11.04.2017

von B° (MZ)

Gesunde Zähne bis ins hohe Alter

Zahngesundheit ist ein Thema, das in jedem Alter wichtig ist. Vom ersten Milchzahn bis ins hohe Alter sorgen gesunde und kräftige Zähne auch für ein allgemeines Wohlbefinden.

Zahngesundheit ist ein Thema, das in jedem Alter wichtig ist. Vom ersten Milchzahn bis ins hohe Alter sorgen gesunde und kräftige Zähne auch für ein allgemeines Wohlbefinden. Zahnbeschwerden können dagegen ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen. Der große Ratgeber „Gesunde Zähne bis ins hohe Alter“ zeigt, wie wichtig Zähne für die Gesundheit sind und wie sich die Mundgesundheit optimal unterstützen lässt. 

Gesund im Mund schon ab dem ersten Milchzahn

Fast alle Babys kommen vollkommen zahnlos auf die Welt. Nur bei einigen wenigen blitzt schon in den ersten Lebenswochen ein Zähnchen hervor. Die meisten Babys bekommen ihre Milchzähne zwischen dem 6. Und 30. Lebensmonat. Dabei wird das kindliche Gebiss bereits sehr früh in der Schwangerschaft angelegt und bis zur Geburt fast vollständig ausgebildet. Schon im zweiten Schwangerschaftsmonat bereitet sich der kindliche Kiefer darauf vor, ein gesundes und kräftiges Gebiss zu beherbergen, das nach den Milchzähnen in die bleibenden Zähne übergeht. 

Bei den meisten Kindern sind es zuerst die Schneidezähne, die das Zahnfleisch durchbrechen und sich zeigen. Mit dem vollständigen Durchbruch der hinteren Backenzähne ist das Milchzahngebiss dann vollständig ausgebildet. Manche Kinder sind schon zwei Jahre alt oder sogar etwas älter, wenn sich auch die letzten Milchzähne ihren Weg ans Licht gebahnt haben. 

Auch wenn in früheren Generationen noch die Meinung verbreitet war, Milchzähne müssen noch nicht besonders gepflegt werden, da sie ohnehin nach ein paar Jahren dem bleibenden Gebiss Platz machen, ist die Zahnmedizin heute deutlich anders eingestellt. Inzwischen ist bekannt, dass die Gesundheit der Milchzähne bereits Einfluss darauf hat, wie gesund und kräftig die bleibenden Zähne nachwachsen. Die Milchzähne schaffen im Kiefer und im Zahnfleisch Platz für die bleibenden Zähne. Sind sie krank, kann sich das negativ auf die Gesundheit des Zahnfleisches und des Kiefers und damit des gesamten Milieus im Mund auswirken. Ist ein Milchzahn von Karies befallen, können sich die verantwortlichen Bakterien im Zahnfleisch und im Kiefer festsetzen und dadurch auch auf den nachwachsenden bleibenden Zahn übertragen werden. Zahnärzte empfehlen Eltern deshalb, bereits ab dem ersten Milchzahn mit einer sanften Zahnpflege zu beginnen. 

Expertenmeinung: Fluoride und Kinderzähne

Fluoride sind Spurenelemente, die den natürlichen Zahnschmelz gegen schädliche äußere Einwirkungen wie Bakterien schützen. Fluoride können über die Nahrung und über das Trinkwasser aufgenommen werden, allerdings nicht in ausreichender Menge. Das gilt vor allem für Babys und Kleinkinder, die häufig noch eine einseitigere Ernährung haben als Erwachsene. Kinder- und Zahnärzte sind sich allerdings nicht immer einig darüber, ob und in welcher Form Fluoride schon ab dem Säuglingsalter zusätzlich verabreicht werden sollten.

  • Die kindermedizinischen Fachgesellschaften empfehlen, in den ersten Lebensjahren Fluoride in Tablettenform zu verabreichen und erst beim älteren Kind fluoridhaltige Zahnpasta zu verwenden. Fluoridhaltiges Speisesalz wird ab dem Alter von zwei Jahren für die Kinderernährung empfohlen. Durch diese früh einsetzende Fluoridgabe – schon bevor die ersten Zähne durchbrechen – soll die Zahnhärtung bereits in der Phase des Zahnaufbaus durch die notwendige Menge Fluorid unterstützt werden.

  • Zahnärztliche Fachgesellschaften empfehlen dagegen, auf diese frühe Gabe von Fluoridtabletten zu verzichten und stattdessen vom ersten Zähnchen an – mit etwa sechs Monaten – eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta zu verwenden. Sie stützen sich dabei auf Studien, wonach die äußere Fluoridzufuhr über den Zahnschmelz am wirkungsvollsten ist. Zusätzlich raten sie dazu, im Haushalt nur fluoridiertes Speisesalz zu verwenden. 

