angaben darüber finden, inwieweit der Alltag des Patienten durch die Beschwerden eingeschränkt ist. Letztlich sollten auch die Ziele, die sich Arzt und Patient von der Reha versprechen vermerkt werden und wie die Chancen eingeschätzt werden, diese in einer bestimmten Zeit zu erreichen.

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