(Quelle: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/zahngesundheit/gesunde-zaehne/

Die besten Zahnpflegetipps des Forums Kindergesundheit, einer Initiative des Bundesministeriums für gesundheitliche Aufklärung: 

  • Putzen Sie vom ersten Zahn an (etwa ab sechs Monaten) die Zähne Ihres Kindes einmal täglich mit einer weichen Zahnbürste und einem dünnen Film fluoridierter Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid) putzen. 

  • Ab dem zweiten Geburtstag putzen Sie die Zähne auf die gleiche Weise mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta zweimal täglich – um den Schutz zu erhöhen und damit sich Ihr Kind an die regelmäßige Zahnpflege gewöhnt.

  • Nach Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (etwa 6. Lebensjahr) sollten die Zähne mindestens zweimal täglich mit einer Erwachsenenzahnpasta (mindestens 1000 ppm Fluorid) geputzt werden.

Ungefähr mit dem Beginn der Schulzeit fallen die Milchzähne bei den meisten Kindern nach und nach aus und machen Platz für das bleibende Gebiss. Der vollständige Austausch kann sich über einige Jahre erstrecken. Die meisten Kinder haben im Alter von 12 bis 14 Jahren alle Milchzähne verloren und die bleibenden Zähne sind vollständig nachgewachsen. Dabei erweitert sich der Umfang des gesamten Gebisses von 20 Milchzähnen auf 28 bleibende Zähne. Im Erwachsenengebiss sind außerdem vier zusätzliche Backenzähne, die so genannten Weisheitszähne, angelegt. Nicht immer brechen sie vollständig durch, bei einigen Menschen verbleiben sie auch im Kiefer. Ungefähr bis zum 18. Lebensjahr haben sich die Weisheitszähne vollständig ausgebildet und es zeigt sich, ob sie durchbrechen oder nicht. Das bleibende Gebiss sollte nun noch gründlicher gepflegt werden als die Milchzähne und Kinder sollten gemeinsam mit ihren Eltern mindestens einmal jährlich eine Zahnprophylaxe durchführen lassen. 

Zahnprobleme können teuer werden

Für Erwachsene wird das Thema Zahngesundheit meist noch wichtiger als für Kinder, denn erst mit fortgeschrittenem Alter zeigen sich häufig die ersten schwerwiegenden Zahnprobleme. Umfangreiche Zahnarztbehandlungen bis hin zum Einsatz von Zahnersatz und Prothesen können die Folge sein. Damit haben kranke Zähne nicht nur einen negativen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit sondern können auch enorme Kosten verursachen, die vor allem die gesetzlichen Krankenkassen häufig nicht oder nur zu einem gewissen Anteil übernehmen. 

Seit dem Jahr 2005 gibt es festgelegte Zuschüsse im Bereich Zahnersatz, der die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen festlegt. In der Regel gehen die eigentlichen Kosten allerdings deutlich darüber hinaus, vor allem dann, wenn Patienten hochwertige Materialien für ihren Zahnersatz wünschen. Ist zum Beispiel eine Prothese, eine Krone oder eine Brücker erforderlich, beträgt der Zuschuss der gesetzlichen Krankassen nur rund 50 % der anfallenden Behandlungskosten. Zusätzliche Leistungen können sich Patienten durch das so genannte Bonusheft sichern. Wer einmal jährlich zur Prophylaxe beim Zahnarzt geht, erhält einen Stempel in seinem Bonusheft. Nach fünf lückenlos aufeinanderfolgenden Jahren erhöht sich der Anspruch auf Leistungen der Krankenkasse auf 60 %, nach zehn Jahren sogar auf 65 %. Auch bei einem Zahnunfall oder einer vergleichbaren Versorgung haben gesetzlich Krankenversicherte nur Anspruch auf die Regelleistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen festlegen.

Eine Lücke bleibt also, die bei schwerwiegenden Zahnproblemen richtig teuer werden kann. Eine Übersicht über die in Deutschland anfallenden Zahnarztkosten je nach Bundesland hat der Versicherer Ergodirekt auf seiner Internetseite bereitgestellt. Auch bei einem Zahnunfall oder einer vergleichbaren Versorgung haben gesetzlich Krankenversicherte nur Anspruch auf die Regelleistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen festlegen. Wer häufiger mit Zahnproblemen zu kämpfen hat, sollte deshalb eine Zahnzusatzversicherung in Erwägung ziehen, eine private Leistung verschiedener Versicherer, die die Lücke zwischen der Kostenübername der gesetzlichen Krankenkassen und den tatsächlichen Behandlungskosten schließen. Eine Zahnzusatzversicherung bietet nicht nur den Anspruch auf zusätzliche Serviceleistungen wie zum Beispiel eine Behandlung als Privatpatient sondern schließt auch zwischen 90 und 100 % der Kostenlücke.

Mit gesunden Zähnen durch das Leben: Die besten Zahnpflegetipps bis ins hohe Alter

Gesunde Zähne bis ins hohe Alter, davon träumt wahrscheinlich jeder. Leider sind nicht alle Menschen  mit lebenslanger Zahngesundheit gesegnet. Es ist allerdings möglich, etwas dafür zu tun, damit die Zähne möglichst lange gesund und kräftig bleiben. Die richtige Zahnpflege und eine gesunde Ernährung sind die wichtigsten Eckpfeiler, auf die sich die Zahngesundheit ein Leben lang stützen kann. 

Gesunde Zähne durch die richtige Ernährung

Der tägliche Speiseplan ist nicht unwesentlich am Thema Zahngesundheit beteiligt, denn die Nahrungsmittel, die wir täglich zu uns nehmen, bestimmen das Milieu im Mund- und Rachenraum. Die ideale Ernährung für gesunde Zähne sollte viel Calcium und möglichst wenig Zucker enthalten. Calcium stärkt die Zähne bereits bei Babys im Mutterleib. Zucker dagegen greift die Zähne bei jeder Mahlzeit an und kann den Zahnschmelz nachhaltig schädigen. Außerdem kann sich ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt positiv auf die Zahngesundheit auswirken. Besteht ein zu großer Säureüberschuss im Körper, kann dies auch negative Auswirkungen auf die Zähne haben, da die in Lebensmitteln enthaltene Säure die Zähne angreift. Für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt empfiehlt das Zentrum für Gesundheit einen Speiseplan, der zu 70 – 80 % aus basischen Lebensmitteln besteht und nur zu ungefähr 20 % aus sauren.  

Basische Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Äpfel und Birnen
  • Kohlgemüse
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Grüne Bohnen
  • Tomaten
  • Champignons
  • Blattsalate
  • Meerrettich
  • Zimt
  • Zitronenmelisse

Die Liste lässt sich um zahlreiche gesunde und schmackhafte Lebensmittel erweitern. Auf der Internetseite des Zentrums für Gesundheit stehen im Bereich „Die basische Ernährung“ zahlreiche Informationen rund um das Thema gesunder Säure-Basen-Haushalt zur Verfügung. 

Die tägliche Zahnpflege für ein gesundes Leben

Wer seine Zähne möglichst lange gesund halten möchte, sollte ihnen täglich die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dazu zählt vor allem die gründliche und richtige Reinigung. 

Mindestens zweimal täglich sollten die Zähne mit einer möglichst naturbelassenen Zahncreme gereinigt werden. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume eignen sich Zahnseide oder eine spezielle Zahnzwischenraumbürste. Damit das Zahnfleisch bei der täglichen Pflege nicht gereizt wird, sollte die Zahnbürste nicht zu hart sein und regelmäßig, spätestens jedoch alle drei Monate, erneuert werden. Eine elektrische Zahnbürste kann die Zähne bei richtiger Anwendung besonders gründlich reinigen und gleichzeitig das Zahnfleisch sanft massieren.

Zahnärzte empfehlen übrigens, die Zähne immer von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn hin zu putzen, damit Verunreinigungen nicht unter das Zahnfleisch geschoben werden und dort zu Entzündungen führen können.

Auch die Zunge sollte bei der täglichen Zahnreinigung nicht vernachlässigt werden, denn auf der Zunge lagern sich besonders gerne schädliche Bakterien ab, die das Milieu im Mund verunreinigen und dadurch auch die Zahngesundheit gefährden können. Für eine schonende und trotzdem gründliche Reinigung der Zunge eignen sich spezielle Bürsten oder Schaber, die meist aus genopptem Gummi bestehen.

Für zusätzliche Hygiene im Mund sorgen regelmäßige Mundspülungen, die Bakterien zuverlässig entfernen können. Besonders gut geeignet sind Spülungen mit Meersalzwasser, antibakteriell wirkenden Kräutern oder Xylit, einem Zuckeraustauschstoff, der als besonders wirksam gegen Kariesbakterien wirkt. Die Mundspülungen sollten nach Möglichkeit nicht mit sehr kaltem Wasser durchgeführt werden. So sind sie angenehmer für das Zahnfleisch. 

Mindestens ein bis zweimal jährlich empfiehlt sich übrigens auch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarztpraxis. Dabei werden hartnäckige Verschmutzungen und Zahnstein entfernt. Die professionelle Zahnreinigung ist die perfekte Ergänzung zur täglichen Zahnhygiene. So können Zähne bis ins hohe Alter hinein gesund bleiben. 

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